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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found 13 Jahre Haft in Prozess zum Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach

Angeklagter vor dem Landegricht Wiesbaden

Ein Mann aus dem Rheingau-Taunus-Kreis soll seine Töchter und weitere Mädchen über Jahre schwer missbraucht haben, darunter auch ein Baby. Nun wurde er zu langer Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt.

Im Zusammenhang mit dem bundesweiten Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach verurteilte das Wiesbadener Landgericht am Montag einen 39-Jährigen aus dem Rheingau-Taunus-Kreis zu 13 Jahren Freiheitsstrafe sowie anschließender Sicherungsverwahrung. Das Gericht befand den Mann des schweren sexuellen Missbrauchs und des bandenmäßigen Beschaffens und der Verbreitung von Kinderpornografie schuldig.

Damit folgte das Gericht weitestgehend den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Diese hatte 13 Jahre und sechs Monate Haft sowie eine anschließende Sicherungsverwahrung gefordert. Die Verteidigung hatte auf acht Jahre und den Vorbehalt der Sicherungsverwahrung plädiert.

Vater missbrauchte vier Mädchen, darunter ein Baby

52 Taten wurden vom Gericht dem Urteil zugrunde gelegt. Insgesamt war der 39-Jährige vor dem Landgericht wegen sexuellen und schweren sexuellen Missbrauchs in 291 Fällen angeklagt. Das Gericht warf ihm vor, zwischen Januar 2014 und Oktober 2019 seine zwei leiblichen Töchtern, eine Stieftochter und eine ihrer Freundinnen sexuell missbraucht zu haben. Eines der Opfer war zum Tatzeitpunkt ein Baby.

Von den Taten erstellte der Mann Bilder und Videos, die er über verschiedene Chatgruppen verschickte. Im Prozess hat der Angeklagte die Taten gestanden.

Kinder bekommen Schmerzensgeld

Der Prozess wurde mit Rücksicht auf die betroffenen Mädchen unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt. Auch das Urteil wurde auf Antrag der Nebenklägerinnen und der Staatsanwaltschaft nicht öffentlich begründet. Den Töchtern des Angeklagten sprach das Gericht Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 beziehungsweise 13.000 Euro zu.

Ermittler im nordrhein-westfälischen Bergisch Gladbach hatten die Identität des 39-Jährigen ermitteln können, nachdem sie einen seiner Chatpartner identifiziert hatten. Dort war ein bundesweiter Kindesmissbrauchsskandal aufgedeckt worden.

Sendung: hr-iNFO, 02.11.2020, 12:30 Uhr