Tote im Niddapark
Das 29-jährige Opfer wurde im Frankfurter Niddapark gefunden. Bild © picture-alliance/dpa

Im Fall der Toten im Frankfurter Niddapark gibt es neue Details: Der Tatverdächtige und das 29 Jahre alte Mordopfer waren offenbar zu einem Spaziergang verabredet. Der Szene-Wirt soll die zweifache Mutter dann im Streit erstochen haben.

Videobeitrag

Video

zum Video Frankfurter Szene-Gastronom festgenommen

Ende des Videobeitrags

Gegen den 50 Jahre alten ehemaligen Betreiber der Bar First In in der Frankfurter Innenstadt ist am Samstag Haftbefehl wegen Mordverdachts erlassen worden. Das hat die Staatsanwaltschaft mitgeteilt. Jan M. steht im Verdacht, die 29 Jahre alte Irina A. getötet zu haben. Der Mann schwieg - wie zuvor - auch beim Termin mit dem Haftrichter zu den Vorwürfen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Verdächtige sich mit dem Mordopfer am vergangenen Dienstag zu einem gemeinsamen Spaziergang traf, wie eine Polizeisprecherin am Sonntag sagte. Dabei kam es offenbar zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf der 50-Jährige die Frau "mit einer Vielzahl von Messerstichen" getötet haben soll. Anschließend soll er die Frau vom Weg in eine angrenzende Wiese gezogen haben.

Habgier als Mordmerkmal

Als Mordmerkmal führten die Ermittler Habgier an, da Schmuck der Getöteten fehle. Es würden aber noch weitere Motive geprüft. Blutspuren des Mannes am Tatort hatten am Freitag zur Festnahme geführt. Die DNA vom Tatort stimmte mit der DNA des Tatverdächtigen überein.

Dem Beschuldigten hatte seine Ehefrau ein Alibi gegeben, wie aus Ermittlerkreisen verlautete. Dass dieses Alibi nicht stimmen könne, zeige sich jedoch anhand von Handy-Bewegungsdaten.

First In auf der Freßgass
Das First In auf der Freßgass Bild © picture-alliance/dpa

Die Leiche der 29-Jährigen, die im Frankfurter Westend gewohnt hatte, war am Mittwochmorgen im Niddapark gefunden worden. Der Körper wies mehrere Stichverletzungen auf.

Die Frau war Teilhaberin des First In und hatte zudem als Bedienung in dem Lokal gearbeitet, das im vergangenen Jahr verkauft wurde. Sie hinterlässt zwei Jungen - Zwillinge im Alter von vier Jahren. Nach dem Abitur in Moldawien hatte sie in Frankfurt Betriebwirtschaft studiert, das dann abgebrochen. Sie war auch als Immobilienmaklerin tätig.

Gerichtstermin am 8. Juni

Die 29-Jährige und der Barbetreiber hätten sich am 8. Juni vor dem Amtsgericht Frankfurt wegen Vortäuschens einer Straftat verantworten sollen. Eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft erklärte zuletzt, dass das Verfahren gegen den Wirt auch nach dem Tod der Angeklagten wie geplant beginnen werde.

Der Verdächtige und die 29-Jährige. ein Sympathisant der AfD und der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung, hatten Anfang 2017 in einem Interview mit einem Bild-Reporter behauptet, in der zurückliegenden Silvesternacht hätten bis zu 50 arabischstämmige Männer in und um M.s Lokal herum Frauen sexuell belästigt und Gäste beklaut.

Das war jedoch alles frei erfunden. Bild entschuldigte sich später für die falsche Berichterstattung.