Suche nach vermisstem Mädchen in Guxhagen
Auf der Fulda suchten Rettungskräfte am Montag nach dem Mädchen. Bild © Michael Przibilla/hr

Die Suche nach einer Fünfjährigen im nordhessischen Guxhagen ist am Montagabend vorerst eingestellt worden. Die Polizei hat wenig Hoffnung, das Mädchen noch lebend zu finden.

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Bis zum Sonnenuntergang haben Polizei und Rettungskräfte am Montag nach einer vermissten Fünfjährigen in Guxhagen (Schwalm-Eder) gesucht. Dann wurde die Suche wegen zunehmend schlechter Lichtverhältnisse abgebrochen. Am Dienstag solle neu bewertet werden, wie es mit der Suche weitergehen soll, sagte ein Polizeisprecher.

14,5 Kilometer Flusslauf abgesucht

Am frühen Montagabend waren noch Hubschrauber in der Luft, die das Gebiet absuchten. Taucher wurden nicht mehr eingesetzt. Die Hoffnung, das Kind noch zu finden, schwinde.

Die Einsatzkräfte hatten am Montag vor allem in der Fulda und am Ufer des Flusses nach dem Kind gesucht, wie ein Polizeisprecher sagte. "Es wurden insgesamt 14,5 Kilometer Flusslauf der Fulda abgesucht."

Das Mädchen war am Sonntag gegen 15.30 Uhr verschwunden. Es hatte sich zuvor mit seiner Familie auf einem Spielplatz nahe des Fuldaufers in Guxhagen aufgehalten, um dort seinen fünften Geburtstag zu feiern.

280 Einsatzkräfte an Land und im Wasser

Rund 280 Polizisten und Feuerwehrleute hatten bereits am Sonntag versucht, die Fünfjährige zu finden. Dabei waren Boote auf dem Fluss und Taucher im Wasser im Einsatz, unterstützt von der DLRG.

Die Suche im Fluss war dadurch erschwert worden, dass das Wasser nach Regenfällen trüb war, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei am Montag. Hinweise auf eine Straftat gebe es bislang nicht, doch auch in diese Richtung werde ermittelt, sagte ein Polizeisprecher.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Fünfjährige wird in der Fulda gesucht

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Auch zwei Hubschrauber mit Wärmebildkameras suchten die Umgebung ab. Mit Rettungshunden versuchten die Einsatzkräfte, das Mädchen in den angrenzenden Wohn- und Waldgebieten zu finden. Auch eine Bahnlinie und ein Tunnel wurden abgesucht, dafür wurde zeitweise der Bahnverkehr unterbrochen.

Der Bürgermeister von Guxhagen, Edgar Slawik (parteilos), sagte dem hr, es sei durchaus möglich, dass das Kind ins Wasser fiel. Die Strömung der Fulda sei derzeit stark, die Wassertemperatur liege bei etwa fünf Grad. Die Mutter sei mit Kaweyar und deren vier und sechs Jahre alten Geschwisterkindern auf dem Spielplatz gewesen.

Familienmitglieder helfen bei Suche

Das Mädchen habe laut Slawik eine Behinderung. Es könne nicht richtig sprechen und sich nicht orientieren. Man suche deswegen zusammen mit Familienmitgliedern, deren Stimme sie kennt, die Ortschaften in der Nähe ab - in der Hoffnung, die Fünfjährige habe sich nur versteckt und würde auf bekannte Stimmen reagieren. Die Eltern wurden zudem von Seelsorgern betreut.

Die Polizei beschreibt das Kind als 1,20 Meter groß mit braunen, halblangen Haaren. Es trage eine blaue Hose und ein pinkes T-Shirt.

Erinnerung an Fall Aref

Das Verschwinden von Kaweyar erinnert an den Fall Aref. Der Fünfjährige war Anfang April 2016 von einem Spielplatz in Wanfried (Werra-Meißner) verschwunden und wurde bis heute nicht gefunden. Möglicherweise ist er in die Werra gefallen und ertrunken.

Nach seinem Verschwinden war intensiv nach dem Jungen gesucht worden. Neben der Suche mit einem Hubschrauber und Booten war auch der Wasserstand in einem Teil des Flusses abgesenkt worden. Die Polizei schloss zunächst auch "einen strafrechtlichen Hintergrund" nicht aus. Es gibt in diesem Fall aber keine neuen Erkenntnisse, wie die Polizei am Montag sagte.