Normalerweise ein kleines Flüsschen: In Neu-Anspach trat am Freitag die Usa über die Ufer.

Blitzeinschläge, vollgelaufene Keller, überflutete Straßen: Gewitter-Tief Olger hat in weiten Landesteilen für heftigen Starkregen und hohe Niederschlagsmengen gesorgt. Auf der A7 kam ein Lkw-Fahrer von der nassen Fahrbahn ab und prallte in die Leitplanke.

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Die Usa ist über die Ufer getreten und hat Neu-Anspach überflutet.
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Auch an Tag zwei brachte Tief Olger teils heftige Gewitter mit Starkregen mit sich. In Westerfeld, einem Stadtteil von Neu-Anspach (Hochtaunus), trat am Freitagnachmittag die Usa über die Ufer. Das kleine Flüsschen verwandelte sich durch den vielen Regen in einen reißenden Fluss, mehrere Keller und Straßen wurden überflutet. Pro Quadratmeter fielen nach Angaben der Feuerwehr 40 bis 50 Liter Regen.

Die Feuerwehr meldete auch zwei Blitzeinschläge. Ein Strommast sei getroffen wurden, wodurch ein Kondensator abbrannte. Einen größeren Stromausfall habe es aber nicht gegeben. Der zweite Blitz schlug in ein Dach ein. Bis auf ein Loch entstand aber kein Schaden.

Feuerwehr rückt zu 50 Einsätzen aus

Die Lage sei gut im Griff, sagte Kreisbrandinspektor Carsten Lauer am frühen Abend. 150 Einsatzkräfte seien vor Ort und würden die rund 50 Einsatzstellen nach und nach abarbeiten. Die Feuerwehr hatte auch Unterstützung aus dem Vordertaunus angefordert, weil sie zunächst befürchtete, dass auch umliegende Gemeinden betroffen sein könnten. Das sei aber nicht der Fall, sagte Lauer.

Ein Feuerwehrauto steht mitten im Dorf.

Auch in Osthessen gab es am Nachmittag starke Regenfälle. In Philippsthal (Werra) wurden mehrere Gullydeckel hochgedrückt, Straßen wurden überflutet.

A7 nach Lkw-Unfall gesperrt

Auf der A7 in Richtung Kassel kam es gegen 19 Uhr zwischen dem Hattenbacher und dem Kirchheimer Dreieck zu einem Unfall. Der Fahrer eines Sattelzugs kam laut Polizei im Unwetter von der Fahrbahn ab und prallte in die Mittelleitplanke. Entgegen einer ersten Meldung blieb er dabei unverletzt, wie die Polizei in der Nacht mitteilte.

Gesteinsbrocken, die aus der Leitplanke gebrochen waren, verteilten sich über die Fahrbahn. Sechs weitere Fahrzeuge wurden beschädigt, weil die Fahrerinnen und Fahrer den herumliegenden Trümmern nicht mehr ausweichen konnten. Wegen der Bergungsarbeiten konnten die A7 und die A5 in Richtung Kassel erst nach Mitternacht wieder komplett freigegeben werden. Die Polizei schätzte den entstandenen Sachschaden am Samstag auf rund 65.000 Euro.

Unwetterwarnung für den Schwalm-Eder-Kreis

Bereits am Donnerstagabend hatte Olger die Feuerwehren im Land auf Trab gehalten. Die Frankfurter Feuerwehr berichtete von 70 Einsätzen, in Neu-Isenburg schlug ein Biltz in ein Auto ein. In Dreieich-Sprendlingen und Dreieichenhain standen Keller unter Wasser.

Am Freitagnachmittag hatte es eine Reihe von Unwetterwarnungen in Hessen gegeben. Am Abend zog das Unwetter allmählich Richtung Norden ab.

Das Wochenende bringt weitere Gewitter mit sich. Am Samstag weht zunächst ein schwacher Wind, der bei Gewittern im Tagesverlauf in Sturmböen umschlagen kann. Im Norden und Osten des Landes drohen auch am Sonntag noch Gewitter mit Starkregen.

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