Audio

Pegelstände in Hessen steigen vielerorts

Regen, Regen, Regen: An vielen Flüssen steigen die Pegelstände weiter. In Südhessen stehen Wiesen und Straßen unter Wasser. Zwischen Offenbach und Maintal wurde der Betrieb der Mainfähre eingestellt.

Nach dem ungewöhnlich warmen Jahreswechsel lässt der Wintereinbruch auch im Januar noch auf sich warten. Statt Schnee und knackigem Frost bringt die erste Woche des neuen Jahres zunächst einmal Dauerregen und Überschwemmungen nach Hessen. Das bekamen etwa die Bewohner von Reichelsheim (Odenwald) und Reinheim (Darmstadt-Dieburg) zu spüren.

Im Reinheimer Stadtteil Ueberau traten am Dienstag die eigentlich kleinen Gewässer Gersprenz und Wemsbach über die Ufer. Die Feuerwehr rückte aus, weil in Kellern und Garagen Wasser stand, wie die Bildagentur 5vision.media berichtete. Ufernahe Flächen waren überschwemmt. Von größeren Schäden war der Polizei nichts bekannt, wie ein Sprecher am Abend auf Anfrage sagte. In Reichelsheim stand das Wasser des Mergbachs auch in einigen Straßen und auf einem Parkplatz.

Am Mittwochmorgen waren in Südhessen weitere Straßen überflutet. Die Uferstraße von Hirschhorn am Neckar (Bergstraße) war gesperrt, eine Umleitung eingerichtet. Ebenfalls wegen Überschwemmungen nicht befahrbar war am Morgen die B426 zwischen Reinheim und Ueberau (Darmstadt-Dieburg). Der Betrieb der Mainfähre zwischen Offenbach-Rumpenheim und Maintal-Bischofsheim (Main-Kinzig) wurde wegen Hochwassers eingestellt.

"Nicht dramatisch"

In der Nacht zum Dienstag war reichlich Regen gefallen. In Modautal (Darmstadt-Dieburg) kamen nach Angaben des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) bis Mittwochmorgen weitere 30 Liter pro Quadratmeter herunter. In Schwarzenborn (Schwalm-Eder) waren es im selben Zeitraum rund 20 Liter.

Auch an anderen Bächen und Flüssen stiegen die Pegelstände merklich. Die Böden seien durch die anhaltenden Regenfälle gesättigt und könnten nicht mehr viel Wasser aufnehmen, erklärte hr-Meteorologe Rainer Behrendt. Vor allem in Südhessen könne es zu kleineren Überschwemmungen kommen, warnte der Meteorologe. "Insgesamt wird es aber nicht besonders dramatisch."

Der Mergbach in Reichelsheim.

Haune erreicht Meldestufe 2

An mehreren kleinen Flüssen in Ost- und Südhessen wurde am Dienstagmittag die Hochwassermeldestufe 1 überschritten - betroffen waren etwa die Fulda, Kinzig und Mümling. Die Haune erreichte bei Petersberg-Haunedorf (Fulda) mit einem Pegelstand von 1,09 Metern die Meldestufe 2. Das bedeutet, dass Grundstücke und Straßen in Ufernähe überflutet werden können. Das HLNUG warnte deswegen davor, Autos direkt am Fluss zu parken.

Am Mittwochmorgen stieg auch die Fulda bei Kämmerzell bis zur Meldestufe 2. In Langenselbold (Main-Kinzig) bereitete sich die Feuerwehr am Dienstag ebenfalls auf mögliche Hochwassereinsätze vor. Am Abend gab es dann aber Entwarnung: Lediglich die Rückhaltebecken der Gründau liefen voll.

Es wird weiß - aber nicht lange

Am Dienstagnachmittag zog sich die Regenfront langsam Richtung Bayern und Baden-Württemberg zurück und verließ am Abend auch den Spessart und den Odenwald. Von Nordhessen drängt am Mittwoch kältere Meeresluft nach, die weitere, teils kräftige Schnee- und Regenschauer mit sich bringt.

Externer Inhalt

Externen Inhalt von ARD Mediathek (Video) anzeigen?

An dieser Stelle befindet sich ein von unserer Redaktion empfohlener Inhalt von ARD Mediathek (Video). Beim Laden des Inhalts werden Daten an den Anbieter und ggf. weitere Dritte übertragen. Nähere Informationen erhalten Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ende des externen Inhalts

Schneien könne es bis in die Niederungen, sagte Meterorologe Behrendt. "Der Schnee bleibt im Flachland zwar nicht lange liegen, dafür wird es mit 5 Grad zu warm. Aber hier und da wird es weiß."

Minusgrade, Graupel, Glätte

In Höhen ab 600 bis 700 Metern könne es eine zentimeterdicke Schneedecke geben, sagte Behrendt. Andernorts wird es draußen bei Schnee- und Graupelschauern auch am Mittwoch so richtig ungemütlich. Südlich des Mains liegen die Temperaturen weiter über dem Gefrierpunkt, im Upland sinken sie auf -2 Grad. Hinzu kommen in Nordhessen stürmische Böen sowie einzelne Sturmböen bis 80 km/h.

Das Polizeipräsidium Osthessen berichtete am Mittwochmorgen von "winterlichen Verhältnissen" und warnte vor Glätte. Auch ein paar Bäume seien umgekippt.

Am Donnerstag wird sich das Wetter voraussichtlich beruhigen. Dann werden nur noch wenige Schnee- und Schneeregenschauer erwartet. Der Freitag bringt auf den Bergen neuen Schnee - und im Flachland noch mehr Regen.

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen