Handschellen
Ein Bankraub in Bad Zwesten endet mit schneller Festnahme. Bild © picture-alliance/dpa

Ein Täter aus Bad Zwesten ist heißer Anwärter auf den Titel "dümmster Bankräuber des Jahres". Bei seinem Überfall ging er nicht nur leer aus, er überführte sich auch noch selbst.

Falls Sie mit dem Gedanken spielen, in naher Zukunft eine Bank auszurauben, sollten Sie jetzt gut aufpassen. Eins vorneweg: Das ist verboten und wird mit Gefängnis bestraft. Tun Sie das lieber nicht.

Falls Sie jedoch selbst die Gefahr eines längeren Aufenthalts hinter schwedischen Gardinen nicht von Ihren Plänen abbringen kann, halten Sie sich wenigstens an die wichtigste aller Panzerknacker-Regeln: Man darf nicht erkannt werden. Genau daran ist ein Möchtegern-Langfinger am Dienstag in Bad Zwesten (Schwalm-Eder) in Rekordzeit gescheitert.

Bankräuber stellt sich mit Namen vor

Der offensichtlich mit sich und der Situation überforderte 68-Jährige nannte nicht nur seinen korrekten Vor- und Nachnamen. Er blickte auch mehrmals direkt in die Überwachungskameras.

Ernst nahm ihn niemand, Geld bekam er nicht, festgenommen wurde er trotzdem. Wie die Polizei mitteilte, konnte die Identität des hinlänglich bekannten Mannes bereits einen Tag nach seinem kläglich gescheiterten Überfall-Versuch geklärt werden. Er wurde dem Haftrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete.

Angestellte führen Täter vor

Doch was war genau passiert? Obwohl der Mann die Bank mit den Worten "Das ist ein Überfall" betrat, schenkte ihm zunächst keiner der Filial-Mitarbeiter angemesssene Aufmerksamkeit. Dann teilte ihm ein offenbar besonders pfiffiger Angestellter mit, dass er kein Geld ausgezahlt bekommen könne, wenn er kein Kunde sei. Die Nachfrage nach seinem Namen beantwortete der Amateur-Kriminelle wahrheitsgemäß.

Da auch der Versuch, mit der Hand in der Jackentasche eine Waffe zu formen, erfolglos blieb, trat der Täter ohne Beute den Rückzug an. Erwischt wurde er wenig später trotzdem. Bankraub ist vielleicht doch keine allzu gute Idee.

Sendung: hr4, 4.12.2018, 17.30 Uhr