Zwei Menschen kamen bei dem Unfall am Wochenende im Frankfurter Ostend ums Leben - Kerzen und Blumen erinnern an die Getöteten.

Zwei Menschen kamen am Wochenende bei einem Unfall im Frankfurter Ostend ums Leben. Ein SUV-Fahrer hatte die Kontrolle über seinen Wagen verloren. Anwohner fordern jetzt Konsequenzen. Die Stadt reagiert.

Audiobeitrag

Audio

Audioseite Tödlicher Unfall im Frankfurter Ostend: Große Betroffenheit bei Anwohnern

SUV, dessen Fahrer in Frankfurt einen Unfall mit zwei Toten verursachte.
Ende des Audiobeitrags

Auch einige Tage nach dem tödlichen Autounfall im Frankfurter Ostend sind noch viele Anwohner fassungslos. Der Betonpfeiler des Hauses in der Oskar-von-Miller-Straße, gegen den das Unfallauto prallte, ist stark demoliert. Vor dem Pfeiler liegen jetzt Blumengestecke und Kerzen.

Am vergangenen Samstag kam dort ein Mann mit seinem Wagen von der Straße ab und überfuhr drei Menschen. Ein 61-jähriger Fußgänger und ein 27-jähriger Fahrradfahrer kamen dabei ums Leben. Eine weitere Fußgängerin wurde verletzt.

Anwohnerin: "Leute rasen hier den ganzen Tag"

"Ich finde es schrecklich, dass man hier als Passant oder Radfahrer nicht sicher ist", sagt Antonio Pantasis. Er wohnt direkt um die Ecke. "Die Leute rasen hier den ganzen Tag und vor allem auch nachts", sagt Waltraud Gräger. Auch sie wohnt nicht weit von der Unfallstelle entfernt.

Zwar sei die Ursache der tödlichen Kollision noch nicht abschließend geklärt. Laut Augenzeugen sei der Unfallverursacher aber sehr wahrscheinlich zu schnell unterwegs gewesen, so ein Polizeisprecher. An der Kreuzung zur Uhlandstraße habe der Fahrer am Samstagnachmittag sein Auto stark beschleunigt und anschließend in einer Kurve die Kontrolle verloren.

Online-Petition fordert Tempolimit und Blitzer

Es sei jetzt Zeit, endlich zu handeln, fordert Florian Droth in einer Online-Petition: "Jeder von uns hätte an diesem Samstag Nachmittag auf dem Geh- oder Radweg sein können", sagt der Initiator. Auch er wohnt in unmittelbarer Nähe des Unfallortes. "Hier gehen auch Kinder zur Schule, da will man gar nicht dran denken, welcher Gefahr die ausgesetzt sind", sagt er.

In seiner Petition fordert er das Frankfurter Verkehrsdezernat dazu auf, ein Tempolimit von 30 km/h auf der Oskar-von-Miller-Straße und derSonnemannstraße zu verhängen. Um dies durchzusetzen, sei außerdem das Aufstellen von Blitzern unabdingbar, so Droth.

Ortsbeirat hatte Blitzer gefordert

Ähnlich sieht das auch Ortsvorsteher Herrman Steib (Grüne). Der Ortsbeirat habe auch in der Vergangenheit schon gefordert, dass auf dem betroffenen Straßenabschnitt geblitzt werden müsse. "Die Antwort der Ämter war aber immer, dass man sich im wesentlichen auf die Strecken beschränken müsse, wo man vermehrt Unfälle befürchtet", so Steib.

In der Sonnemannstraße und Oskar-von-Miller-Straße sei tatsächlich bislang kein Unfallschwerpunkt festgestellt worden, sagt Rainer Michaelis vom Frankfurter Straßenverkehrsamt. Das bestätigt auch die Polizei. Stadtauswärts in Richtung Ratsweg habe es auf dem Straßenabschnitt innerhalb der letzten drei Jahre fünf Unfälle gegeben. Stadteinwärts lediglich einen, teilte ein Sprecher der Frankfurter Polizei auf Anfrage mit.

Straßenverkehrsamt will nun mobile Blitzer aufstellen

In allen Fällen sei der Grund für die Unfälle aber zu schnelles Fahren gewesen. "Wir haben jetzt aber vor, mobile Blitzer - den sogenannten Enforcement-Trailer - punktuell auf dem gesamten Streckenabschnitt aufzustellen", erklärt Michaelis. Auch ein Tempolimit von 30 km/h wolle man prüfen, so Michaelis.

Von mobilen Blitzanlagen hält Florian Droth allerdings wenig. "Wir brauchen eine Lösung, die permanent ist." Deshalb wünsche er sich fest installierte Blitzanlagen entlang der Strecke. Da sind viele Frankfurter offenbar gleicher Meinung. Bis Mittwochmittag hatten rund 1.100 Menschen seine Petition unterschrieben.

Sendung: hr4, 23.11.2020, 17.15 Uhr