Bildkombo Fluchtfahrzeug Bank

Nach der versuchten Sprengung eines Geldautomaten in Lauterbach sitzen drei Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Bei dem Einsatz fielen auch Schüsse durch die Polizei.

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Schuss nach versuchter Geldautomatensprengung
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Nach der versuchten Sprengung eines Geldautomaten an einer Bankfiliale in der Vogelsberg-Kreisstadt Lauterbach ist gegen die drei festgenommenen Tatverdächtigen vom Haftrichter Haftbefehl erlassen worden, wie der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Freitagabend auf Anfrage mitteilte.

Beantragt wurden die Haftbefehle wegen versuchter Herbeiführung einer Sprengstoff-Explosion und wegen versuchten schweren Bandendienbstahls. Ob noch weitere Personen hinter der Tat stecken, sei noch Gegenstand der Ermittlungen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Georg Ungefuk.

Polizei gibt Schüsse ab

Bei dem Einsatz in der Nacht zum Donnerstag fielen auch Schüsse durch die Polizei auf das Fluchtauto. Die Beamten seien von einer Gefahr ausgegangen, so Ungefuk. Bei der Verfolgung des Fluchtfahrzeugs sei dann erfolgreich auf einen Reifen geschossen worden, um das Auto stoppen zu können. Beschossen worden seien die Einsatzkräfte laut LKA nicht. Verletzt worden sei niemand.

Der Vorfall ereignete sich gegen 3.15 Uhr an der Volksbank-Filiale im Ortsteil Maar. Die Polizei vereitelte nach eigenen Angaben durch ihr schnelles Eintreffen am Tatort die versuchte Sprengung. Das Trio wollte den Automaten mit einem Gasgemisch aufsprengen, wie die Ermittler erklärten.

Bei den Festgenommenen handelt es sich um drei polizeibekannte Männer. Sie sind 20, 21 und 23 Jahre alt und stammen unter anderem aus Südhessen, wie das LKA in einer Mitteilung berichtete.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Versuchte Geldautomatensprengung in Lauterbach

Patronenhülsen liegen auf dem Boden nach einem Polizei-Einsatz in Lauterbach
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Auch Zivilfahnder im Einsatz

Nach Angaben des Präsidiums in Fulda waren Zivilfahnder und uniformierte Beamte im Einsatz. Möglicherweise beobachteten sie die Täter bereits. Zeugen zufolge kreiste auch ein Polizeihubschrauber am Himmel. Die Ortsdurchfahrt von Lauterbach-Maar war zwischenzeitlich gesperrt.

In Hessen ging die Zahl der Geldautomatensprengungen - im Gegensatz zum bundesweiten Trend - zuletzt stark zurück, wie das Landeskriminalamt auf Anfrage mitteilte. Nachdem im Jahr 2019 insgesamt 53 Taten registriert wurden, waren es im vergangenen Jahr nur noch 29. Dabei seien nur fünf Aktionen für die Täter erfolgreich verlaufen.

Zehn Taten im laufenden Jahr

Im laufenden Jahr gab es laut LKA zehn Fälle. Nur zweimal konnten die Täter Geld erbeuten. Das LKA hat im Jahr 2019 für solche Delikte ein Ermittler-Team eingerichtet. "Die Ermittlungsgruppe 'Schwere Bandenkriminalität' konnte seit ihrer Befassung mehrere Tatserien erkennen und zahlreiche Tatverdächtige festnehmen, wie auch im aktuellen Fall", sagte eine LKA-Sprecherin auf Anfrage von hessenschau.de