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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Student scheitert nach Prüfung mit Temperaturklage

Langer Konferenztisch mit sechs Personen drum herum

Ein Medizinstudent ist vor dem Gießener Verwaltungsgericht mit einer kuriosen Klage gescheitert. Er sei durch eine entscheidende Prüfung gefallen, weil es in dem Raum zu kalt gewesen sei.

Für den Prozess vor dem Gießener Verwaltungsgericht hat sich der Kläger am Donnerstag warm angezogen: Klaus J. trägt einen blauen Pullover und nicht nur ein T-Shirt, wie an dem Tag im August 2018, um den es nun in der Verhandlung geht.

Klaus J. startete damals einen letzten Anlauf, um Arzt zu werden: Nach zwei vergeblichen Versuchen, versuchte er erneut, das Physikum abzulegen, eine der härtesten Hürden im Medizinstudium. Er wusste: Wenn er jetzt noch einmal durchfällt, darf er nicht weiterstudieren.

"Konnte meine wahre Leistung nicht abrufen"

Am hochsommerlichen ersten Prüfungstag herrschten draußen 28 Grad. Klaus J. kam in kurzen Klamotten zur Prüfung in der Gießener Kongresshalle. Aber schnell stellte er fest: Der Prüfungsraum, in dem er die nächsten vier Stunden sitzen sollte, wird klimatisiert - und zwar viel zu stark, wie er fand. Sofort habe er eine Prüfungsaufseherin darauf angesprochen, die ihm gesagt habe, dass sie da nichts machen könne.

Klaus J. fiel durch die Prüfung und verklagte das hessische Landesprüfungsamt. Seine Begründung: Die äußeren Umstände seien für ihn so unzumutbar gewesen, dass er seine wahre Leistung nicht habe abrufen können. Das Landesprüfungsamt brachte in der Verhandlung vor, dass der Kläger seinen Widerspruch erst dann offiziell eingelegt habe, als für ihn klar gewesen sei, dass er durchgefallen sei.

Gericht: Raum warm genug

Die Klage wies das Verwaltungsgericht am Donnerstag ab. Der Vorsitzende Richter hielt die Ausführungen des ehemaligen Studenten nicht für stichhaltig.

Erstens hätte er sich gleich beschweren müssen und nicht erst, als er gewusst habe, dass er durchgefallen ist. Zweitens sei es bei 21 Grad in dem Raum objektiv warm genug gewesen.

Sendung: hr4, 12.03.2020, 18.30 Uhr