Nach dem Beginn der Waldrodungen für den Ausbau der A49 von Kassel nach Gießen wird auch der Protest gegen das umstrittene Autobahnprojekt immer lauter. Verfolgen Sie alle aktuellen Entwicklungen im Ticker.

  • Fahrraddemos gegen A49-Weiterbau

    Mit weiteren Fahrrad-Demonstrationen wollen sich Umwelt- und Klimaschützer für eine Verkehrswende und gegen den Weiterbau der Autobahn 49 stark machen. Unter dem Motto "Fahrrad fahr’n statt Autobahn – Verkehrswende jetzt und überall – Danni bleibt" wollen die Teilnehmer jeweils nach Auftaktkundgebungen ab Gießen (10.00 Uhr) und ab Kassel (9.00 Uhr) bis zum Dannenröder Forst bei Homberg/Ohm radeln, wo Baumfällarbeiten für das Verkehrsprojekt anstehen. Dort soll es auch eine Abschlusskundgebung geben. Die Demonstranten wollen dann auch über einen bereits fertiggestellten Abschnitt der A49 fahren. Aufgerufen zu den Fahrrad-Demonstrationszügen hat ein Bündnis gegen den Weiterbau der Autobahntrasse.

  • Top-Thema

    Straßenbaufirma Deges: Bereits mehr als 50 Hektar Wald gerodet

    Das Straßenverkehrsunternehmen Deges hat rund einen Monat nach Beginn der Rodungen für den Weiterbau der A49 eine Zwischenbilanz gezogen. Auf 53 Hektar seien gebietsübergreifend Bäume gefällt worden, berichtete die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) am Freitag. Im Herrenwald bei Stadtallendorf seien 43,5 von 47 Hektar gerodet worden. Es verbleiben nur noch kleinere Restflächen. Auch im Maulbacher Wald seien Fällarbeiten für die zukünftige Autobahntrasse auf einer Fläche von 3,5 Hektar erfolgt. Zudem sei im nördlichen Trassenbereich jenseits des Herrenwalds gerodet und sechs Hektar bearbeitet worden. Neben Restflächen stehen nun noch 27 Hektar im Danneröder Forst an. Die Fällarbeiten würden derzeit vorbereitet und sollen bis zum Ende der Rodungssaison Ende Februar abgeschlossen sein.

  • Linke fordert Ende des Polizei-Einsatzes

    Die Linken-Fraktion im Landtag fordert die Einstellung aller polizeilichen Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Weiterbau der A49. Grund seien die steigenden Corona-Fallzahlen. Die Fraktion werde am Samstag einen entsprechenden Antrag in der Sondersitzung des Landtags stellen, hieß es in einer Pressemitteilung.

    Außerdem zweifelt die Fraktion an der "Zuverlässigkeit der Vorgehensweise der Planfeststellungsbehörde in Wiesbaden". Ein neues Gutachten belege Mängel in Bezug auf die Sicherung des Grund- und Trinkwassers in der Region. Die Fraktion forderte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) daher auf, die Rodungen und Räumungen für die A49 auszusetzen.

  • Waldbesetzer kündigen im Dannenröder Forst entschlosseneren Widerstand an

    Die Waldbesetzer und Gegner des A49-Ausbaus haben rund einem Monat nach dem Beginn der Rodungsarbeiten "noch entschlosseneren Widerstand" für die Zukunft angekündigt. Wenn die Arbeiten nach Rodungen im Herrenwald und Maulbacher Wald dann auch im Dannenröder Forst fortgeführt werden, wollen die Aktivisten noch stärker dagegenhalten. "Die Besetzung im Danni ist sehr gut ausgebaut und beschützt – der Widerstand wird hier größer und bestimmter sein, als in den Wäldern zuvor, in denen die Besetzungen meistens erst ein paar Wochen alt waren", schrieb das Presseteam in einer am Freitag verbreiteten Mitteilung. Der bisherige Protest habe aber gezeigt, dass man "mit direkten Aktionen Arbeiten erfolgreich verzögern und behindern könne". Die Waldbeschützer kritisieren, dass Profit-Interessen über den Klimaschutz gestellt würden. Zudem werde rücksichtslos ein gesundes Ökosystem zerstört.

  • Aktivisten protestieren in Lauterbach

    Gegner des A49-Ausbaus haben am frühen Freitagmorgen eine Protestaktion vor der Kreisverwaltung in Lauterbach (Vogelsberg) gestartet. Die Aktivisten stapelten Baumstämme vor dem Eingang und hingen Plakate auf. Ihre Botschaft: Wald statt Asphalt. Am Wochenende sind rund um den Dannenröder Forst und den Herrenwald weitere Aktionen geplant.

    Proteste gegen A49-Ausbau
  • Kassel: Gericht verbietet Fahrraddemo auf Autobahnen

    Das Verwaltungsgericht Kassel hat am Donnerstag entschieden, dass eine für Freitag angekündigte Fahrraddemo von Fridays For Future nicht über die A49 und die A7 fahren darf. Die Stadt Kassel hatte die Nutzung der Autobahnen untersagt, das Gericht stützte nun diese Entscheidung: Die Stadt sehe "zu Recht eine Gefährdung von Leben und Gesundheit anderer Verkehrsteilnehmer", heißt es in der Mitteilung des Gerichts.

    Durch die Sperrung der Autobahn entstünde laut dem Verwaltungsgericht die Wahrscheinlichkeit, dass sich Staus bilden - und damit steige die Gefahr von Auffahrunfällen. Außerdem seien die Streckenabschnitte wegen Baustellen nicht geeignet, es gebe durch die aktuellen Sperrungen rund um Kassel ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Zuletzt hatte es nach einer Abseilaktion von einer Autobahnbrücke einen schweren Unfall gegeben, bei ähnlichen Aktionen kam es immer wieder zu langen Staus.

    Die Route der Demonstration sollte ursprünglich am Auestadium beginnen, dann auf die B3 und A49 bis zum Kreuz Kassel Mitte und von dort aus über die A7 und zurück in die Stadt führen. Laut dem Verwaltungsgericht bezieht sich die Entscheidung nur auf die Demonstration am Freitag, am Samstag sind ebenfalls Fahrraddemonstrationen auf der A49 angemeldet.

    Der Sprecher von Fridays For Future Kassel, Cedrick Büchling, sagte dem hr, man werde in die zweite Instanz gehen, um auf der A49 fahren zu dürfen. Es gebe aus vielen Gründen Staus auf Autobahnen, die Demonstration sei eine angemeldete Aktion, anders als die unangemeldeten Abseilaktionen. Dass die A7 nicht befahren werde, sehe Fridays For Future ein, aber zur A49 - um die es bei den Protesten geht - gebe es sehr wohl Ausweichrouten für Autos.

  • Attac protestiert gegen Grüne

    Ein grüner Verkehrsminister, der den Ausbau der A49 umsetzt: Dafür erntete die Partei am Mittwoch nicht nur vor der Berliner Zentrale deutlichen Protest, sondern auch in Hessen. Vor dem Landtag in Wiesbaden griffen Attac-Aktivisten, die sich als Polizisten verkleidet hatten, symbolisch Demonstranten mit Papp-Kettensägen an. Auf ihren Uniformen war das Logo der Grünen angebracht.

    Attac protestiert in Wiesbaden gegen A49-Ausbau

    Außerdem hängte die Organisation in verschiedenen hessischen Städten rund 150 nachgeahmte Partei-Plakate auf. Sie zeigen unter anderem Polizisten, die Aktivisten zwischen gefällten Bäumen aus dem Dannenröder Forst tragen, darüber der Schriftzug "Grün regiert".

  • Rechtsanwältin kritisiert U-Haft für Aktivisten

    Die Frankfurter Rechtsanwältin und stellvertretende Vorsitzende des Frankfurter Anwaltsvereins, Waltraut Verleih, hält die Untersuchungshaft gegen die Aktivisten nach den Abseilaktionen von Autobahnen für nicht gerechtfertigt. Zum einen sei der Verkehr wegen der Höhe, in der die Menschen an den Brücken hingen, nicht beeinträchtigt worden. Die Autofahrer seien durch die Demonstranten nicht an der Weiterfahrt gehindert worden, sagte Verleih der Nachrichtenagentur dpa. Zum anderen dürfte eine Prüfung der Beweggründe ergeben, dass keine Verwerflichkeit der Tat vorliege.

    Aus Sicht Verleihs sind auch weder Flucht- noch Verdunklungsgefahr als mögliche Haftgründe gegeben: Die Aktivisten hätten ihre Bindungen im Dannenröder Forst. "Wohin sollten sie also fliehen?", so die Rechtsanwältin. Zudem gebe es eine Menge Bilder von der Tat, damit sei das objektive Geschehen gesichert und eine Tataufklärung möglich. Es dränge sich daher eher der Eindruck auf, dass es sich bei der Untersuchungshaft um "eine vorweggenommene Bestrafung" handele, sagte Verleih.

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    Neun Umweltaktivisten nach Abseilaktionen in Hessen in U-Haft

    Nach mehreren Abseilaktionen von Autobahnbrücken im Rhein-Main-Gebiet sind gegen elf Gegner des Weiterbaus der Autobahn 49 Haftbefehle wegen Nötigung erlassen worden. Dies sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Mittwoch. Gegen zwei Umweltaktivisten seien diese gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden. Neun Personen seien in Untersuchungshaft.

    Die elf Aktivisten hatten sich am Montag den Ermittlungen zufolge von Brücken an den Autobahnen 3, 5 und 661 abgeseilt. Mit den Aktionen hatten sie gegen den Weiterbau der A49 in Mittelhessen protestiert, für den Bäume im Herrenwald bei Stadtallendorf (Marburg-Biedenkopf) gefällt werden. Rodungsarbeiten stehen auch im Dannenröder Forst bei Homberg/Ohm an. Die Abseilaktionen hatten im morgendlichen Berufsverkehr für kilometerlange Staus gesorgt.

  • A49-Gegner demonstrieren an Grünen-Parteizentrale

    Gegner des Weiterbaus der A49 haben am Mittwochmorgen an der Parteizentrale der Grünen in Berlin protestiert. Einigen Aktivisten gelang es, mit einer Leiter auf einen Balkon des Hauses zu steigen. Dort entfalteten sie ein Transparent "Autopartei? Nein Danke". Die Grünen sind in Hessen an einer Regierungskoalition mit der CDU beteiligt.

    Demonstranten stehen vor der Bundesgeschäftsstelle von Bündnis 90/Die Grünen. Am Morgen besetzten Umweltschützer die Bundeszentrale der Partei. Damit wollen sie gegen den Bau der Autobahn A49 in Hessen protestieren.
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    Vier A49-Gegner in U-Haft

    Nach den Abseilaktionen an mehreren Autobahnen im Rhein-Main-Gebiet kommen vier Gegner des Weiterbaus der A49 in Untersuchungshaft. Die Personen hätten sich in etwa vier Metern Höhe abgeseilt "und dadurch absichtlich Vollsperrungen im Berufsverkehr" verursacht, teilte Nadja Niesen, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt mit.

    Gegen die Beschuldigten sei wegen dringenden Verdachts der Nötigung Haftbefehl beantragt worden. Die Staatsanwaltschaft sehe den Haftgrund der Fluchtgefahr, "da die Beschuldigten die Feststellung ihrer Identität vereiteln". Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollten am Dienstag insgesamt elf Aktivisten dem Haftrichter vorgeführt werden. Details zu den übrigen Aktivisten wurden am Abend zunächst nicht bekannt.

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    Elf Haftbefehle nach Abseilaktion beantragt

    Die Staatsanawaltschaften Frankfurt und Wiesbaden haben Haftbefehle gegen insgesamt elf Personen beantragt, die an der Abseilaktion von drei Brücken im Rhein-Main-Gebiet beteiligt waren. Das teilten die Behörden am Dienstag mit.

    Der Vorwurf lautet auf Nötigung und versuchten gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. Zudem bestehe Fluchtgefahr, da die Beschuldigten die Feststellung ihrer Identität verweigern. Die Polizei hatte bei der Aktion am Vortag 30 Aktivisten in Gewahrsam genommen.

    In einer vorherigen Version dieser Meldung war von 15 Personen die Rede, gegen die Haftbefehl beantragt wurde. Es sind aber tatsächlich nur elf. Die falsche Zahl resultiert aus dem Umstand, dass beide Staatsanwaltschaften parallel Mitteilungen verschickt hatten. Die Staatsanwaltschaft Wiesbaden sprach von vier Personen, die Frankfurter Staatsanwaltschaft von elf. Es war zunächst unklar, dass die Frankfurter Staatsanwaltschaft bereits alle Haftbefehle zusammengefasst hatte.

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    Strafverfahren gegen 19 Aktivisten

    Nach den gefährlichen Abseilaktionen von A49-Gegnern an drei Autobahnbrücken müssen voraussichtlich 19 Aktivistinnen und Aktivisten mit Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Nötigung rechnen. Das habe eine erste Bewertung durch die Staatsanwaltschaften in Frankfurt und Wiesbaden ergeben, teilte die Polizei am Abend mit. Insgesamt 30 Personen waren vorübergehend in Gewahrsam genommen worden.

    Im Stadtallendorfer Stadtteil Niederklein blockierten laut Polizei am Morgen 15 Demonstranten eine Kreuzung. Die B62 wurde für einen angemeldeten Demonstrationszug gesperrt. Die Versammlung wurde aber wegen der Blockade von den Behörden vorzeitig aufgelöst. Gegen die Blockierer seien ebenfalls Ermittlungsverfahren wegen Nötigung eingeleitet worden.

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    Al-Wazir appelliert: Keine gefährlichen Aktionen

    Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hat an alle Gegner des Weiterbaus der A49 appelliert, auf Gewalt und gefährliche Aktionen zu verzichten. "Wer sich von Autobahnbrücken abseilt, bringt sich und andere in höchste Gefahr", erklärte er am Montag mit Blick auf die Protestaktion am Morgen. Friedlicher Protest sei Teil der demokratischen Auseinandersetzung, teilte Al-Wazir mit. "Gewalt und gefährliche Aktionen hingegen können niemals Teil der politischen Diskussion sein."

    Er sei "fassungslos", dass der Protest nach dem schlimmen Unfall Mitte Oktober erneut über gefährliche Abseilaktionen zum Ausdruck gebracht worden sei. "Ich habe dafür kein Verständnis", teilte der Minister mit. "Das Demonstrationsrecht ist ein Grundrecht - aber es ist keine Lizenz, Leben und Gesundheit von anderen aufs Spiel zu setzen."

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    Minister verurteilt "Angriff auf Infrastruktur"

    Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) hat die erneuten Abseilaktionen gegen den Weiterbau der Autobahn 49 am Montag im Rhein-Main-Gebiet als "gezielten Angriff auf die Infrastruktur" kritisiert. Die Aktivisten gefährdeten Menschenleben, "um ihre radikale Gesinnung kundzutun". Laut Beuth stehen die Aktionen außerhalb des demokratischen Konsenses und erfüllen Straftatbestände.

    Kritik kam auch von anderen Politikern. Der Idsteiner SPD-Landtagsabgeordnete Marius Weiß schrieb auf Twitter: "Wenn das jetzt neuer Volkssport wird, sollten wir schauen, ob die bisherigen Strafen für so einen gefährlichen Irrsinn ausreichen." CDU-Landtagsfraktionschefin Ines Claus befand: "Aus dem letzten Schwerverletzten haben die sogenannten A49-Aktivisten leider nichts gelernt." Von "lebensgefährdendem Extremismus" sprach die AfD.

    Auch der Hessische Industrie- und Handelskammertag bezog Stellung: "Wir sehen mit Sorge, dass der Protest zunehmend in weitere Teile der Wirtschaft und des Verkehrs eingreift. Damit schaden diese Aktionen dem Wirtschaftsstandort Hessen." Am Morgen hatten A49-Gegner die zentrale Autobahnen A3, A5 und A661 durch abgesprochene Abseilaktionen von Brücken blockiert und im Berufsverkehr lange Staus produziert.

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    Polizei am Herrenwald mit Steinen beworfen

    Am Herrenwald ist die Polizei offenbar mit Steinen beworfen worden. Auf Twitter schreibt die Polizei Mittelhessen, dass Personen aus dem Wald getreten seien und Steine in Richtung der Einsatzkräfte geworfen hätten. Anschließend seien die Steinewerfer wieder im Wald verschwunden.

    #Herrenwald ⚠️Steinwürfe auf Einsatzkräfte⚠️ Personen treten aus dem Wald, werfen Steine in Richtung der Einsatzkräfte und ziehen sich unmittelbar danach in den Wald zurück. #Dannenroeder #A49 #Dannenroederforst

    [zum Tweet]

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    Aktivisten seilen sich von drei Autobahnbrücken ab

    Als Protest gegen den Weiterbau der A49 haben sich am Montag Umweltaktivisten von mehreren Autobahnbrücken im Rhein-Main-Gebiet abgeseilt und so für Beeinträchtigungen gesorgt. Zu einer Aktion kam es auf der A3 zwischen dem Wiesbadener Kreuz und Niedernhausen (Rheingau-Taunus). Weitere Abseil-Aktionen gab es nach Angaben der Polizei auf der A661 in Höhe Offenbach-Kaiserlei sowie auf der A5 nahe Neu Isenburg-Zeppelinheim (Offenbach).

    Die drei Autobahnen wurden in beide Richtungen gesperrt. Es kam zu längeren Staus im morgendlichen Berufsverkehr. Ein Polizeisprecher sagte, es habe den "Anschein abgesprochener Aktionen". Spezialkräfte der Höhenrettung müssten die Menschen von den Abseilposten holen, sagte der Sprecher, das könne eine Weile dauern.

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    1.500 Menschen demonstrieren gegen Rodungen

    Gegner des A49-Ausbaus haben am Sonntag ihre Proteste fortgesetzt. Rund 1.500 Personen bildeten am Mittag eine Menschenkette am Waldrand des Dannenröder Forsts. Die Landesregierung müsse die weiteren Rodungen stoppen, so die Forderung des Aktionsbündnisses Keine A49. Die Trasse, die unter anderem durch den Dannenröder Forst führen soll, müsse neu überdacht werden. Mit roten Bändern und roter Kleidung bildeten die Umweltschützer eine symbolische rote Linie, die nicht überschritten werden dürfe.

    Zu der Aktion am Sonntag hatten das Bündnis, die Nichtregierungsorganisation Campact und Fridays for Future aufgerufen. Weitere Rodungen fanden am Sonntag nicht statt. Eine Sprecherin des Aktionsbündnisses sagte, Aktivisten im Herrenwald hätten den Tag genutzt, um die Waldbesetzung dort auszubauen. Es werde erwartet, dass die Rodungen dort am Montag fortgesetzt würden.

    Frau mit Mundschutz steht in einer Menschenkette
  • Überwiegend ruhiger Tag für Polizei

    Nach Abschluss der Fällarbeiten im Bereich des Herrenwaldes am späten Samstagnachmittag hat die Polizei einen überwiegend ruhigen Einsatztag ohne besondere Vorkommnisse verzeichnet, wie sie in einer Mitteilung bekannt gab. Im Laufe des Tages habe sie erneut vereinzelt Barrikaden geräumt. Einige Personen hätten sich zudem im Gefahrenbereichen im Wald aufgehalten. Diese seien aber nach Ansprache der Polizei friedlich gegangen. Einige Personen wurden allerdings zur Identitätsfestellung in das Gewahrsam überführt.

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    Grüne debattieren A49-Standpunkt

    Auf der digitalen Landesmitgliederversammlung der hessischen Grünen ist über den Ausbau der A49 heftig diskutiert worden. Einige Parteimitglieder warfen der Parteispitze vor, sich zu wenig gegen das Autobahnprojekt zu wehren. "Unsere Partei wird geschwächt", war da zu hören, "vom Landesvorstand, der sich gerade wieder unglaubwürdig verhalten hat gegenüber den Naturschützern und gegenüber den Verbänden und Aktivisten. Und die Partei wird geschwächt durch Minister, die ihren Handlungsspielraum nicht vollständig ausschöpfen."

    Am Ende setzte sich die Parteispitze allerdings mit ihrem Antrag durch - mit 407 Ja- und 53 Nein-Stimmen bei 39 Enthaltungen. Darin distanzieren sich die Grünen inhaltlich von dem Bau der Autobahn, verweisen den Ball aber nach Berlin. Ein Antrag, der in letzter Konsequenz ein Koalitionsende gefordert hatte, wenn es zu keinem Rodungs-Moratorium kommt, konnte sich nicht durchsetzen.

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    Al-Wazir: "Autobahn, die ich nie bauen wollte"

    Auf der digitalen Mitgliederversammlung der hessischen Grünen ist am Samstag lebhaft über den Lückenschluss der A49 diskutiert worden. "Ich ärgere mich darüber, dass ich eine Autobahn fertigbauen muss, die ich nie bauen wollte", sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Aber nur der Bund könnte das Bundesprojekt stoppen, nicht ein Bundesland. Er verstehe alle, denen bei den Bildern von den Baumfällungen für die Autobahn "das Herz blutet".

    In einem Antrag unter anderem vom Landesvorstand sowie den Kreisverbänden Gießen und Schwalm-Eder hieß es: "Wir Grünen in Hessen halten den Bau der Bundesautobahn 49 auch weiterhin für falsch und explizit im Widerspruch zu unseren Vorstellungen einer ökologischen und klimafreundlichen Verkehrswende". Die hessischen Grünen stehen bei Umweltaktivisten in der Kritik, weil sie als Koalitionspartner in der schwarz-grünen Landesregierung das Verkehrsprojekt aufgrund der geltenden Gesetzeslage mittragen. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hatte am Samstag eine rechtliche Analyse veröffentlicht, wonach die schwarz-grüne Landesregierung die "Waldzerstörung" für die A49 noch stoppen könne.

    Tarek Al-Wazir
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    Greenpeace: Regierung kann Rodung stoppen

    Die schwarz-grüne Landesregierung in Hessen könnte die Rodungsarbeiten für den Ausbau der A49 noch stoppen. Zu diesem Schluss kommt eine rechtliche Analyse von Greenpeace, die am Samstag in Hamburg veröffentlicht wurde. Darin heißt es, noch seien wichtige umweltrechtliche Fragen offen, etwa wie sich der Bau der Autobahn samt der dafür nötigen Rodung auf das Grundwasser auswirke. Solange nicht nachgewiesen sei, dass das Wasserrecht eingehalten wird, könne die Landesregierung Rodung und Bau stoppen.

    Auch müsse die bereits vorliegende Baugenehmigung aus dem Jahr 2012, der sogenannte Planfeststellungsbeschluss, nicht zwangsläufig umgesetzt werden, sondern könne geändert werden. "Drei Dürresommer in Folge und Trinkwassernotstand auch in Hessen zeigen: Unsere Welt hat heute nichts mehr mit der zu tun, in der diese Autobahn geplant wurde. Darauf muss die Verkehrsplanung reagieren", sagte eine Sprecherin der Umweltorganisation. Greenpeace fordert zudem die Europäische Investitionsbank auf, Gelder für den umstrittenen A49-Ausbau zu stoppen. In einem Brief an die Spitze der Förderbank habe man darum gebeten, ein Darlehen von 264 Millionen Euro für das Projekt zu kündigen. Verschickt wurde das Schreiben bereits am Mittwoch.

  • Demo gegen A49 in Stadtallendorf

    Für Freitagnachmittag war in Stadtallendorf eine Aktion von Anwohnern gegen die A49 geplant. Die Demonstration sollte am Alten Bahnhof starten und nach einer Rundtour dort auch wieder enden. Es wurden laut Polizei rund 100 Teilnehmer erwartet.

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    Gegendemo gegen mögliche Raddemo geplant

    Sollte am Samstag in einer Woche wieder eine Raddemo gegen den Ausbau der A49 auf der Autobahn stattfinden, will eine Bürgerinitiative an diesem Tag eine Gegendemonstration starten. Wie Organisator Norbert Heller der HNA mitteilte, gebe es dafür bereits eine mündliche Zusage der Stadt. Die A49-Befürworter wollen sich demnach entlang der Bürgersteige der B3 in Kerstenhausen versammeln und ihre Interesse vertreten. Sollte die Raddemo gegen den Ausbau jedoch nicht stattfinden, will die Bürgerinitiative auch nicht auf die Straße gehen. "In Corona-Zeiten wollen wir nicht unnötig die Kräfte der Polizei fordern und die Gefahr eingehen sich anzustecken", erklärte Heller der HNA.

  • Polizei: Friedliche Demonstration

    Die Demonstration von 80 bis 90 A49-Ausbaugegnern auf der Bundesstraße 62 zwischen Kirtorf und Stadtallendorf am Donnerstagvormittag ist nach Polizeiangaben friedlich verlaufen. Während der Veranstaltung des Umweltschutzverbands BUND seien im Herrenwald einige Aktivisten auf Bäume geklettert, um die laufenden Rodungen zu verhindern oder zu verzögern. Auch ein Tripod - ein dreibeiniges Gestell - sei von Aktivisten besetzt worden. Einige Menschen, die sich dort eingehängt hatten, seien auf den Boden geholt und aus dem Sicherheitsbereich geführt worden, sagte ein Polizeisprecher.