Radfahrerin bei Regen

Dauerregen statt Hochsommer: Tief Bernd zieht derzeit mit Gewittern und heftigen Niederschlägen über Hessen. Die Schwerpunkte der Wassermassen sind dabei unterschiedlich verteilt. Die Hoffnung auf Besserung ist berechtigt.

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Bereits in der Nacht zum Dienstag regnete es sich in Teilen Hessens unermüdlich ein. 15 Liter pro Quadratmeter fielen durchschnittlich im Rhein-Main-Gebiet und in Südhessen vom wolkenverhangenen Himmel. Bensheim (Bergstraße) führte am Morgen die Liste der nassesten Orte mit 18 Litern an. Und so geht es auch weiter.

Unwetter und steigende Flusspegel

"Ganz trocken kommt kaum jemand durch den Tag", sagt hr-Meteorologe Ingo Bertram. Während im Süden und der Mitte Hessens im kompletten Tagesverlauf immer wieder teilweise kräftige Niederschläge erwartet werden, bleibt es im Norden und Osten am längsten trocken. Sogar die Sonne kann sich hier zunächst noch blicken lassen. Entsprechend unterschiedlich ist auch das Temperaturniveau mit 19 Grad im Taunus und 27 Grad im Nordosten an der Werra.

Gegen Nachmittag soll Tief Bernd dann aber auch den Norden erreichen und in Kombination mit den wärmeren Luftmassen für teils heftige Gewitter sorgen. "Dort sind dann auch Unwetter drin", erklärt Wetterexperte Bertram. Bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter seien in kurzer Zeit möglich. Das Hessische Umweltamt warnt deshalb vor einem Anstieg der Pegelstände an Flüssen. Vor allem im Werra- und Ulstergebiet werde ab Dienstag mit Überschreitungen der Meldestufen gerechnet.

Regenreicher Juli

Weniger Gewitter, dafür aber weiterhin viel Regen ist auch für den Mittwoch prognostiziert. Während der Schwerpunkt über Rheinland-Pfalz und dem südlichen Nordrhein-Westfalen enorme 100 Liter pro Quadratmeter bringen kann, sind in Hessen besonders die angrenzenden Gebiete rund um Westerwald und Upland betroffen. Aber auch im restlichen Bundesland seien laut Berechnungen verbreitet bis zu 20 Liter Regen zu erwarten, so Bertram. Mit 16 bis 21 Grad wird es zudem der kühlste Tag der Woche.

Der langjährige hessische Juli-Mittelwert von 80 Litern Regen dürfte in diesem Jahr jedenfalls um ein Vielfaches überboten werden. "Es könnte einzelne Orte geben, an denen diese Menge in den kommenden beiden Tagen erreicht wird", sagt der hr-Meteorologe. Bereits im bisherigen Juli-Verlauf liegt dieser Wert mit 58 Litern deutlich über dem Schnitt.

Hochsommer in Sicht?

Eine Wetterberuhigung ist erst ab Donnerstag in Sicht. Auch das Wochenende verspricht nachlassende Schauer und wieder deutlich steigende Temperaturen auf Werte bis 27 Grad. Ab der kommenden Woche könnte es dann erstmal vorbei sein mit dem wechselhaften Regenwetter. "Wenn es gut läuft, erwartet uns eine hochsommerliche Phase", sagt Bertram. Allerdings gebe es auf dem Weg dorthin noch einige Unsicherheiten.

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