Wegen Mordes muss sich ein 27-Jähriger vor dem Landgericht Kassel verantworten. Er soll auf offener Straße einen Mann mit sieben Schüsse getötet haben. Der Angeklagte räumt die Tat ein - er will Stimmen gehört haben.

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Vor dem Landgericht Kassel muss sich sein Montag ein 27-Jähriger verantworten, dem das Gericht Mord vorwirft. Er soll im August vergangenen Jahres auf offener Straße sieben Mal auf einen 21 Jahre alten Mann geschossen und ihn tödlich verletzt haben.

Laut Staatsanwaltschaft habe er dabei "Arg- und Wehrlosigkeit seines Opfers bewusst" ausgenutzt, die Heimtücke ist ein Mordmerkmal. Die Schüsse trafen das Opfer an Hand, Oberkörper, Gesäß und Rücken, er starb noch am Tatort in der Nähe des Einkaufszentrums DEZ.

Angeklagter: Unter Drogen gestanden

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Prozessauftakt: 21-Jähriger mit sieben Schüssen getötet

Aktenstapel beim Prozess gegen einen 27-Jährigen
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Der mutmaßliche Täter flüchtete, die Polizei nahm ihn später in seiner Wohnung fest. Die beiden kannten sich und hatten offenbar schon zuvor Konflikte gehabt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, aus "nichtigem Anlass" getötet zu haben. Außerdem besaß er keine waffenrechtliche Erlaubnis.

Der 27-Jährige zeigte sich beim Prozessauftakt teils geständig, er räumte die Schüsse ein. Allerdings ließ er seinen Verteidiger eine mehrere Seiten lange Erklärung vorlesen, in der er bestritt, die Schüsse geplant zu haben. Das Opfer habe ihn beleidigt. Außerdem habe der Angeklagte während der Tat unter Drogen gestanden und will "Geisterstimmen" gehört haben. Sein Verteidiger sagte am Montag dem hr, sein Mandant wolle im Prozess "Reue zeigen, es tut ihm unendlich leid".

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 11.05.2020, 16.45 Uhr