Jetzt mit vollautomatischen Schranken: der Bahnübergang in Frankfurt-Nied

Vor eineinhalb Jahre erfasste ein Zug an einem Bahnübergang in Frankfurt-Nied eine 16-Jährige. Die Schranke war für die Fußgängerin zu dem Zeitpunkt geöffnet. Jetzt hat die Bahn den Übergang umgerüstet. Weitere Maßnahmen sollen folgen.

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Audioseite Unglück-Bahnübergang in Frankfurt-Nied jetzt mit automatischen Schranken

Gedenken an die 16-Jährige, die bei dem Unfall am Bahnübergang ums Leben kam.
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Mehrere Ampeln vor dem Bahnübergang springen auf Rot, ein Signal ertönt, die Schranken schließen sich - und zwar automatisch und nicht mehr vom Schrankenwärter gesteuert. Am Bahnübergang in Frankfurt-Nied hat sich einiges verändert. Seit Mitte Oktober hatte die Deutsche Bahn die Technik dort umgerüstet, um Autofahrer und Fußgänger besser zu schützen, wenn ein Zug kommt.

Die Bahn erneuerte Schrankenbäume, Verkehrsschilder und die Beleuchtung. Für Fußgänger gibt es nun eine eigene zusätzliche Schranke. Außerdem wurde die Verkehrsführung geändert, damit sich nicht mehr so viele Autos bei geschlossener Schranke stauen. "Ich freue mich sehr, es wird sicherer. Die menschliche Hand ist ersetzt, das ist sehr wichtig", sagt Heike Stoner von der Bürgerinitiative "Die Schranke muss weg".

Technik soll jetzt zuverlässiger funktionieren

Die Bürgerinitative hatte sich nach einem tragischem Unfall im Mai 2020 gegründet, bei dem eine 16-jährige Fußgängerin an dem Bahnübergang in der Oeserstraße von einem Zug erfasst und getötet worden war. Die Wärterin an der Strecke hatte die Schranken geöffnet, obwohl ein Zug einfuhr. Warum sie das tat, ermittelt immer noch die Staatsanwaltschaft. Sie untersucht auch, welche Rolle ein technischer Defekt spielte. Denn zum Zeitpunkt des Unfalls gab es eine Störung am Bahnübergang. Nach dem Unfall demonstrierte die Bürgerinitiative einmal im Monat für den Umbau des Übergangs.

Mit der Umrüstung sollen sowohl Fehler der Schrankenwärter als auch größere technische Störungen verhindert werden. Die Schranken werden jetzt vollautomatisch über die Technik gesteuert. Im modernisierten, rot gestrichenen Wärterhäuschen ist zwar nach wie vor ein Mitarbeiter der Bahn anwesend.

Er führt aber nur noch zusätzliche Sichtkontrollen durch. Verantwortlich ist ab jetzt in erster Linie die Technik, und die soll nach der Umrüstung zuverlässiger funktionieren - in der Vergangenheit gab es regelmäßig Störungen, bei denen sich die Schranken nicht richtig schlossen oder öffneten.

Bis 2027 soll der Bahnübergang ganz verschwinden

Damit ist der erste Schritt des Umbaus erfolgt. Doch langfristig soll der Bahnübergang in der Oeserstraße ganz verschwinden. Pläne dafür gibt es schon länger. Die Bahn und die Stadt Frankfurt wollen in einem zweiten Schritt eine Unterführung für Fußgänger und Radfahrer zu bauen. Sie soll 2023/2024 fertig sein. Im dritten Schritt soll bis 2027 dann auch eine Unterführung für Autos entstehen.

Damit wäre der Bahnübergang dann beseitigt - Fußgänger, Rad- und Autofahrer müssten nicht mehr die vielbefahrenen Gleise überqueren. "Wir werden weiter auf die Straße gehen, damit wir in den Köpfen präsent sind. Damit die Bahn und die Stadt nicht auf den Gedanken kommen, dass es für uns jetzt erledigt ist", kündigte Heike Stoner von der Bürgerinitiative an.

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