Mann trinkt unter sengender Sonne aus einer Wasserflasche
Der Wasserbedarf ist groß, doch das Wasser ist knapp. Bild © picture-alliance/dpa

Die Brunnen sind leer, doch der Wasserverbrauch übertrifft alle Rekorde: Das Versorgungsunternehmen Hessenwasser kann nach eigenen Angaben nicht mehr alle Anfragen der Kommunen sofort bedienen. Im Taunus droht den Gemeinden Trinkwassernotstand.

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Rund 418.000 Kubikmeter Wasser seien am Montag verbraucht worden, so viel wie nie zuvor in der Geschichte des Unternehmens, sagte ein Sprecher des Versorgungsunternehmens Hessenwasser am Mittwoch. "Damit wurde sogar der Rekord vom Juli 2015 deutlich übertroffen." Die Konsequenz: Hessenwasser kann nach eigenen Angaben derzeit nicht alle Lieferanfragen der Kommunen sofort bedienen.

Hessenwasser ist die größte Wasserbeschaffungsgesellschaft in Hessen. Sie ist zuständig für den Ballungsraum Rhein-Main und rund 2,2 Millionen Menschen. Gesellschafter sind mehrere kommunale Versorgungsunternehmen.

Autowaschen könnte mit Bußgeld geahndet werden

Die Stadt Steinbach im Taunus hat inzwischen ihre Bürger eindringlich zum Wassersparen aufgefordert und angekündigt, im Bedarfsfall den Trinkwassernotstand auszurufen. Dann kann ein verzichtbarer Wasserverbrauch, etwa zum Autowaschen, mit Bußgeld geahndet werden.

Auch in Grävenwiesbach (Hochtaunus) sind die Einwohner gehalten, Wasser zu sparen. Ein technischer Defekt hatte am Dienstag zum Ausfall eines Tiefbrunnens geführt und die wegen der Hitze ohnehin angespannte Lage zusätzlich verschärft. Der Landkreis konnte zwischenzeitlich mit Tankwagen aushelfen, doch der Appell zum Wassersparen gilt weiter.

Bislang halten sich die rund 2.800 Bürger der Gemeinde wohl auch daran. "Das hat alles bislang sehr gut geklappt", sagte Bürgermeister Roland Seel (CDU) am Mittwoch hessenschau.de. "Die Bürgerinnen und Bürger sind sehr diszipliniert."

Sogar der Fußball leidet

Auch die Stadtwerke in Friedrichsdorf (Hochtaunus) teilten mit, die Wasserversorgung der Stadt sei gefährdet. Die Bevölkerung solle daher darauf verzichten, Grünflächen zu wässern oder Schwimmbecken zu füllen. Mit den Fußballvereinen sei eine wesentliche Reduzierung der Sportplatzberegnungen vereinbart.

Angespannt ist die Lage außerdem in den Hochtaunuskreis-Städten Oberursel und Königstein sowie in Kelkheim (Main-Taunus). Die Vogelsberg-Gemeinde Ulrichstein wird bereits seit Wochen mit Tanklastern voller Wasser beliefert.

Im großen und ganzen bleibt es trocken

Entspannung ist nicht in Sicht. Zwar sollen den Meteorologen zufolge am Donnerstag gebietsweise Schauer und Gewitter auftreten, zum Teil auch wieder mit Unwetterpotenzial. Doch selbst da, wo Regen fällt, dürfte er kaum die leeren Reservoirs auffüllen. Und schon für Freitag und das Wochenende heißt es wieder: Es bleibt trocken.

Sendung: hr-iNFO, 08.08.2018, 19.00 Uhr