Polizisten suchen nach Susannas Leiche
Polizisten suchen nach der Leiche von Susanna. Bild © picture-alliance/dpa

Eine Rechtsmedizinerin hat vor dem Landgericht Wiesbaden Hinweise darauf gegeben, wie Ali B. die 14-jährige Susanna umgebracht haben könnte. Den Verdacht, die Schülerin sei auch vergewaltigt worden, erhärtete ihre Aussage nicht.

Im Mordprozess um die getötete Mainzer Schülerin Susanna hat am Freitag eine Sachverständige über mögliche Todesumstände berichtet. Um den Hals der toten Susanna sei der Ärmel einer Strickjacke geknotet gewesen, erklärte die Rechtsmedizinerin Franziska Holz im Mordprozess gegen Ali B. vor dem Landgericht Wiesbaden.

Der Strickjackenstoff habe sehr eng um den Hals gelegen. Offen blieb aber die Frage, ob die 14-Jährige womöglich mit dem Ärmel erdrosselt wurde, oder ob die Jacke erst nach der Tat um den Hals geknotet wurde - etwa, um die Leiche zu transportieren.

Kein Sperma gefunden

Die Rechtsmedizinerin erläuterte weiter, dass an dem toten Mädchen keine Spermaspuren nachgewiesen werden können. Dies könne daran liegen, dass es eine längere Zeitspanne gab zwischen dem Tod von Susanna und dem Fund der Leiche. Die Liegezeit wirkt sich nach den Worten der Expertin auch auf andere Spuren aus. Dazu zählen minimale Einblutungen am Kopf, die Hinweise für Würgeangriffe sind. Diese Spuren seien dann schwieriger oder nicht mehr zu erkennen.

Für kommenden Mittwoch hat Richter Jürgen Bonk einen Ortstermin in Wiesbaden-Erbenheim angeordnet. Ali B. äußerte am Freitag seine Bereitschaft, den Prozessbeteiligten mehrere Stellen in der Nähe von Bahngleisen zu zeigen. Dabei geht es um den genauen Ort, wo es den Sex mit Susanna gegeben haben soll. Außerdem soll der Angeklagte die Stellen zeigen, wo Susanna gestorben und begraben worden sein soll.

Ali B. bestreitet Vergewaltigung

Der 22-jährige Ali B. steht seit 12. März vor Gericht, weil er Susanna vergewaltigt und ermordet haben soll. Der irakische Flüchtling hatte gestanden, das Mädchen Ende Mai 2018 in Wiesbaden-Erbenheim getötet zu haben. Laut Staatsanwaltschaft soll er sie dazu von hinten in einen Würgegriff genommen haben. Die Polizei fand die Leiche erst zwei Wochen später in einem Erdloch.

Ali B. bestreitet die Vergewaltigung. Er sagte vor Gericht aus, in der Tatnacht einvernehmlichen Sex mit Susanna gehabt zu haben.

Sendung: hr1, 22.03.19, 14 Uhr