Unfallauto und Rettungskräfte

Im Dezember raste ein 18-Jähriger auf der Flucht vor der Polizei in das geparkte Auto einer Familie auf einem Rastplatz bei Heppenheim. Eine 39-Jährige starb. Nun ist der Unfallfahrer verurteilt worden - wegen Mordes.

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zum Video 18-jähriger Raser wegen Mordes verurteilt

hs
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Nach einem tödlichen Unfall auf einem Autobahn-Parkplatz unweit von Heppenheim (Bergstraße) hat das Landgericht Darmstadt einen 19-Jährigen am Montag zu sechs Jahren und vier Monaten Jugendhaft wegen Mordes verurteilt.

Mutter getötet - Sohn schwer verletzt

Der damals 18 Jahre alte Angeklagte war im Dezember 2018 auf der Flucht vor der Polizei auf dem Autobahn-Parkplatz Fuchsbuckel an der A5 in der Nähe von Heppenheim mit seinem Wagen in das parkende Auto einer Familie gerast. Dabei war er ohne Fahrerlaubnis und mit einem nicht zugelassenen Wagen unterwegs.

Bei dem Unfall wurde die Mutter der Familie auf dem Rücksitz des Wagens eingeklemmt. Die 39-Jährige erlag später im Krankenhaus ihren Verletzungen. Auch der zehnjährige Sohn der Familie wurde schwer verletzt.

Gleich zu Beginn des Prozesses im Juli hatte der Angeklagte die Tat eingeräumt. Seit seinem elften Lebensjahr sei er wiederholt ohne Führerschein Auto gefahren. Er sei aus Angst vor einem weiteren Verfahren wegen Fahrens ohne Führerschein vor der Polizei geflohen, erklärte der 19-Jährige. Sein Plan sei gewesen, den Wagen auf dem Parkplatz abzustellen und die Flucht zu Fuß fortzusetzen.

Staatsanwaltschaft plädiert auf Mord

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Sechs Jahre und vier Monate Jugendhaft für Raser

Ein Schild mit der Aufschrift "Justizbehörden Darmstadt - Amtsgericht, Landgericht, Staatsanwaltschaft"
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Das Gericht folgte mit seinem Urteil der Ansicht der Staatsanwaltschaft, die auf einer Verurteilung wegen Mordes gedrängt hatte. Der junge Mann habe die Folgen seinen Verhaltens gekannt und "gleichgültig" in Kauf genommen, argumentierten die Richter. Das Gericht blieb allerdings in der Strafzumessung unter den von der Staatsanwaltschaft geforderten neun Jahren Haft.

Die Verteidigung kündigte unterdessen an, gegen das Urteil Revision beim Bundesgerichtshof einzulegen. Sie hatte auf einer Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung plädiert. Ihr Mandant habe sich und sein 17 Jahre altes Auto überschätzt. Der Unfall sei das Ergebnis "jugendlichen Leichtsinns".

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 4.11.2019, 16.45 Uhr