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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Stadt droht mit Strafen wegen nächtlicher Einbrüche

Burg Königstein

Trinken, klettern, Uhus gucken: Beim jungen Party-Volk ist die Burg Königstein ein beliebter Treffpunkt. Doch die Einbrüche sind nicht nur illegal, sondern auch lebensgefährlich. Die Stadt droht nun mit harten Strafen.

Einmal wurde aus jugendlichem Leichtsinn beinahe tödlicher Ernst. Ein junger Mann turnte nachts in den Ruinen der Königsteiner Burg herum, machte einen falschen Schritt und stürzte acht Meter in die Tiefe, ehe er auf einem Mauerstück aufschlug. Die Folge: diverse Brüche und ein langer Krankenhausaufenthalt. So berichtet es die Stadt Königstein (Hochtaunus) an diesem Dienstag. "Nicht auszudenken, wenn er nicht mit dem Fuß, sondern mit dem Kopf aufgekommen wäre", sagt Bürgermeister Leonhard Helm (CDU).

Der Vorfall ereignete sich demnach im Juli, doch der nächtliche Party-Tourismus in der Burg hat noch immer Konjunktur. Allein in den vergangenen vier Wochen habe es sieben Einbrüche gegeben, teilt die Stadt mit. Die meisten dokumentiert von einer Kamera, die dort zur Beobachtung brütender Uhus installiert wurde. Uhu-TV führt zur Strafverfolgung: "Fast alle Täter wurden gestellt und die Hälfte auch zur Strafanzeige gebracht", heißt es.

Uhu im Nest auf Burg Königstein

"Junge Leute riskieren ihr Leben"

Bei den Einbrüchen handele es sich nicht um ein Kavaliersdelikt, sondern um schweren Hausfriedensbruch, erinnert die Stadt. Den meist jungen Abenteurern drohten somit Arbeitsstunden, Bußgelder oder sogar Haftstrafen.

Die Bestrafung der Einbrecher sei jedoch nur sekundär, sagt Bürgermeister Helm. "Wir müssen die jungen Leute davon abhalten, für einen dummen Einfall und ein bisschen Nervenkitzel ihr Leben zu riskieren." Die Burg sei kein Spielplatz. Und wer dennoch unbedingt einen nächtlichen Ausflug ins Mittelalter erleben wolle, könne auch nächtliche Sonderführungen buchen. Ganz legal und ziemlich ungefährlich.

Sendung: hr4, 11.8.2020, 18.30 Uhr