Polizisten auf der Mülldeponie in Flörsheim

Auf der Suche nach der Leiche einer 43 Jahre alten Frau untersucht die Polizei tausende Tonnen verbrannten Müll auf einer Deponie in Flörsheim. Die Frau wird seit Oktober vermisst, ihr Ehemann steht unter Tötungsverdacht.

Rund 1.000 Tonnen Schlacke aus verbranntem Müll untersuchen die Beamten seit Montag pro Tag, über 20.000 Tonnen Schlacke seien es insgesamt. "Wir haben Hinweise darauf, dass es sich um die potenziell richtige Schlacke handelt", sagte ein Sprecher der Frankfurter Polizei am Mittwoch. Die Ermittler gehen davon aus, dass die seit dem 23. Oktober vermisste 43-Jährige getötet wurde und ihre Leiche "in den Abfallkreislauf" gelangte.

Die Ermittler sind sich ziemlich sicher, dass die Frau einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Verdächtigt wird ihr Ehemann, der Mitte November festgenommen wurde und der seitdem in Untersuchungshaft sitzt. Der 37-Jährige soll seine Frau getötet haben, um frei für seine neue Beziehung zu sein. Gestanden hat er die Tat bislang nicht.

Mülldeponie Flörsheim

Suche im Müll könnte sich über Wochen hinziehen

Mehrere Beamte durchsuchen im Schichtdienst den verbrannten Müll, der über Förderbänder läuft. Theoretisch könnte man zum Beispiel Knochen finden. Bei der Suche sind keine Leichenspürhunde im Einsatz. Dies würde nach Angaben der Polizei wenig bringen, da zu viele Gerüche die Tiere ablenken und die Untersuchung zu lang dauere. Die Polizei geht davon aus, dass die Aktion aufgrund der enormen Schlackemenge mehrere Wochen dauern kann. Eine Hundertschaft hatte im November bereits ein Waldgebiet in Frankfurt-Nied durchkämmt, allerdings ohne Erfolg.

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Polizeiautos vor der Mülldeponie in Flörsheim-Wicker
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Die Polizei hofft außerdem auf Hinweise aus der Bevölkerung. Sie veröffentlichte am Montag Fotos von der Vermissten sowie einem von ihr genutzten Fahrzeug. Die Ermittler interessiert insbesondere, ob jemand die Frau noch nach dem 23. Oktober gesehen hat.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 07.01.2020, 16.45 Uhr