Die Waldrodungen für den umstrittenen Ausbau der A49 von Kassel nach Gießen werden von heftigem Protest begleitet. Verfolgen Sie alle aktuellen Entwicklungen im Ticker.

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    Zunehmende Gewalt: Gründe und Lösungsansätze

    Seit Wochen stehen sich A49-Gegner und Polizisten täglich gegenüber. Im Kampf gegen die Rodung des Waldes nimmt die Gewalt immer weiter zu. Beide Seiten rüsten auf, die Ausbaugegner mit Feuerwerk und Stahlkugeln, die Polizei mit mehr Einsatzkräften und schwerem Gerät. Die hessenschau wirft im Beitrag einen Blick auf die aktuelle Entwicklung und erklärt, welche Lösungsansätze Konfliktforscher und Kirchenvertreter sehen.

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  • Polizeibilanz: Pyrotechnik, Eier und aufwendige Räumung in 40 Metern Höhe

    Bei der Räumung des Dannenröder Forsts sind Einsatzkräfte am Samstag nach eigenen Angaben von einem Baumhaus aus mit Eiern beworfen. Auch Pyrotechnik sei gezündet worden. Verletzt wurde laut Polizei niemand. Aufwändig gestaltete sich die Räumung einer Plattform in rund 40 Metern Höhe. Eine Ausbaugegnerin, die sich in einer Kanzel befand, sei von speziell ausgebildeten Einsatzkräften in Sicherheit gebracht worden, teilte die Polizei Gießen am Abend mit. Weitere Ausbaugegner seien aus umliegenden Bäumen auf den Boden geholt worden.

    Im Laufe des Tages wurden laut Polizei 70 Personen in Gewahrsam genommen. Weiterhin wurden 18 Ermittlungs- und 55 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet und 92 sogenannte Platzverweise ausgesprochen, hieß es in einer Bilanz am Abend.

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    Bündnis aus Fraktionen und Kirchenvertretern ruft zu Gewaltverzicht auf

    Ein Bündnis aus den Landtagsfraktionen von CDU, Grünen und SPD sowie Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche in Hessen appellieren gemeinsam, auf Gewalt bei den Protesten im Dannenröder Forst zu verzichten. "Wir haben unterschiedliche Positionen zur A49. Uns eint der Appell: Gewalt ist kein Mittel der politischen Auseinandersetzung", heißt es in dem am Samstag veröffentlichten Aufruf.

    Man sehe mit Sorge, dass sich der Protest in den letzten Wochen verändert habe. "Zu den friedlichen, kreativen, bunten Formen des Protests treten zunehmend Menschen, die erklären, zu allem bereit zu sein – ohne Rücksicht auf die eigene und die Gesundheit anderer." Alle seien aufgerufen, sich von dieser Form des Widerstands zu distanzieren. "Gewaltfreiheit muss der Konsens des Protests sein." Nur dann könne von legitimen und friedlichen Protesten ein starkes Zeichen ausgehen.

  • Weitere Demos rund um Dannenrod und in Berlin

    Unter dem Motto "Hoffnung für Morgen – Wie schützen wir unsere Natur?" rief die Initiative "Familien für den Danni" am Mittag in Dannenrod zu einer Demonstration auf. Die Polizei zählte um die 100 Teilnehmer. Etwa ein Drittel davon seien Kinder gewesen, sagte ein Sprecher. Weitere musizierende Ausbaugegner hätten ebenfalls an verschiedenen Orten im Wald demonstriert.

    In Berlin protestierten Teilnehmer einer Fahrraddemo gegen eine Verlängerungen der dortigen Stadtautobahn A100 und den Weiterbau der A49.

    Fahrradfahrer fahren bei einer Demonstration von Umweltschützern und linken Gruppen gegen die Verlängerungen der Berliner Stadtautobahn A100 in Treptow und der A49 in Hessen.
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    Grüne Jugend protestiert im Dannenröder Forst

    Die Grüne Jugend und Vertreter des BUND haben bei einer Protestaktion am Samstag im Dannenröder Forst einen Räumungsstopp im Wald gefordert. Nachdem die erste Blockade am frühen Morgen von der Polizei aufgelöst worden sei, hätten am Vormittag erneut um die 20 Menschen an einer Sitzblockade teilgenommen, erklärte die Bundessprecherin der Grünen Jugend, Anna Peters. Die Aktion sei soweit friedlich verlaufen. Auch der Polizei waren zunächst keine Zwischenfälle bekannt.

    Für den Lückenschluss der A49 sollen insgesamt rund 85 Hektar Wald gerodet werden, 27 davon im Dannenröder Forst. Gegner lehnen das bereits genehmigte Verkehrsprojekt aus Klimaschutzgründen ab. Die Befürworter erhoffen sich weniger Verkehrsbelastung und eine bessere Straßenanbindung.

    Beamte haben am Samstag wieder Demonstranten weggetragen.
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    Einbetonierter Ausbaugegner abgeseilt, 54 Menschen in Gewahrsam

    Im Dannenröder Forst hat die Polizei am Freitag die Räumung eines größeren Baumhauscamps fortgesetzt. "Die Situation insgesamt ist ruhig, trotz allem sehr komplex für unsere Kollegen", sagte eine Sprecherin am Nachmittag. Einige Umweltschützer harrten in etwa 20 Metern Höhe aus. Ein Ausbaugegner hatte seinen Arm in einer Art Betonblock verankert und wurde von Einsatzkräften abgeseilt.

    Laut den Beamten wurden am Freitag 54 Menschen in Gewahrsam genommen und 13 Ermittlungs- sowie 42 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Außerdem sprach die Polizei 56 Platzverweise aus. Mehrere Versammlungen von Ausbaugegnern am Abend endeten friedlich, wie es hieß.

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    Acht Festnahmen nach Abseilaktionen an A7 und A485

    Nach den Abseilaktionen von A49-Gegnern ist die am Morgen gesperrte A7 bei Kassel seit dem Mittag wieder frei. Die Feuerwehr brachte zwei Ausbaugegnerinnen, die sich von einer Brücke abgeseilt hatten, mit einer Drehleiter sicher zu Boden. Beide kamen in Gewahrsam. Auch auf der A485 bei Gießen rollte der Verkehr am frühen Nachmittag wieder. Drei Aktivisten sowie drei mutmaßliche Unterstützer wurden laut Polizei festgenommen, vier kamen wieder auf freien Fuß.

    Mit einer Drehleiter holte die Feuerwehr zwei Frauen von einer Brücke an der A7 bei Kassel.
  • Feuer bei Forstbetrieb: Polizei prüft Zusammenhang mit Protesten

    Nach einem Feuer in einem Forstbetrieb prüft die Polizei einem Sprecher zufolge einen möglichen Zusammenhang mit den Protesten gegen den A49-Ausbau. In Grebenau-Bieben (Vogelsberg) hatte in der Nacht zum Freitag ein Teil der Holzfassade eines Bürogebäudes gebrannt. Verletzt wurde niemand, der Schaden soll im unteren sechsstelligen Bereich liegen. Die Polizei schließt Brandstiftung nicht aus. Im Internet tauchte ein angebliches Bekennerschreiben auf, in dem der Firma, einem Forstdienstleister, eine Beteiligung an den Rodungsarbeiten vorgeworfen wird. Zur Echtheit des Schreibens machte die Polizei zunächst keine Angaben.

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    Tausende Überstunden der Polizei durch A49-Einsatz

    Wegen der Einsätze bei den Protesten gegen den A49-Weiterbau fallen bei der Polizei laut Innenministerium tausende Überstunden an. Sie sollen einem Sprecher zufolge wie bisher an zwei Stichtagen im Frühjahr und im Herbst ausbezahlt werden. Laut Ministerium sind an größeren Einsatztagen rund 2.000 Polizisten vor Ort. Die meisten davon kämen aus Hessen. Es beteiligten sich aber fast alle Bundesländer.

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    Ausbaugegnerin nach Tritten gegen Polizisten in U-Haft

    Eine am Donnerstag festgenommene Ausbaugegnerin sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Gießen wirft ihr nach Mitteilung vom Freitag unter anderem versuchten Totschlag vor. Die Frau soll auf einem Baum in etwa 15 Metern Höhe einem Beamten mehrfach gegen den Kopf getreten und einem anderen ihr Knie ins Gesicht gerammt haben. Die Polizisten hatten versucht, sie von dem Baum herunterzuholen. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft wären sie dabei fast abgestürzt. Die Identität der Frau ist noch nicht geklärt. Sie hatte bei ihrer Festnahme keine Papiere bei sich und macht zu ihrer Person keine Angaben.

  • Räumungsaktion geht weiter, Aktivist einbetoniert

    Im Dannenröder Forst setzt die Polizei die Räumungsaktion auch am Freitag fort. Die Beamten demontieren nach und nach weitere Baumhäuser, die sich teilweise in 10 bis 15 Metern Höhe befinden.

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    Ein Bagger reißt ein Baumhaus ein.
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    Ein Aktivist hatte sich einbetoniert, die Polizei konnte ihn aber bereits befreien und aus dem Wald bringen.

    Polizisten befreien einen Aktivisten, der sich einbetoniert hat.
  • Polizeipräsident: Keine Rodungspause im Advent

    Mittelhessens Polizeipräsident Bernd Paul hat sich gegen einen Rodungsstopp im Dannenröder Forst ausgesprochen. Unter anderem die evangelische Kirche hatte einen Stopp an den Adventssonntagen gefordert. Auf die Idee jetzt die Rodungen anzuhalten, um zur Besinnung zu kommen, würde er nicht kommen, sagte Paul dem Sender Hit Radio FFH. Damit werde der Einsatz nur noch weiter verlängert. Er wollte "mit der gebotenen Gründlichkeit und Sicherheit die Rodungen abschließen", damit die Einsatzkräfte noch vor Weihnachten zurück zu ihren Familien können. 

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    Mehrere Abseilaktionen in Hessen - Autobahnen gesperrt

    An vielen Stellen in Deutschland haben sich am Freitagmorgen A49-Ausbaugegner und -gegnerinnen von verschiedenen Autobahnbrücken abgeseilt und Transparente aufgehängt. Auch in Hessen fanden Aktionen statt. In Kassel seilten sich Personen von einer Brücke an der A7 ab, ebenso an der A485 bei Gießen. Die Polizei war vor Ort und sperrte die Autobahnen zeitweise komplett. Außerhalb von Hessen gab es ähnliche Aktionen an der A2 bei Braunschweig, der A4 bei Dresden und Jena und der A7 bei Schleswig.

    Das Bündnis "Autofrei" erklärte, mit der Aktion bei Kassel wolle man "Druck auf die Landesregierung" ausüben, um den Ausbau der A49 und die Rodungen im Dannenröder Forst zu stoppen. Zudem setzten sich die Aktivisten für eine nachhaltige Verkehrswende ein und fordern "einschneidende Maßnahmen zu Lasten der Automobilindustrie", wie es in der Mitteilung heißt.

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    Polizei räumt Camp, 29 Ausbaugegner in Gewahrsam

    Die Polizei hat nach Angaben vom Abend das Camp im Norden des Dannenröder Forsts geräumt. Mehrere Personen, die sich in Bauten in mehreren Metern Höhe befanden, seien sicher zu Boden gebracht worden. Die Beamten sprachen von etwa einem Dutzend Gebilden, die "massiv und sehr komplex" erstellt worden seien. Gegen einen Ausbaugegner auf einer Seiltraverse, der einem Beamten mehrfach gegen den Kopf getreten haben soll, wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Eine weitere Person auf einer Plattform habe ein spitzes Metallteil an einem Seil gegen Einsatzkräfte geschleudert. Insgesamt nahm die Polizei 29 Personen in Gewahrsam. Es wurden sieben Ermittlungs- und 29 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Die B62 wurde voll gesperrt. Sie soll am Freitag zum Teil wieder freigegeben werden.

  • Auswirkungen auf Verkehr: Wer profitiert vom A49-Ausbau?

    Die einen hoffen durch die A49 auf Entlastung, die anderen befürchten noch mehr Verkehr vor ihrer Tür. Wir haben einen Blick auf die Argumente von Befürwortern und Gegnern sowie auf Verkehrsprognosen bezüglich dem umstrittenen Autobahnausbau geworfen.

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    Großes Protestcamp im Norden zur Hälfte geräumt

    Die Polizei ist nach eigener Einschätzung bei der Räumung eines großen Protestcamps im Norden des Dannenröder Forsts ein großes Stück vorangekommen. Rund die Hälfte der Baumhäuser und Barrikaden seien beseitigt oder unbrauchbar gemacht worden. "Wir sind auf einem guten Weg und machen morgen weiter", sagte ein Polizeisprecher am Abend auf Anfrage von hessenschau.de.

    Die Polizei hatte am Donnerstagmorgen begonnen, eines der größten Protestcamps der Waldbesetzer zu räumen. Dort befanden sich zu Einsatzbeginn allein mehr als ein Dutzend Baumhäuser, die zum Teil in großer Höhe angebracht sind. Eine Sprecherin von Gegnern des A49-Ausbaus sagte, das Camp gehöre zum «Herz des Widerstandes» gegen die Rodungen im Dannenröder Forst.

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    SPD verurteilt Angriffe gegen die Polizei

    Die SPD hat der Polizei für ihren Einsatz im Dannenröder Forst den Rücken gestärkt und Mitgefühl gezeigt. Der Einsatz der Beamten sei "nicht nur anstrengend, er ist auch unglaublich gefährlich", befand der parlamentarische Geschäftsführer der Landtagsfraktion, Günter Rudolph, anlässlich einer Diskussion im Innenausschuss.

    Dabei habe Innenminister Peter Beuth (CDU) berichtet, welchen Gefahren die Polizisten ausgesetzt seien. "Hier geht es unter anderem um einbetonierte Barrikaden, eingegrabene Nägelbretter, den Einsatz von Pyrotechnik, unübersichtliche Seilkonstruktionen, bis zum Bewerfen mit Exkrementen", sagte Rudolph: "Dieses Verhalten ist völlig inakzeptabel und kann mit nichts legitimiert werden."

    Rudolph forderte die Landesregierung auf, eine Sonderzulage für die Einsatzkräfte zu prüfen. Durch den Einsatz im Forst und coranabedingte Erschwernisse sei die Polizei überbelastet. "Wir erwarten, dass die Landesregierung aufgrund dieser außergewöhnlichen Belastungssituation eine Sonderzulage prüft, um der besonderen Leistung insbesondere der hessischen Polizei Rechnung zu tragen."

    SPD-Fraktionschefin Nancy Faeser erklärte via Twitter, sie sei bereits selbst im Dannenröder Forst gewesen. "Ich habe Polizisten getroffen, die sehr besonnen agierten. Es macht mich wütend, wenn sie nicht nur Beleidigungen ertragen, sondern sogar Angriffe auf ihr Leben fürchten müssen. Das ist durch nichts zu rechtfertigen."

  • Evangelische Pröpste rufen zu Gewaltlosigkeit auf

    Die evangelischen Pröpste für Oberhessen und Marburg, Matthias Schmidt und Helmut Wöllenstein, rufen angesichts der jüngsten Auseinandersetzungen im Dannenröder Forst dazu auf, "Gewalthandlungen sofort zu stoppen". Die meisten Demonstrierenden seien friedlich, so Schmidt. Allerdings befänden sich in dem Waldstück auch Menschen, die wiederholt Polizisten mit Pyrotechnik und Steinen angegriffen hätten. "Das ist völlig inakzeptabel." Polizisten seien "Bürgerinnen und Bürger in Uniform", die im staatlichen Auftrag ihren Dienst versähen. "Ihre Würde und körperliche Unversehrtheit ist von allen Beteiligten unbedingt zu achten."

    Zugleich erklärte Wöllenstein, sehr viele Polizisten legten bei den Baum-Räumungen "ein hohes Maß an Geduld, Professionalität und Humanität" an den Tag. "Es gab allerdings auch Situationen, in denen nach unserer Beobachtung diese Haltungen gefehlt haben." Als Vertreter der Kirche sprächen er und Schmidt sich gegen jegliche Form der Gewalt und Unverhältnismäßigkeit aus. "Der gezielte Schutz von Würde, Leib und Leben der Demonstrierenden muss gewährleistet sein", so Wöllenstein.

  • Tritt gegen Kopf eines Polizisten

    Bei der Räumung eines Protestcamps im Dannenröder Forst ist es am Donnerstag zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen Polizisten und einer Person aus dem Lager der Waldbesetzer in großer Höhe gekommen. Sie habe während des Einsatzes in etwa zehn Metern Höhe einem Polizisten gegen den Kopf getreten. Das Geschehen sei unter anderem in einem Livestream gezeigt worden. Wie die Polizei meldete, leitete sie ein Strafverfahren ein.

  • Waldbesetzer mit Betonklotz am Arm

    Ein Demonstrant im Dannenröder Forst hat seinen Arm in einem Betonklotz fixieren lassen. Die Polizei beförderte den Waldbesetzer samt Anhängsel am Donnerstag bei Räumungsarbeiten von einem Baumhaus hinab. Danach machten sich die Einsatzkräfte daran, den Arm des Mannes aus dem Betonwürfel zu befreien. Am Nachmittag meldete die Polizei Vollzug.

    Demonstrant mit Betonklotz am Arm

    Wiederholt lassen sich Waldbesetzer Körperteile einbetonieren oder an Bäumen fixieren, um die Räumungsarbeiten der Polizei zu behindern und zu verzögern.

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    Mutmaßliches Bekennerschreiben zu Brandstiftung

    Mit einem anonymen Schreiben im Internet haben sich offenbar Waldbesetzer zur Brandstiftung an einer Baumaschine in Bad Hersfeld bekannt. Das Asphaltiermaschine stand in der Nacht zum Montag auf dem Gelände einer Baufirma in Flammen. Die Firma ist mit Arbeiten zum Weiterbau der A49 beauftragt.

    Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung. Man prüfe, ob das Bekennerschreiben von den wahren Tätern stamme, teilte sie am Donnerstag mit.

    In dem Schreiben steht: Die Baufirma sei "eine der Hauptverantwortlichen" für die aktuelle Zerstörung der Wälder auf dem Gebiet der geplanten Autobahntrasse. Der Brandanschlag sei die "Rache für die Zerstörung des Dannenröder Waldes". Auch die künftigen Bauarbeiten würden "nicht störungsfrei bleiben".

  • Waldbesetzer legen Seilkonstruktionen offen

    Der Polizei steht bei der Räumung eines der größten Camps im Norden des Dannenröder Forsts ein kniffliger Einsatz bevor. Denn in dem Baumhaus-Dorf sind etliche Seile gespannt, die mit Warnungen versehen sind. Darauf heißt es sinngemäß: Wenn ein Seil durchschnitten wird, stürzt ein Waldbesetzer aus den Bäumen in die Tiefe. Lebensgefahr!

    Damit es zu keinen weiteren Unfällen kommt, haben Waldbesetzer ihre Netz an Seilverbindungen gegenüber der Polizei offengelegt. Damit wollen die Besetzer verhindern, dass ihre Mitstreiter verletzt werden. Ein Polizeisprecher versicherte: Die Spezialkräfte schauten sich genau an, was sie an Seilen durchtrennten. Sie gingen vorsichtig vor, damit niemand zu Schaden komme.

    In den vergangenen Tagen gab es Unfälle oder Beinahe-Abstürze von Waldbesetzern im Dannenröder Forst. Diese Zwischenfälle sorgten für eine Verschärfung des Konflikts zwischen Polizei und Demonstranten.

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    Polizei beginnt mit Räumung von XXL-Protestcamp

    Räumung in einem der größten Baumhaus-Dörfer der Waldbesetzer im Dannenröder Forst.

    Die Polizei hat am Donnerstag mit der Räumung eines der größten Protestcamps von Waldbesetzern im Norden des Dannenröder Forsts begonnen. Ziel ist es, Demonstranten aus Baumhäusern, von Baumgestellen oder von zwischen Bäumen gespannten Seilen herunterzuholen, wie ein Sprecher sagte.

    Es könnte für die Polizei ein anspruchsvoller Einsatz werden. Denn in dem Camp befinden sich allein 13 Baumhäuser. Viele sind in großer Höhe angebracht, bis zu 20 Meter hoch in den Bäumen. Rund 30 Aktivisten sollen sich im Camp aufhalten. Eine Sprecherin von A49-Gegnern sagte, das Camp gehöre zum "Herz des Widerstandes" gegen die Rodungen.

    Die Einsatzkräfte sind mit mehreren Hebebühnen und vielen Kletter-Experten aus Höheninterventionsteams angerückt. Erste Räumungen seien bislang ohne Zwischenfälle gelungen. Die Polizei nahm einige Baumbesetzer in Gewahrsam. Es ist der 17. Tag des Großeinsatzes im Dannenröder Forst. Wald-Areale sollen für den Weiterbau der A49 gerodet werden.

  • Polizeibilanz: 38 Personen in Gewahrsam, 38 Platzverweise

    Am Mittwoch hat die Polizei im Dannenröder Forst 38 Personen in Gewahrsam genommen, fünf Ermittlungs- und 34 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet und 38 Platzverweise ausgesprochen. Das teilte sie am Abend in ihrer Tagesbilanz mit. Die Einsatzkräfte erlebten demnach einen weitgehend friedlichen Protest gegen die Baumaßnahmen. Zwei Beamte wurden bei einem Arbeitsunfall verletzt. Ausgehobene Gräben und Barrikaden behinderten erneut die Baumaßnahmen.

    Nach erneuten schweren Vorwürfen von Umweltaktivisten gegen Einsatzkräfte ruft die Polizei die Aktivisten auf, Anzeigen zu stellen und sich zu ihren Tatvorwürfen konkret zu äußern. Andernfalls trügen solche Aussagen der Umweltschützer nur dazu bei, "die Polizei in ein schlechtes Licht zu rücken und die Debatte zu verunsachlichen".

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    Polizei-Gewerkschaft beklagt Eskalation des Konflikts

    Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat sich über den Einsatz im Dannenröder Forst beklagt. Mittlerweile habe der Konflikt mit den Waldbesetzern eine neue Eskalationsstufe erreicht. Die Gefahr für Leib und Leben sei groß. Die Aktivisten seien extrem gewaltbereit und gefährlich. Sie schreckten auch nicht davor zurück, bewusst Straftaten zu begehen und nähmen auch in Kauf, dass Menschen verletzt oder gar auch getötet werden. Die Beamten würden "massiv angegriffen, beschimpft, bespuckt, mit Farb- und Kotbeuteln beworfen".

    Dass wiederum der Polizei von Waldbesetzern vorgeworfen werde, Gewalt anzuwenden und Menschen zu gefährden, sei nicht mehr hinnehmbar. Die Polizei warnte auch: Im Internet werde anonym massiv zur Gewalt gegen die Polizei aufgerufen. Der Dannenröder Forst solle nach dem Willen gewalttätiger Ausbaugegner "internationaler Schauplatz gewalttätiger Auseinandersetzungen" unter dem Deckmantel des Umweltschutzes werden.

    Weitere Kritik der Gewerkschaft: Die Einsatzkräfte "vermissen politischen Rückhalt in den immer stärker eskalierenden Auseinandersetzungen". Sie fordert ein Bekenntnis im Landtag zum Polizeieinsatz. Zudem müsse es für die Beamten Zählbares "in Form von Zusatzurlaub oder Sonderprämien" geben.