Der Free Fall Tower auf dem Hoherodskopf am Dienstag.
Der Free Fall Tower auf dem Hoherodskopf. Bild © Rainer Battefeld,hr

Wochenlang lag eine 12-Jährige nach einem Sturz von einem Freefall-Tower am Hoherodskopf im Vogelsberg im Koma. Dann starb sie. Nun ist klar: Zwei Betreiber müssen sich vor Gericht verantworten.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Sprungturm-Betreiber vor Gericht

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Einen schrecklichen Unfall mit tödlichen Folgen wird das Gießener Landgericht in einem Prozess aufarbeiten: Das Hauptverfahren gegen die Betreiber eines Kletterparks in Schotten (Vogelsberg) sei eröffnet, sagte ein Sprecher des Landgerichts am Freitag.

Die zwei Männer sind angeklagt, den Tod der Zwölfjährigen im Jahr 2015 fahrlässig verursacht zu haben. Ein Hauptverfahren gegen einen Einweiser am Sprungturm lehnten die Richter entgegen der Absicht der Staatsanwaltschaft aber ab.

Die Kammer sehe keinen hinreichenden Tatverdacht bei dem Einweiser, erklärte der Sprecher. Videoaufzeichnungen des Unfalls hätten nicht gezeigt, dass er Anweisungen missachtet habe oder den Sprung des Mädchens hätte unterbinden müssen. In dem Verfahren werde es nun insbesondere um die Sicherheit der Sprunganlage und die Verantwortlichkeit der Betreiber gehen.

Wurden Sicherheitsvorschriften missachtet?

Das Mädchen war laut Staatsanwaltschaft im August 2015 bei einem unkontrollierten Sprung von dem sogenannten Freefall-Tower auf dem Hoherodskopf in Schotten von der Umrandung des Sprungkissens abgeprallt und mit dem Kopf auf einen Felsbrocken aufgeschlagen. Den Betreibern wird unter anderem zur Last gelegt, beim Aufbau Vorschriften zum Sicherheitsbereich missachtet zu haben. Die Verhandlungstermine stehen noch nicht fest.

Das Kind hatte nach bisherigen Erkenntnissen kurz vor dem Unglück schon zwei Probesprünge von einer Sechs-Meter-Plattform absolviert. Beim Anlauf zum Sprung von der Neun-Meter-Plattform habe die Zwölfjährige nach Angaben der Polizei aber gezögert, und mit der Hand ans Geländer gefasst.

Der Körper bekam einen Linksdrall und fiel auf die Sicherheitsumrandung des etwa drei Meter dicken Luftkissens. Von dort wurde das Mädchen auf das Gelände geschleudert. Sie wurde mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma und Knochenbrüchen in eine Klinik geflogen. Das Kind lag vier Wochen im Koma, bis es an seinen Verletzungen starb.