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Starker Regen und Hagel haben die Feuerwehren am Freitag in Atem gehalten. Wolfhagen war vorübergehend regelrecht geflutet. In Wetzlar-Naunheim wurde vermutlich ein Tornado beobachtet. Am Frankfurter Flughafen fielen Flüge aus.

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Sieht aus wie ein Fluss, ist aber eine Straße: Hagel und Starkregen haben am Freitag zeitweise Straßen in Wolfhagen (Kassel) überflutet. "Es gab jede Menge Hagel - teilweise 30 bis 40 Zentimeter hoch auf der Straße. Das Wasser konnte deshalb nicht mehr abfließen und hat die Straßen überspült", sagte Stadtbrandinspektor Frank Brunst.

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Unwetter Wolfhagen

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Die Feuerwehr musste in kürzester Zeit 33 Mal ausrücken. Am späten Nachmittag beruhigte sich die Lage wieder, nachdem es zuvor rund zwei Stunden lang über Nordhessen gewittert hatte. "Wir haben die Einsatzstellen so weit im Griff", meinte Brunst gegen 16:30 Uhr. Die Einsatzkräfte könnte bald wieder nach Hause.

Eine überflutete Straße in einer Wohngegend in Gudensberg
In Gudensberg standen vereinzelt auch Straßenzüge unter Wasser Bild © Ulrich Brandenstein

Auch auf der A49 bei Fritzlar (Schwalm-Eder) kam es wegen Starkregen zu Behinderungen. Überschwemmungen gab es ebenfalls in Gudensberg. Auch dort hagelte es so stark, dass die Straßen aussahen, als seien sie mit Schnee bedeckt. Twistetal (Waldeck-Frankenberg) und Trendelburg (Kassel) sowie der Vogelsberg bekamen ebenfalls eine Menge Wasser ab. Es sei aber niemand verletzt worden, teilte die Polizei in Kassel mit.

Heuchelheim bei Gießen war ebenfalls betroffen. In Südhessen kam es auf der A3 wetterbedingt zu zehn Kilometern Stau und stockendem Verkehr zwischen Raunheim (Groß-Gerau) und Niedernhausen (Rheingau-Taunus). Auch in Wiesbaden hatte die Feuerwehr alle Hände voll zu tun: Es gingen in den Mittagsstunden mehr als 100 Notrufe ein und die Einsatzkräfte rückten zu mehr als 30 Unwetter-Einsätzen aus, wie die Feuerwehr mitteilte.

Vermutlich Tornado in Wetzlar-Naunheim

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Im Wetzlarer Stadtteil Naunheim gab es vermutlich einen Tornado. Facebook-Nutzer hatten das Naturphänomen am Himmel gefilmt. "Es könnte ein Tornado sein", sagt hr-Wetterexperte Rainer Behrendt. "Die rüsselartige Form der Wolke und die Rotation deuten darauf hin." Absolute Sicherheit gebe es aber erst, wenn man die entstandenen Schäden betrachte - zum Beispiel verdrehte Bäume.

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Torando

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Über Hessen tobten die Gewitter am Freitagmittag knapp zwei Stunden lang. Innerhalb kurzer Zeit fielen in der Region um Gießen und um den Edersee Meteorologen zufolge bis zu 80 Liter Wasser pro Quadratmeter vom Himmel. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab mehrere Warnungen heraus. Für Teile von Mittel- und Nordhessen bestanden Warnhinweise vor extremen Unwettern.

Eine Straße in Gudensberg (Schwalm-Eder) voller Hagelkörner nach dem Unwetter am 12.07.2019
So sah es auf den Straßen in Gudensberg nach dem Hagelschauer am Freitagnachmittag aus. Bild © Ulrich Brandenstein

Gewitter behindert Flugverkehr

Auch am Frankfurter Flughafen gab es am Freitagnachmittag Behinderungen. "Aufgrund heftiger Gewitter im Großraum Frankfurt kommt es zu Verzögerungen im Betriebsablauf", teilte der Flughafenbetreiber Fraport mit. Der Flughafen fertigte gut eine Stunde lang keine Passagiere ab. Nach Auskunft des Betreibers Fraport wurden bis zum Nachmittag 117 von insgesamt 1.560 vorgesehenen Starts und Landungen gestrichen.

Zudem mussten infolge des Unwetter 26 Ausnahmegenehmigungen für Starts nach 23 Uhr erteilt werden. Am Rhein-Main-Flughafen herrscht eigentlich ein striktes Nachtflugverbot zwischen 23 Uhr und 5 Uhr morgens. Ausnahmen sind in Notfällen und bei wetterbedingten Verspätungen zugelassen. Auch 17 Landungen konnten erst nach 23 Uhr durchgeführt werden. Das letzte Flugzeug landete kurz vor Mitternacht. Drei weitere Maschinen mussten zum Flughafen Hahn umgeleitet werden.

Das geschieht laut Fraport routinemäßig aus Sicherheitsgründen, wenn vor Blitz und Donner im Umkreis von acht Kilometern gewarnt werde, sagte ein Sprecher. Ein Aufenthalt auf dem Flugfeld sei dann verboten. Mehrere Maschinen konnten nicht landen und mussten durchstarten.

An Deutschlands größtem Airport sollten am Freitag, dem Tag des Sommerferienbeginns in Nordrhein-Westfalen, rund 230.000 Passagiere ankommen oder abfliegen. Fluggäste sollten ausreichend Zeit für die Anreise einplanen. Darüber hinaus empfiehlt Fraport, den Flugstatus vorab auf den Internetseiten der Fluggesellschaften zu prüfen.