ICE-Unfall im Bahnhof Griesheim in Frankfurt

Im Februar 2017 sprang ein ICE im Bahnhof Frankfurt-Griesheim aus dem Gleisbett auf den Bahnsteig. Jetzt ist die Ursache für den Unfall geklärt.

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ICE-Unfall in Frankfurt-Griesheim
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Die Unfallstelle am Bahnhof in Frankfurt-Griesheim sah verheerend aus: Ein ICE war dort in der Nacht zum 17. Februar 2017 aus den Gleisen gesprungen und auf dem Bahnsteig gelandet. Der Lokführer stand unter Schock, blieb aber unverletzt. Auch sonst wurde niemand verletzt, da Zug und Bahnsteig leer waren.

Wie konnte es zu diesem Unfall kommen? Diese Frage beantwortet jetzt ein Bericht der Bundesstelle für Eisenbahnuntersuchung, wie die FR am Mittwoch zuerst berichtete. Ursächlich für die Zugkollision war dem Bericht zufolge "das Fehlverhalten des Triebfahrzeugführers, der seine Aufgaben während der Fahrt nicht mit der gebotenen Sorgfalt durchführte". Kurz gesagt: menschliches Versagen. "Letztendlich wurde der Bremsvorgang zu spät eingeleitet", heißt es in dem Bericht der Behörde.

Durch Bahnsteigbeleuchtung geblendet gefühlt

Der Lokführer war mit dem unbesetzten ICE über das Gleisende und einen Prellbock hinaus gefahren. Durch den Regen habe er sich bei der Einfahrt durch die Bahnsteigbeleuchtung leicht geblendet gefühlt, sagte der Fahrer aus. Den Prellbock habe er "völlig übersehen". Als er gemerkt habe, dass er mit zu hoher Geschwindigkeit gegen den Prellbock fährt, habe er sofort eine Schnellbremsung mit Sandunterstützung eingeleitet. Den Aufprall konnte er so allerdings nicht mehr verhindern.

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zum Video Archiv: Maintower-Beitrag zum ICE-Unfall vom 17.02.2017

Startbild ICE-Unfall
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Die Bergungsarbeiten zogen sich damals über 20 Stunden hin. Ein Spezialkran war notwendig, um den Triebwagen zu bergen. Der Schaden, der durch den Unfall an ICE, Schienen und Signaltechnik angerichtet wurde, beträgt rund 1,5 Millionen Euro. Der Fahrer durfte nach dem Unglück zunächst keine Züge mehr fahren, ist im Untersuchungsbericht zu lesen. Inzwischen sei er aber nachgeschult worden.

Sendung: hr-iNFO, 13.11.2019, 10:20 Uhr