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Audioseite Gericht lehnt Revision nach Bahnsabotage-Urteil ab

Theißtal-Brücke der ICE-Strecke Frankfurt-Köln

Weil er die ICE-Schnellstrecke zwischen Frankfurt und Köln sabotierte, wurde ein Mann zu fast zehn Jahren Haft verurteilt. Seine Revision gegen das Urteil wurde jetzt abgelehnt. Bei der Tat vor knapp zwei Jahren war eine Katastrophe nur knapp verhindert worden.

Der Bundesgerichtshof hat die Verurteilung eines Mannes bestätigt, der an der ICE-Schnellstrecke zwischen Frankfurt und Köln Schrauben von den Schienen gelöst hatte, um einen Zug entgleisen zu lassen. Im Frühjahr dieses Jahres hatte das Landgericht Wiesbaden den damals 52-Jährigen dafür zu neun Jahren und zehn Monaten Haft wegen versuchten Mordes verurteilt.

Die Karlsruher Richter verwarfen nach Mitteilung vom Dienstag die Revision des Angeklagten. Die Überprüfung des Urteils habe keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben, so die Begründung. Das Urteil ist damit rechtskräftig.

Lokführer meldeten seltsames Fahrverhalten

Die Schrauben waren im März 2020 bei Niedernhausen (Rheingau-Taunus) auf einer Länge von rund 80 Metern gelockert worden. Verhindert wurde die Katastrophe seinerzeit dadurch, dass mehrere Lokführer ein seltsames Verhalten ihrer Schnellzüge meldeten. Die Strecke wurde daraufhin sofort gesperrt. Bei ihrer Überprüfung wurde die Sabotage entdeckt.

Bis dahin waren bereits mehr als 400 Züge mit bis zu 300 Stundenkilometern über die lose Schiene gefahren. Nach Berechnungen eines Gutachters hätte es nur noch 5 bis 30 Züge gebraucht, bis ein Zug entgleist wäre. In der Nähe befanden sich eine Brücke und eine Tunneleinfahrt.

Ermittler finden Hotelbuchung und Werkzeug

Der zur Tatzeit wohnsitzlose und wegen Einbrüchen mehrfach vorbestrafte Mann war wenige Tage später bei Köln festgenommen worden. Die Ermittler fanden bei ihm Hinweise auf seine Täterschaft, unter anderem eine Hotelbuchung in der Nähe des Tatorts sowie geeignetes Werkzeug.

Der Angeklagte im Prozess vor dem Landgericht Wiesbaden

Der Mann hatte zuvor versucht, die Bahn zu erpressen. In Briefen an das Bundeskanzleramt hatte er den Anschlag einer islamistischen Terrorzelle auf eine Bahnstrecke angekündigt, den nur er verhindern könne. Dafür forderte er mehrere Milliarden Euro.

Täter ruft bei Polizei an

Als man seiner Forderung nicht nachkam, schritt er laut Anklage selbst zur Tat. Er soll dann allerdings selbst bei der Bundespolizei angerufen und vor den losen Gleisen gewarnt haben. Die Verteidigung hatte deshalb auf Freispruch plädiert, die Staatsanwaltschaft hatte 13 Jahre Haft gefordert.

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