Überflutete Landstraße bei Wiesbaden-Erbenheim nach dem Starkregen am Samstag.

Den dritten Tag in Folge tobte Gewitter-Tief Olger über Hessen. Keller liefen erneut voll, Straßen und Autobahnen waren überflutet. In Osthessen fiel vorübergehend der Notruf aus.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Unwetter sorgt für Überschwemmungen in Hessen

Die Feuerwehr pumpt die vollgelaufene Tiefgarage eines Hotels in Wiesbaden leer
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Viel Regen innerhalb kürzester Zeit: Gewitter-Tief Olger hat auch am Samstag den dritten Tag in Folge die Feuerwehren in Hessen beschäftigt. Besonders von den Folgen des Starkregens betroffen waren dabei Osthessen und das Rhein-Main-Gebiet.

Nach Angaben der Polizei wurden im Landkreis Fulda im Laufe des Nachmittags rund 330 Einsätze registriert, der Großteil davon im Stadtgebiet Fulda. Dabei musste die Feuerwehr nach dem Starkregen wegen überfluteten Straßen und vollgelaufenen Keller ausrücken. Auch ein paar Kanaldeckel wurden durch die Wassermassen angehoben.

Autofahrer überschlägt sich

Auf der A66 bei Flieden (Fulda) kam es während des Unwetters zu einem Unfall: Ein 19 Jahre alter Autofahrer überschlug sich mit seinem Wagen, nachdem er zuvor auf der regennassen Fahrbahn die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hatte und von der Straße abgekommen war. Er und sein Beifahrer wurden mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Wie die Polizei mitteilte, kam es zu weiteren drei Unfällen nach dem Unwetter. Verletzt wurde dabei niemand. Die L3144 bei Alsfeld-Eifa (Vogelsbergkreis) musste aufgrund von Überflutung kurzzeitig gesperrt werden.

Notruf in Osthessen ausgefallen

Die Telefonverbindung der Feuerwehr Fulda und der Notruf 112 fielen zudem wegen des Unwetters am Abend eine Viertelstunde lang aus. Während dieser Zeit sei auch die 110 so überlastet gewesen, dass nicht alle Notrufe bearbeitet werden konnten, teilte die Polizei mit.

Durch die Wassermassen auf den Straßen seien zudem viele Nummernschilder von parkenden Autos weggespült worden, twitterte das Polizeipräsidium Osthessen. Gefundene Kennzeichen könnten auf der nächstgelegenen Polizeiwache abgegeben werden.

Durch die Wassermassen auf den Straßen kam es in #Osthessen zu einer Vielzahl an Verlusten von #Kfz -Kennzeichen. Wenn Sie ein #Kennzeichen bzw. #Nummernschild auffinden sollten, können Sie dieses auf der nächstgelegenen Polizeidienststelle abgeben. #Polizei #Verlust *SK

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Überschwemmungen in Wiesbaden und Frankfurt

Im Rhein-Main-Gebiet tobte das Unwetter insbesondere über Frankfurt und Wiesbaden: In Wiesbaden waren am Samstag alle 20 freiwilligen Feuerwehren im Einsatz, um vollgelaufene Keller und Tiefgaragen leerzupumpen. Bis zum Abend gab es laut Feuerwehr im Stadtgebiet 40 Einsätze. Besonders betroffen gewesen seien die Stadtteile Erbenheim und Nordenstadt, sagte ein Feuerwehrsprecher dem hr.

In einem Neubaugebiet in Erbenheim errichtete die Feuerwehr einen provisorischen Damm. Der starke Regen überflutete außerdem mehrere Landstraßen und die Autobahn 66. Über Unfälle oder Verletzte sei nichts bekannt, sagte der Sprecher.

Ein Auto fährt am Samstag bei Starkregen von der A66 bei Wiesbaden-Erbenheim ab

Mehr als 100 Einsätze in Frankfurt

In Frankfurt musste die Feuerwehr bis 20 Uhr nach eigenen Angaben zu 105 Einsatzstellen ausrücken. In den Stadtteilen Sindlingen, Zeilsheim, Sachsenhausen und Niederrad sowie in der Innenstadt liefen zahlreiche Keller voll, außerdem wurden umgestürzte Bäume und abgerissene Äste gemeldet.

Eine Herausforderung sei dabei die "Unmenge an Einsatzstellen gleichzeitig" gewesen, sagte ein Sprecher der Frankfurter Feuerwehr. 13 freiwillige Feuerwehren aus den umliegenden Stadtteilen sowie die Berufsfeuerwehr waren demnach im Einsatz.

Nachdem wir gestern weitestgehend von #Unwettereinsätzen verschont geblieben sind, wurden uns heute seit 16 Uhr ca 60 Einsatzstellen gemeldet. Die meisten Einsatzstellen befinden sich in #Sachsenhausen , #Niederrad und in der #Innenstadt . ^tka

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Bagger befreit Autos aus Pfütze

Und auch in Nordhessen tobte das Unwetter. Auf der Bundesstraße 249 zwischen Wanfried (Werra-Meißner) und Katharinenberg (Thüringen) steckten nach Polizeiangaben mehrere Autos in einer großen Pfütze fest. Ein Bagger musste demnach einen Kanal graben, durch den das Wasser abfließen konnte.

Bereits am Donnerstag und Freitag war Unwetter-Tief Olger mit Starkregen über Hessen gezogen. Am Donnerstagabend berichtete die Frankfurter Feuerwehr von 70 Einsätzen. In Neu-Isenburg (Offenbach) schlug ein Blitz in ein Auto ein. Am Freitag trat das Flüsschen Usa im Hochtaunuskreis über die Ufer und setzte Keller und Straßen in Neu-Anspach unter Wasser.

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