Nach Unfall aufgebockte U-Bahn in Frankfurt

Eine U-Bahn ist in Frankfurt über die Endhaltestelle hinaus gegen einen Prellbock gefahren. Dabei wurden zwei Menschen verletzt. Genau an der Stelle gab es vor sechs Jahren einen ähnlichen Unfall.

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Der Prellbock wirkte wie ein Katapult: Die U-Bahn der Linie 1 fuhr in der Nacht zum Mittwoch gegen 1.40 Uhr über die Endhaltestelle im Stadtteil Ginnheim hinaus und wurde zum Teil hochgebockt. Zwei Menschen wurden bei dem Aufprall leicht verletzt, unter ihnen auch der 27 Jahre alte Fahrer der Bahn, wie die Polizei am Mittwoch berichtete. Zunächst war die Polizei von drei Verletzen ausgegangen.

Bergung mit Spezialkran

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found hr-Reporter: "Ziemlich heftig"

Aufräumarbeiten an der Unfallstelle
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Warum es zu dem Unfall kam, ist noch unklar. Die Bahn, die an der Stelle oberirdisch fährt, kam erst ein paar Meter nach dem Prellbock zum Stehen. Dabei prallte sie gegen einen Strommast und riss sie die Oberleitung ab.

Mit einem Spezialkran wurde die Bahn am Morgen wieder auf das Gleis gesetzt. Der beschädigte Zug sollte im Lauf des Tages in den Betriebshof im Stadtteil Heddernheim gebracht werden. Die Aufräumarbeiten dauerten am Mittag noch an.

Ersatzverkehr mit Taxis

Dafür musste die Strecke zum Teil gesperrt werden. Die Straßenbahnlinie 16 wurde nach Angaben der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) bis zum Mittag umgeleitet, fährt inzwischen aber wieder nach Plan. Die U-Bahnlinien 1 und 9 bleiben dagegen weiter unterbrochen, wie die VGF mitteilte. Frühestens in der Nacht zum Donnerstag könnten die Linien wieder normal verkehren, so die Prognose. Es wurde ein Taxi-Ersatzverkehr eingerichtet.

Aufräumarbeiten an der Unfallstelle

Auch die angrenzende Ginnheimer Landstraße war wegen der Bergungsarbeiten bis zum Mittag für den Verkehr gesperrt. An der U-Bahn und der Haltestelle entstand ein erheblicher Schaden, die Höhe muss noch ermittelt werden.

Ähnlicher Unfall 2014

Vor sechs Jahren, im April 2014, hatte sich an der Endhaltestelle in Frankfurt-Ginnheim ein ähnlicher Unfall ereignet. Damals war ein Wagen der U9 auch gegen den Prellbock gefahren und aus dem Gleisbett gehoben worden. Zehn Menschen erlitten Verletzungen, darunter auch der Bahnfahrer. Der Fahrer, so stellte sich später heraus, hatte offenbar gesundheitliche Probleme gehabt. Der Sachschaden wurde damals mit einer halben Million Euro angegeben.

Weiterer Oberleitungsschaden

Noch während die Bergungsarbeiten in Ginnheim liefen, kam es am Mittwoch in Frankfurt zu einem weiteren Oberleitungsschaden. Dieser wurde von einem Zug der U2 in einem U-Bahntunnel in der Innenstadt verursacht. Der Betrieb zwischen Willy-Brandt-Platz und Südbahnhof wurde unterbrochen, betroffen waren die U-Bahnlinien 1, 2, 3 und 8. Die Dauer der Bergung und Reparatur ist noch ungewiss. Warum die U2 die Oberleitung beschädigte, ist unklar.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 27.05.2020, 12.50 Uhr