Das Frankfurter Bahnhofsviertel bei Nacht
Das Frankfurter Bahnhofsviertel bei Nacht Bild © picture-alliance/dpa

Mit rund fünf Promille Alkohol im Blut und einem Schlagstock ist ein Kneipenbesucher im Frankfurter Bahnhofsviertel auf seinen Zechkumpanen losgegangen. Nun begann der Prozess wegen versuchten Totschlags.

Was vor gut einem Jahr in einer Pilsstube im Frankfurter Bahnhofsviertel als bierseliger Abend begann, endete mit einer blutigen Schlägerei, die jetzt vor dem Landgericht Frankfurt ihr juristisches Nachspiel findet. Angeklagt ist ein 32-Jähriger, der an jenem Abend im Februar 2017 so brutal auf einen anderen Kneipenbesucher einschlug, dass dieser schwere Verletzungen davontrug.

18 Mal zugeschlagen

Mit einem Teleskopschlagstock soll der Beschuldigte im Streit 18 Mal auf Kopf und Oberkörper seines Kontrahenten eingedroschen haben. Dazu sprang er laut Anklage auf den Tresen des Lokals. Als der Wirt ihm die Waffe entriss, soll der Angreifer mit den Fäusten weiter auf sein Opfer eingeschlagen haben.

Angeklagt ist der 32-Jährige wegen versuchten Totschlags. Zum Prozessauftakt am Dienstag gab er an, von seinem Gegenüber mit einem Bierglas bedroht worden zu sein. Daraufhin habe er sich mit dem Stock zur Wehr gesetzt. Laut Opfer jedoch gingen die Aggressionen allein vom Angeklagten aus.

Bis zu fünf Promille

Beide Beteiligten waren zu jenem Zeitpunkt erheblich alkoholisiert. Nach den Trinkmengen, die sie angaben, müssten sie laut Umrechnung einen Blutalkoholwert von bis zu fünf Promille gehabt haben. Der Wirt, der die beiden Männer vor Gericht als "angenehm, zurückhaltend und ruhig" beschrieb, räumte ein, ebenfalls erheblich betrunken gewesen zu sein.

Weshalb die Männer in Streit geraten waren, ist unklar. Für den Prozess sind bis Mitte März zwei weitere Verhandlungstermine angesetzt.

Sendung: hr-iNFO, 13.3.2018, 6.00 Uhr