Jaguar Autohaus Vandalismus

Nach einem Angriff auf ein Autohaus in Kronberg ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Autos seien "Dreckschleudern", die IAA eine "Propagandashow", heißt es darin. Bei der Attacke waren 40 Luxusautos demoliert worden.

Auf der Plattform indymedia.org im Internet steht ein langer Text, veröffentlicht am Montagnachmittag, Absender anonym. Eine unbekannte Gruppe bekennt sich darin zu dem Angriff auf ein Autohaus in Kronberg (Hochtaunus) in der Nacht zum Montag. Dort hatten unbekannte Täter rund 40 Land Rover, Aston Martins und Jaguar zum Teil erheblich beschädigt. Der Schaden beträgt laut Polizei mehrere hunderttausend Euro, möglicherweise sogar mehr als eine Million Euro.

"Steine ins Getriebe"

Die Gruppe mit Namen "Steine ins Getriebe" schreibt, es sei Zeit, "sichtbare Fakten zu schaffen und einfach mal anzufangen, diese Dreckschleudern zu entsorgen". Man habe die Eingangsbereiche des Autohauses zerstört und versucht, "so viele Luxuskarren wie möglich kaputt zu schlagen".

Die Gruppe begründet ihr Handeln mit der "Klimakrise" und der "globalen Heißzeit" und stellt sich in Zusammenhang mit Aktivist*innen, die ankündigten, die Internationale Automobil Ausstellung (IAA) zu blockieren. Die IAA findet vom 12. bis 22. September in Frankfurt statt. Auf der Messe, die in dem Bekennerschreiben als "Propagandashow" bezeichnet wird, werde "das zentrale klima- und umweltzerstörerische Verkehrssystem von Gestern ausgestellt", heißt es in dem Bekennerschreiben. Auch stehe man in der Tradition kämpferischer sozialer Bewegungen wie denen im Hambacher Forst oder an der Startbahn West.

Polizei prüft Echtheit des Bekennerschreibens

Die Polizei hat derzeit noch keine Kenntnis darüber, wer sich hinter der Gruppe "Steine im Getriebe" verbirgt. Man versuche derzeit über indymedia, Kontakt zu den Verfassern zu bekommen, sagte ein Polizeisprecher dem hr. Man mache sich jedoch wenig Hoffnung, dass dies gelänge. "Steine ins Getriebe" sei bislang als Gruppe nicht bekannt. Derzeit sei nicht einmal klar, ob der Text als Bekennerschreiben für den Angriff auf das Autohaus der drei Nobelmarken ernst genommen werden könne.

Mehrere friedliche Aktionen und eine Demo gegen die IAA geplant

Der Polizeisprecher betonte, Aktionen wie der Angriff in Kronberg seien für den breiten Protest, der sich gegen die IAA formiert, "eher hinderlich". Unter dem Namen "Sand im Getriebe" hatte ein Bündnis aus mehreren Gruppen angekündigt, die IAA friedlich blockieren und gegen das "klimaschädliche Verkehrssystem" demonstrieren zu wollen. Ein weiteres Bündnis unter dem Namen #aussteigen plant eine Großdemo gegen die IAA am 14. September. #aussteigen setzt sich unter anderem aus BUND, Attac, Greenpeace oder dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub ADFC zusammen.

Sendung: hr-iNFO, 27.8.2019, 12:20 Uhr