Tote Fische
Woran sterben die Fische in einem Dietzenbacher Weiher? Bild © hr

Was ist mit den Fischen in einem Dietzenbacher Angelweiher passiert? Tausende Kadaver trieben in den vergangenen Tagen auf der Wasseroberfläche. Die Ursache bleibt rätselhaft.

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hs

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Hechte, Aale, Karpfen, Zander - kaum eine Fischart im Weiher an der Messenhäuser Straße in Dietzenbach (Offenbach), die derzeit nicht von dem Massensterben betroffen ist. Auch Weißfische schwimmen tot an der Oberfläche, wie Jürgen Weisser, der Vorsitzende des örtlichen Angelsportvereins, berichtet.

Auch ein toter Vogel wurde gefunden

Vergangenen Mittwoch waren die ersten toten Fische entdeckt worden, seitdem wurden es immer mehr. Auch ein verendeter Wasservogel wurde gefunden. Insgesamt hat der Verein schon tausende Kadaver aus dem Wasser geholt. Nicht nur Jungtiere, auch große Exemplare seien unter den Opfern.

Allein der Grund für das Massensterben bleibt im Dunkeln. "Wir haben alles Mögliche untersucht", sagt der Hobbyfischer ratlos. Sowohl am Zu- als auch am Ablauf sowie im Gewässer selbst seien erste Analysen durchgeführt worden. Es weise aber nichts auf eine erkennbare Verunreinigung des Wassers hin.

"Da blutet einem das Herz"

Hände halten toten Junghecht
Auch dieser junge Hecht fiel dem Fischsterben zum Opfer Bild © Burghard Wittekopf

Die Fische selbst zeigen auf den ersten Blick ebenfalls keine Anhaltspunkte. Die Kiemen der Tiere ließen keine Rückschlüsse auf eine Sauerstoffarmut zu, sagt Weisser. Die Fische wiesen auch keine Verpilzungen auf.

Dann entdeckt er wieder einen toten Fisch und holt ihn mit einem Kescher aus dem Wasser. Es ist ein junger Hecht. "Da blutet einem das Herz", sagt der Sportangler. Minuten später ist es ein großer Karpfen, den Weisser birgt. Bitter sei, dass mit dem Tod großer Fische auch dessen potenzieller Nachwuchs verloren gehe, erklärt Weisser.

Zufluss zum Weiher vorerst geschlossen

Die Kreisverwaltung Offenbach ist eingeschaltet, hat aber ebenfalls noch keine Antwort. "Bei ersten Messungen haben sich keine Auffälligkeiten im Wasser gezeigt", sagt Pressesprecherin Ursula Luh. So sei etwa der ph-Wert völlig normal gewesen. Weiterführende Untersuchungen stehen noch aus.

Wie also lässt sich dem rätselhaften Massentod Einhalt gebieten? "Als erste Maßnahme haben wir erstmal den Zufluss zum Weiher geschlossen", so Luh. Das Gewässer wird von einem Bachlauf gespeist. Es sei nicht auszuschließen, dass die Ursache von dort komme. Andererseits gebe es auch dafür keine gesicherten Anhaltspunkte.

Analysen und Echolot sollen Aufschluss geben

Die Angler setzen ihre Hoffnungen jetzt auf die Experten der Uni Gießen und des Fischereiverbandes. Sie sollen mit ihren Möglichkeiten die Wasserproben noch genauer analysieren. Und die Zeit drängt. Denn der Schaden geht für die Angelsportler schon jetzt in die Tausende.

Der Verein will auch von sich aus tätig werden. "Wir werden mit Boot und Echolot mal schauen, ob da Unregelmäßigkeiten im Wasser sind", sagt Weisser. So seien in dem Weiher schon mal Tresore aus Einbrüchen oder anderer Schrott entsorgt worden. Könnte ja sein, dass auf dem Grund des Weihers irgendetwas liegt, das das Wasser vergiftet: "Das ist aber alles nur Spekulation."