Die Mainfähre hat sich am Ufer bei Mühlheim festgefahren.

Die fast 120-jährige Geschichte der Mainfähre in Mühlheim ist beendet. Am Ende scheiterte der weitere Betrieb an zu hohen Kosten und fehlendem Fachpersonal.

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hessenschau vom 24.06.2020
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Die Mainfähre zwischen Mühlheim (Offenbach) und Maintal-Dörnigheim (Main-Kinzig) ist Geschichte. Der Offenbacher Kreistag hat am Mittwoch in Dietzenbach das Ende der Fähre besiegelt. Die Koalition aus CDU und SPD hat in dem Plenum die Mehrheit. Sie stimmte dafür, dass der Fährbetrieb eingestellt wird.

Der Kreisausschuss hatte die Einstellung des Betriebes aus verschiedenen Gründen empfohlen. Größtes Problem: Auch nach intensiver Suche konnte kein geeigneter Betreiber gefunden werden.

Fährleute kaum zu bekommen

Der Betrieb der Fähre ist technisch anspruchsvoll, und Fährleute mit Patent sind kaum zu haben. Ein Versuch mit einem branchenfremden Interessenten war im Sommer 2019 schon nach kurzer Zeit gescheitert.

Es wäre möglich gewesen, den Betrieb der Fähre in Eigenregie zu übernehmen, doch für diese Möglichkeit hatte der Kreisausschuss ein jährliches Defizit von 183.000 Euro errechnet.

Vor der Entscheidung gab es im Kreistag einen Schlagabtausch zwischen CDU und SPD auf der einen Seite und der Opposition auf der anderen, die an den Berechnungen zweifelte.

Havarie am ersten Tag

Im Oktober 2017 hatte die Mainfähre ihren Betrieb eingestellt, nachdem der alte Pachtvertrag wegen Sicherheitsmängeln aufgekündigt worden war. Fast zwei Jahre dauerte es, bis sich die Fähre im Juli 2019 unter neuer Leitung noch einmal kurz in Bewegung setzte.

Doch gleich am ersten Tag kam es zu einer Havarie. Zwei Verbindungsseile waren gerissen. Der Kreis kündigte dem neuen Betreiber, sprach gar von "untragbaren Vertragsverstößen" und einer "ganz erheblichen Gefährdung des Schiffsverkehrs".

Die MS Dörnigheim und alles, was dazugehört, sollen nun verkauft oder - wie der Kreis schreibt - verwertet werden. Im Klartext heißt das wohl: verschrottet.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 24.06.2020, 19.30 Uhr