Traurige Fastnachter von hinten

Sturmtief "Bennet" hat die Straßenfastnacht gehörig durcheinander gebrachgt. Die größten Rosenmontagsumzüge in Fulda und Seligenstadt sollten zunächst abgespeckt stattfinden und wurden schließlich ganz abgesagt. Für Dienstag sind die Aussichten geringfügig besser.

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Sturm über Hessen: 20.15 Uhr im hr-fernsehen. Moderation Thomas Ranft

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In Seligenstadt (Kreis Offenbach) sollte der Umzug um 14.01 Uhr losgehen, doch daraus wurde nichts. Der Sturm machte den Narren einen Strich durch die Rechnung. Der Umzug wurde am Mittag abgesagt. Der Seligenstädter Rosenmontagszug gehört zu den größten und traditionsreichsten im Rhein-Main-Gebiet, rund 40.000 Zuschauer hatten die Veranstalter erwartet.

Kurz darauf kamen weitere schlechte Nachrichten aus Fulda und Neu-Isenburg (Offenbach): Auch dort konnten die Umzüge wegen des Sturms nicht stattfinden. Vom Polizeipräsidium Osthessen hieß es, in der Fuldaer Innenstadt seien schon mehrere Bäume umgestürzt und Ziegel von den Dächern geweht worden. "Nach aktuellen Wetterprognosen wäre es unverantwortlich, den Zug durchführen zu lassen", meldete die Polizei.

Fuldaer Karnevalisten: "Die Enttäuschung sitzt tief"

Am Vormittag hatten die Verantwortlichen zunächst geplant gehabt, den Zug unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen starten zu lassen. Unter anderem waren die Höhe der Aufbauten bei den Wagen auf drei Meter beschränkt und Pferde aus dem Programm genommen worden.

In Fulda zieht sonst der größte Rosenmontagsumzug des Landes mit mehr als 260 Zugeinheiten und 4.100 Teilnehmern durch die Straßen. "Die Wunden und die Enttäuschung sitzen tief", sagte Jan-Christoph Frühauf von der Fuldaer Karneval-Gesellschaft. Ob der Zug nachgeholt werden kann, sei noch völlig unklar.

⚠️ Info für #Seligenstadt : ⚠️ Der #Rosenmontag ​sumzug wurde aufgrund der Wetterprognose vom Veranstalter abgesagt. #Schlumberland2019

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Auch kleinere Umzüge in Osthessen wurden wegen des Sturms abgesagt. Die Narren in Hosenfeld, Mittelkalbach, Neuhof und in den Fuldaer Stadtteilen Oberrode und Bernhards mussten unverrichteter Dinge wieder nach Hause gehen.

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Herbstein startete mit Verspätung

Der traditionelle Springerzug in Herbstein trotzte dem stürmischen Schmuddelwetter. Der Start des Umzugs, der eigentlich für 10.11 Uhr vorgesehen war, musste wegen eines Hagelschauers um etwa eine halbe Stunde verschoben werden. Für allzu heftige Wetterkapriolen hatten die Organisatoren einen Plan B. "Wir haben viele Fußgruppen am Start, zur Not lassen wir die Wagen mit den Aufbauten in den Scheunen", erklärte der Erste Vorsitzende der Fastnachtsvereinigung Herbstein, Manuel Hensler. "Wir pflegen das Brauchtum, auch wenn es regnet." Doch Regen dürfte am Rosenmontag das geringste Problem der Karnevalisten sein.

Für den Montag war wechselhaftes Wetter mit Wind in Sturmstärke vorhergesagt worden. "Vor allem in der Nähe von Schauern und Gewittern wird es Sturmböen oder sogar schwere Sturmböen geben, die bis 100 Stundenkilometer erreichen könnten", erklärte hr-Meteorologe Mark Eisenmann. In den Gipfellagen drohten orkanartige Böen.

Mit der maximalen Windstärke wurde am Nachmittag gerechnet - genau in dem Zeitraum wollten die meisten Fastnachter durch die Straßen laufen. Erst am Abend sollte sich die Lage wieder beruhigen.

In Marburg startete der Umzug wie geplant um 13.33 Uhr, sogar die Sonne kam kurz durch die Regenwolken. Zuvor hatte die Stadt noch eine Absage erwogen, sollte das Wetter die Sicherheit gefährden. Rund 25.000 Zuschauer standen laut Stadt an der Strecke.

In Fritzlar (Schwalm-Eder) ließen die Organisatoren ebenfalls den Umzug stattfinden. Weitere Umzüge gab es am Montag in Volkmarsen (Waldeck-Frankenberg), Mühlheim (Offenbach), Kiedrich (Rheingau-Taunus), Naumburg (Kassel) und Ober-Mörlen (Wetterau). Auch in Kiedrich und im Rüdesheimer Ortststeil Assmannshausen (Rheingau-Taunus) konnte die Fastnacht wie geplant mit Umzügen gefeiert werden.

Am Fastnachtsdienstag wird der Wind sich wieder etwas beruhigen. Das Wetter bleibt jedoch wechselhaft. Die Narren müssen mit Schauern und einzelnen Gewittern bei Temperaturen von 5 bis 11 Grad rechnen - ernüchternde Aussichten für das Straßenpartyvolk in Frankfurt-Heddernheim und Dieburg.