Unbekannte haben auf dem Dünsberg bei Biebertal lebensgefährliche Drahtfallen für Mountainbiker errichtet. Die Bürgermeisterin fordert harte Strafen - und die Justiz ermittelt bereits.

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Ein Mountainbiker unterwegs im Wald.
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Die Aufregung in Biebertal (Gießen) ist groß. "Ich bin stinksauer und entsetzt zugleich", erklärt Bürgermeisterin Patricia Ortmann (parteilos). "Das ist kein Dumme-Jungen-Streich mehr, das ist eine Straftat." Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und versuchter Tötung.

Unbekannte hatten auf dem Mountainbike-Trail auf dem Dünsberg lebensgefährliche Fallen errichtet. Am vergangenen Samstag und am Mittwoch entdeckten Radfahrer die gefährlichen Drähte, die in unterschiedlichen Höhen angebracht waren.

Mindestens vier Drähte gespannt

Thorsten Scherer ist Wirt der Raststätte auf dem Dünsberggipfel und berichtet, dass mindestens vier Drähte von Mountainbike-Fahrern entdeckt worden seien. "Das waren zwei dickere und zwei dünnere. Der eine war auf über drei Metern Breite über einen Trail gespannt. Zwei waren in Fußhöhe, einer in Kniehöhe und einer war in Kopfhöhe gespannt." Die Fallen wurden glücklicherweise rechtzeitig bemerkt und entfernt.

Bildkombi: Warnung bei Facebook - Draht mit Pflöcken

"Das war Baudraht, der mit einem Holzpflock in den Boden eingeschlagen war", beschreibt Stefan Mülich die Fallen näher. Mülich ist Geschäftsführer des Auto- und Motorradclubs (AMC) Rodheim-Bieber. Der AMC hat seine Club-Mitglieder direkt nach dem Fund über Whatsapp und Facebook gewarnt.

Getrennte Wege für Wanderer und Biker

Zwischen Wanderern und Spaziergängern einerseits und Mountainbikern andererseits kommt es immer wieder zu Konflikten, das ist für die Beteiligten nicht neu. Im vergangenen Jahr habe die Kommune damit begonnen, einen "Entmischungsplan" umzusetzen, erklärt Bürgermeisterin Ortmann. "Wir weisen für Wanderer spezielle Wege aus und Trails für Mountainbiker, damit die Gruppen sich nicht in die Quere kommen."

Dass nun jedoch jemand Menschenleben aufs Spiel setzt und Drähte spannt, um Mountainbiker zu Fall zu bringen, könne nicht hingenommen werden. "So jemand gehört für mich in den Knast", fordert Ortmann. Radfahrer hätten ebenso ihren Platz auf dem Dünsberg wie die Wanderer, Spaziergänger und Familien, betont die Bürgermeisterin. "Der Dünsberg gehört uns allen."

Vor Jahren war bereits Drahtfalle gespannt

Die Polizei sucht nun nach demjenigen, dem die Biker ein Dorn im Auge sind und der zu drastischen Methoden greift und damit Menschenleben gefährdet. Gefährliche Fallen wie die am Dünsberg sind kein Einzelfall. Vor drei Jahren war ein Radfahrer dort in gespanntes Drahtseil gefahren und gestürzt. Er wurde dabei schwer verletzt.

Sendung: hr4, 24.01.2020, 7.30 Uhr