Spurensicherer und eine Leiche am Tatort
Archivbild: Spurensicherung nach der Tat im Januar 2014 Bild © picture-alliance/dpa

Weil er zwei Angeklagte vor einem Gerichtsgebäude in Frankfurt tötete, muss ein Mann lebenslang hinter Gitter. Damit bestätigte das Landgericht Limburg ein Urteil aus dem Jahr 2015. Mit dem Doppelmord hatte der Verurteilte seinen Bruder rächen wollen.

Lebenslange Freiheitsstrafe und Feststellung der besonderen Schwere der Schuld - so lautet das Urteil, das das Landgericht Limburg am Montag gegen Hayamon S. verhängte. Der aus Afghanistan stammende S. hatte zuvor eingeräumt, im Januar 2014 zwei Landsleute vor einem Frankfurter Gerichtsgebäude erschossen und erstochen zu haben.

Damit schloss sich das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft an und bestätigte ein Urteil des Frankfurter Landgerichts aus dem Jahr 2015. Jener Richterspruch war vom Bundesgerichtshof wegen der möglichen Befangenheit eines Richters aufgehoben und der Fall an das Landgericht Limburg verwiesen worden.

Neun Schuss- und 28 Stichwunden

Die Tat hatte seinerzeit für Aufsehen gesorgt. S. hatte den beiden Männern auf dem Frankfurter Justizgelände aufgelauert und im Eingangsbereich des Landgerichts auf sie geschossen. Anschließend attackierte er sie mit einem Messer.

Laut Gericht fügte er ihnen neun Schuss- und 28 Stichwunden zu. Die Kammer sprach von einer "öffentlichen Hinrichtung". Schulkinder waren seinerzeit Augenzeugen des Angriffs geworden. S. flüchtete, konnte aber unweit des Tatorts festgenommen werden.

Richter: "Unbedingter Vernichtungswille

Die Limburger Richter werteten die Tat als Mord aus Heimtücke. S. habe mit "unbedingtem Vernichtungswillen" aus Selbstjustiz gehandelt. Die Getöteten waren wegen einer Messerstecherei angeklagt, bei der der Bruder von S. ums Leben gekommen war.

Mit der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld ist eine Entlassung von S. nach 15 Jahren ausgeschlossen. Die Verteidigung hatte auf Totschlag in zwei Fällen plädiert, ohne ein Strafmaß zu nennen. Vor Gericht sagte S., er sei von den Männern bedroht worden und habe einer möglichen Attacke auf seine Familie zuvorkommen wollen. Das glaubten ihm die Richter nicht.

Sendung: hessenschau, 11.02.2019, 19.30 Uhr