Die Waldrodungen für den umstrittenen Ausbau der A49 von Kassel nach Gießen werden von heftigem Protest begleitet. Verfolgen Sie alle aktuellen Entwicklungen im Ticker.

  • Polizei nimmt Aktivisten in Gewahrsam

    Die Polizei hat nach hr-Informationen Aktivisten im Herrenwald in Gewahrsam genommen. Auf Twitter hatte die Polizei zuvor angekündigt, dass Aktivisten den Herrenwald bis 9 Uhr verlassen sollten. Das geschah offenbar nicht freiwillig.

    Polizeisprecherin Sylvia Frech sagte, dass Umweltaktivisten am Donnerstag vor allem "passiven Widerstand" geleistet hätten. Sechs von acht Baumhäusern seien im Herrenwald bis Donnerstagabend geräumt worden. Auf Twitter hatten Aktivisten am Freitagmorgen allerdings schon die Wiederbesetzung gefeiert.

    #Herrenwald Wir sprechen gerade mit den Menschen, die sich noch in und auf den Bäumen im abgesperrten Bereich befinden. ▶ Aus Sicherheitsgründen ist es notwendig, dass der Bereich bis 9 Uhr verlassen wird ◀ #Dannenroeder #A49 #DannenroederForst

    [zum Tweet mit Bild]

  • A49-Ausbau - Streit um den Wald

    Worum geht es nochmal bei den Protestaktionen, warum wird gerodet? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zum A49-Ausbau hier zusammen gefasst. Gestern starteten Rodung und Räumung der Camps der Aktivisten im Herrenwald.

    Auch im einige Kilometer entfernten Dannenröder Forst haben Aktivisten Baumhäuser gebaut. Als "Danni" ist der Dannenröder Forst zum Symbol der Umweltaktivisten geworden, ähnlich wie der ebenfalls "Hambi" - der Hambacher Forst in Nordhrein-Westfalen, der ebenfalls von Baumhaus-Aktivisten besetzt worden war.

    Die Karte zeigt die Autobahnen A 49 und A5 und den geplanten "Lückenschluss" dazwischen.
  • Räumpanzer vorgefahren - Sägen starten

    In der Nähe des Herrenwaldes hat unser Kollege Jörn Perske einen Räumpanzer gesichtet. Unsere Reporterin Anna Spiess berichtet währenddessen, dass die Sägen gestartet wurden für die Rodung. Am Donnerstag hatte die Baugesellschaft Deges mit schwerem Gerät angefangen, Bäume im Minutentakt zu fällen. Hier geht zu einer Zusammefassung des Großeinsatzes am Donnerstag. Für Freitag werden weitere Räumungen der Baumhäuser von Aktivisten erwartet.

    Räumpanzer am Herrenwald Dannenröder Forst
  • Top-Thema

    Hessische Landesvertretung in Berlin besetzt

    +++ Eil +++ zusammen mit #FridaysForFuture aus Berlin und @AntiKohleKidz haben wir die Landesvertretung von Hessen besetzt. Wir fordern: Rodungsstopp jetzt! #Dannibleibt

    [zum Tweet mit Bild]

    Aktivisten der "Anti Kohle Kidz" und Fridays For Future haben symbolisch die Hessische Landesvertretung in Berlin besetzt. Auf dem Plakat steht: "Danni bleibt". Währenddessen machen sich am Herrenwald bei Stadtallendorf (Marburg-Biedenkopf) die Polizisten bereit für den nächsten Tag der Räumung - und der Proteste.

  • Die hessischen Grünen in der Kritik

    Nicht nur im Wald ging es am Donnerstag zur Sache, auch im Landtag in Wiesbaden war der Dannenröder Forst Thema. Zuständig für das Bauprojekt ist der grüne Verkehrsminister Tarek Al-Wazir. Dafür musste er sich einiges anhören: Vor dem Gebäude kritisierten Umweltschutzgruppen die hessischen Grünen dafür, ihre Ideale zu verrate, obwohl selbst die Bundespartei einen Baustopp fordert.

    Drinnen gab es Schelte von allen Parteien, außer dem Koalitionspartner CDU. "Früher wären die Grünen nicht nur in den Wald gegangen, sie wären geblieben und hätten Baumhäuser gebaut. Das ist erbärmlich", sagte der Linken-Abgeordnete Jan Schalauske. Hier geht es zur Zusammenfassung der Debatte zum Nachlesen.

  • Ruhige Nacht nach Protesten

    Nach den massiven Protesten am Donnerstag verlief die Nacht rund um den Dannenröder Forst und den Herrenwald ohne besondere Vorkommnisse. Die Polizei berichtet von einer ruhigen Lage in den von Aktivisten besetzten Waldgebieten bei Stadtallendorf (Marburg-Biedenkopf). Dort hatte am Donnerstag die Rodung für den umstrittenen Lückenschluss der A49 begonnen. Begleitet von massiven Protesten und einem noch größeren Polizeiaufgebot fielen die ersten Bäume. Heute soll es weitergehen.

  • Top-Thema

    Fridays for Future will "Frankfurt lahmlegen"

    Die Frankfurter Sektion von "Fridays for Future" (FFF) hat wegen der Räumungen am Dannenröder Forst für Freitag, 12 Uhr, zu einer Spontandemo in der Stadt aufgerufen. Unter dem Motto "Danni verteidigen, Frankfurt lahmlegen", wolle man sich um 12 Uhr an der Bockenheimer Warte treffen, teilte FFF Frankfurt am Donnerstagabend über Twitter mit.

    +++ EIL +++ Morgen 12:00 Spontandemo anlässlich der Rodung des #DannenröderForst . DANNI VERTEIDIGEN - FRANKFURT LAHMLEGEN! 🔥 KOMMT ALLE! ✊

    [zum Tweet mit Bild]

  • Aktivistin Rackete glaubt an Erfolg

    Prominente Unterstützung erhielten die Aktivisten von der bekannten Klimaschutzaktivistin und Menschenrechtlerin Carola Rackete, die am Donnerstag ebenfalls im Dannenröder Forst vor Ort war. Als Naturschutz-Ökologin halte sie es für ein "Unding", dass ein gesunder Mischwald für eine Autobahn abgeholzt werde, sagte die 32-Jährige im Gespräch mit dem hr. Dies sei mit den Klimaschutzzielen von Paris unvereinbar.

    Es sei wichtig, mit dem Anliegen der Ausbaugegner möglichst viele Menschen zu erreichen, um ein Umdenken herbeizuführen und das Ausbauprojekt noch politisch zu stoppen. Dafür sehe sie gute Chancen. Rackete erlangte internationale Bekanntheit, als sie im Juni 2019 als Kapitänin des Schiffs "Sea-Watch 3" im Mittelmeer mehr als 50 aus Libyen kommende Flüchtlinge aus Seenot rettete und ohne Genehmigung italienischer Behörden den Hafen der Insel Lampedusa anlief.

    Carola Rackete beim hr-Interview im Dannenröder Forst
  • 70 Blockierer, hunderte Beamte

    Die Polizei hat am späten Nachmittag eine positive Bilanz des ersten Rodungstages gezogen. Man sei mit dem Einsatz zufrieden, sagte eine Sprecherin. Im großen und ganzen sei alles friedlich abgelaufen. Laut Polizei waren mehrere hundert Kräfte im Einsatz. Die Polizei nahm von rund 70 Menschen, die sich an Blockaden beteiligten, die Personalien auf. Die Rodungsarbeiten für den A49-Ausbau sollen am Freitag bei Tagesanbruch fortgesetzt werden. Die Polizei geht davon aus, dass einige Aktivisten die Nacht über im Wald bleiben. Auch die Beamten wollen - in geringerer Stärke - vor Ort sein.

  • Feierabend, wenn die Dunkelheit kommt?

    Manche Verteidiger des Waldes hängen noch hoch oben in den Bäumen, sie von dort abzuseilen kostet die Polizei viel Zeit. Bald geht die Sonne unter, einige Aktivisten haben bereits angekündigt, dann erstmal Feierabend machen zu wollen und sich in den Wald zurückzuziehen.

    Danneröder Forst
  • Sechs Festnahmen, 13 Platzverweise

    Bisher wurden sechs Aktivisten festgenommen, 13 erhielten einen Platzverweis, sagte eine Polizeisprecherin dem hr. Von insgesamt 70 Personen seien die Personalien festgestellt worden. Ein Platzverweis bedeute allerdings nicht, dass die Betroffenen am Freitag nicht mehr in den Dannenröder Forst kommen könnten, hieß es von der Polizei.

  • FFF-Demo am Sonntag im Dannenröder Forst

    Aktivisten der Friday-for-Future-Bewegung (FFF) wollen am Sonntag im Dannenröder Forst demonstrieren. Das hat die Klimaaktivistin Luisa Neubauer per Twitter angekündigt. Es sei ein "Wahnsinn", dass man 2020 Ökosysteme gegen Rodungsaufträge einer schwarz-grünen Regierung verteidigen müsse, schrieb sie. Neubauer gilt als eine der Hauptorganisatoren von Fridays for Future in Deutschland.

    Am Sonntag protestieren wir im Dannenröder Wald. Kommt mit & vergesst eure Masken nicht. Ich kann nicht glauben, dass wir im Jahr 2020 ernsthaft Ökosysteme gegen Rodungsaufträge einer Schwarz-*Grünen* Regierung verteidigen müssen. Was ein Wahnsinn. Bis Sonntag. #DanniBleibt

    [zum Tweet]

  • Keine Räumungen nachts und am Wochenende

    Die Polizei hat bei ihrem Einsatz im Herrenwald bis zum Donnerstagnachmittag zwei Baumhäuser entfernt. Deren Besetzer sind unterdessen auf andere Bäume geklettert. Die Räumung soll noch bis zum Einbruch der Dunkelheit fortgesetzt werden, kündigte ein Polizeisprecher an. In den Nächten und am kommenden Wochenende fänden keine Räumungen und keine Rodungsarbeiten statt.

  • Aktivisten kündigen Verstärkung im Herrenwald an

    Die Gegner des A49-Ausbaus wollen mehr Mitstreiter mobilisieren, um sich vor Ort gegen die Rodungen im Herrenwald zu stellen. Es würden am Donnerstag und Freitag weitere Menschen in den Herrenwald kommen, kündigten die Aktivisten gegenüber dem hr an. Es sollten aber auch noch genügend im Dannenröder Forst bleiben für den Fall, dass auch dort mit Rodungen begonnen werde.

  • Linke stellt Antrag im Landtag

    Die Linke hat im Landtag einen Antrag eingereicht, um den Dannenröder Forst zu retten. Darin fordert die Partei, den Weiterbau der A49 zu stoppen. Noch heute Nachmittag soll nach Angaben der Linken über den Antrag im Parlament diskutiert werden.

    Heute ab 16.10 Uhr diskutiert der Hessische Landtag über einen Antrag von @LinkeLTGHessen "Wer Straßen sät, wird Verkehrernten“ – kein Weiterbau der #A49#DannenröderWald erhalten –Verkehrswende durchsetzen, um Menschen und Klima zu schützen– #waldstattasphalt . @JSchalauske

    [zum Tweet]

  • Aktivisten singen und skandieren

    Die angespannte Stimmung ist etwas gewichen. Die Aktivisten, die wie auch die Medienvertreter die Räumung beobachten, singen und skandieren. Gern gesungen: "Eure Kinder werden so wie wir." Einzelne Aktivisten, die auf Bäume klettern, werden von der Menge beklatscht.

    Einige als Clowns verkleidete A49-Gegner kommen den Polizisten nahe, blödeln vor ihnen herum und interviewen sie mit einer Möhre in der Hand als Mikro. "Wieso bist du eigentlich Polizist geworden?"

    Teilweise haben sich die Aktivisten als Clowns verkleidet.
  • "Tageslicht spielt eine Rolle"

    Die Polizei rechnet damit, dass der Einsatz mit Einbruch der Dunkelheit für heute beendet sein wird. "Das Tageslicht spielt eine Rolle", sagte Sprecherin Sylvia Frech dem hr. Unklar ist, ob auch die Fällarbeiten mit Einbruch der Dunkelheit beendet sein werden.

  • Polizei holt Aktivisten von A5-Brücke

    Auch an der A5-Brücke bei Alsfeld ist jetzt ein Hubwagen im Einsatz: Die Polizei holt damit in diesen Minuten die beiden Aktivisten runter, die sich an Seilen an die Brücke gehängt hatten.

    Hubwagen an der A5-Brücke
  • Der Umgang wird rauer

    Vereinzelt durchbrechen Aktivisten eine Polizeikette vor der Baumhaus-Räumung, werden aber sofort gestellt, unsanft zu Boden gebracht und weggetragen. Die Stimmung wird nervöser. Es kommt zu Wortgefechten zwischen Beamten und Pressefotografen.

    Der Umgang wird rauer.
  • Aktivisten hängen noch immer an Brücke

    Noch immer hängen zwei Aktivisten an Seilen an einer Brücke über der A5 bei Alsfeld. Sie haben dort Banner gegen den Ausbau der A49 aufgehängt. Die Autobahn ist derzeit in beide Richtungen gesperrt. Richtung Norden staut sich der Verkehr auf 15 Kilometern, Richtung Süden sind es aktuell neun.

    Zwei Aktivisten hängen an Seilen von einer A5-Brücke bei Alsfeld.
  • Top-Thema

    Polizei reißt Baumhäuser ein

    Die Räumung der Baumhäuser hat begonnen: Die Polizei fährt mit einem Hubwagen in die Baumkronen hinein. Ein Beamter auf der Hebebühne reißt eines der Baumhauser hinunter. Eine Matratze und weitere Aufbauten der Behausung stürzen ebenfalls in die Tiefe.

    Eingerissenes Baumhaus

    Die Aktivisten in benachbarten Häusern quittieren die Polizei-Maßnahmen mit Geschrei. Angesichts stürzender Äste und Bäume schlagen Aktivisten am Boden betroffen die Hände vors Gesicht. "Das kann doch nicht wahr sein", ist zu hören.

    Die Polizei rückt mit einem Hubwagen gegen die Baumhäuser vor.
  • Bislang keine Angriffe auf Polizisten

    Der gesamte Polizei-Einsatz sei heute weitgehend friedlich verlaufen, sagte Polizeisprecherin Sylvia Frech dem hr. Es habe lediglich "passiven Widerstand" gegeben und keine tätlichen Angriffe auf Beamte. Die A49-Gegner hätten sich den Einstzkräften lediglich in den Weg gestellt.

  • Sieben Baumhäuser im Visier der Polizei

    Die Polizei konzentriert sich aktuell auf die Räumung von sieben Baumhäusern an zwei verschiedenen Standorten im Herrenwald. Das bestätigte Polizeisprecherin Sylvia Frech dem hr. Mit Hubwagen und Kletterern versucht die Polizei, die Aktivisten aus den Behausungen in den Bäumen zu holen.

  • So viel Wald wird heute gerodet

    Die Waldarbeiter konzentrieren sich aktuell auf die Gebiete des Herrenwalds, in denen sie nicht auf Gegenwehr stoßen. Dort läuft die Rodung ungebremst. Ein einziger "Harvester" kann am Tag bis zu einem Hektar Wald roden, das entspricht etwa der Fläche von 1,5 Fußballfeldern. Derzeit sind drei davon im Einsatz. Sie können sich selbst ausrechnen, wie viel Waldfläche bis heute Abend verloren gegangen sein wird. Der Planungsstab für den Ausbau der A49 hat angekündigt, heute "richtig Meter" machen zu wollen.

    Harvester im Herrenwald
  • Top-Thema

    Polizei kümmert sich jetzt um Baumhäuser

    Ein Hubwagen ist nahe einiger Baumhäuser eingetroffen. Die Polizei versucht aktuell die Aktivisten zum Aufgeben zu bewegen. Sie werden gebeten herunterzukommen. Letzte Warnung, heißt es bei einer eindringlichen Durchsage. Kletterer vom sogenannten Höheninterventionsteam sind ebenfalls eingetroffen und bereiten sich auf ihren Einsatz vor.

    Die Demonstranten in den Bäumen begleiten die Szene mal mit Geschrei, mal mit Gesang. Einige Waldbesetzer klettern aus ihren Behausungen noch höher in die Baumkronen, um es den Beamten schwerer zu machen.

    Ein Hubwagen nähert sich den Baumhäusern