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Das Unwetter sorgte auch in Frankfurt-Bockenheim für überschwemmte Straßen. Bild © Sandra Mais

Heftige Unwetter sind am Donnerstagnachmittag über Hessen gezogen. Straßen waren überflutet. In mehrere Häuser schlug der Blitz ein. In Frankfurt wurde eine Klinik teilweise evakuiert. Züge und Flüge fielen aus.

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In weiten Teilen Hessens hatte der Deutsche Wetterdienst am Nachmittag die höchsten Unwetter-Warnstufen ausgerufen. Das Rhein-Main Gebiet war vom Starkregen besonders betroffen, aber auch in Mittelhessen, im Vogelsberg und im Odenwald waren Feuerwehren wegen Blitzeinschlägen und Regenmassen im Einsatz.

In Mücke (Vogelsberg) wurden Straßen überflutet und liefen Keller voll. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz, wie die Leitstelle Vogelsberg berichtete. Auch die Feuerwehr Bruchköbel (Main-Kinzig) pumpte mehrere Keller aus.

Dachstuhlbrand in Mittelhessen

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In Ehringshausen (Lahn-Dill) fing nach einem Blitzeinschlag der Dachstuhl eines Hauses Feuer. Laut Polizei konnte der Brand rasch gelöscht werden. Das Unwetter führte im Lahn-Dill-Kreis zu voll gelaufenen Kellern, umgestürzten Bäumen und abgedeckten Dächern wie die Wetzlarer Neue Zeitung berichtete.

Krankenhaus in Frankfurt ohne Strom

Im Elisabethen-Krankenhaus im Frankfurter Stadtteil Bockenheim fiel wegen des Regens der Strom aus. Am frühen Abend begann die Evakuierung von insgesamt elf Intensivpatienten. Sie wurden in andere Krankenhäuser verlegt.

Gegen 21 Uhr teilte die Feuerwehr mit, dass die Stromversorgung mithilfe eines mobilen Stromgenerators wieder hergestellt werden konnte. Eine Evakuierung aller Stationen war nicht nötig. Aus dem Keller der Klinik wurde noch am späten Abend Wasser gepumpt. Der Frankfurter Stromversorger Mainova berichtete von Stromausfällen in mehreren Stadtteilen, vor allem in Bockenheim und Sachsenhausen. Die Feuerwehr Frankfurt hatte bis zum späten Abend rund 450 Einsätze.

Am Frankfurter Hauptbahnhof gab es durch starken Regen Wassereinbrüche im Tiefbahnhof. Einige der S-Bahngleise wurden am Nachmittag aus Sicherheitsgründen gesperrt, wie eine Bahn-Sprecherin sagte. Gegen 19 Uhr teilte die Bahn mit, drei der vier S-Bahn-Gleise seien wieder befahrbar. "Der Verkehr rollt wieder", sagte die Sprecherin. U-Bahnen waren nicht betroffen.

Dachstuhlbrand in Sachsenhausen

Zudem war am Nachmittag der Blitz in ein Stellwerk in Frankfurt-Höchst eingeschlagen, was bis zum frühen Abend ebenfalls zu Ausfällen und Verspätungen führte. Im Stadtteil Sachenhausen setze ein Blitz einen Dachstuhl in Brand. Am frühen Abend teilte die Feuerwehr mit, das Feuer sei unter Kontrolle, die Nachlöscharbeiten dauerten noch an.

In Frankfurt hatte die Feuerwehr am Nachmittag innerhalb von eineinhalb Stunden rund 200 Einsätze. Keller und Unterführungen liefen voll. Laut Feuerwehr vor allem in den Stadtteilen Unterliederbach, Westend und Bockenheim. Der Notruf 112 war überlastet.

Probleme am Airport

Auch Frankfurter Flughafen kam es zu Problemen. Die Zahl der Landeflüge sei zeitweise von rund 50 auf bis zu 15 pro Stunde reduziert worden, berichtete eine Pressesprecherin von Fraport. Es sei zu 148 Annullierungen gekommen. Wegen des Gewitters hätten für zehn Minuten die Bodenverkehrsdienste Flugzeuge weder be- noch entladen können. Passagiere sollen sich sicherheitshalber mit ihrer Airline in Verbindung setzen, um zu erfahren, ob ihr Flug zur geplanten Zeit starte.

Seit 14:30 Uhr arbeiten wir an über 80 unwetterbedingten Einsätzen. Es handelt sich überwiegend um vollgelaufene Keller und Überflutungen durch den Regen. Auch einige Blitzeinschläge wurden uns gemeldet. Beachten sie die Hinweise des DWD https://t.co/mga8yVz906 ^tg

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Straßen unter Wasser in Südhessen

In Südhessen kam es vereinzelt zu Überschwemmungen von Straßen, etwa in Etzen-Gesäß und bei Erbach im Odenwald. Wasser und Matsch schwemmten im Erbacher Stadtteil Schönnen auf die B45, die Fahrbahn war laut Polizei aber noch passierbar. Größere Unwetter-Schäden blieben in Südhessen aus - an Darmstadt zog das Unwetter sogar ganz vorbei.

Etzen-Gesäß Unwetter
Land unter: Überschwemmung in Etzen-Gesäß (Odenwald) Bild © Einsatzreport-Südhessen