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Audioseite BUND gewinnt Umweltklage: Kein Baugebiet in Hofheim

Ein Gartenrotschwanz (Singvogel) sitzt in einem Baum.

Ein jahrelanger Streit zwischen der Stadt Hofheim und Umweltschützern wird auf gerichtlicher Ebene beendet: Die Stadt hatte ein neues Wohngebiet geplant, doch Kasseler Richter erteilten diesem jetzt eine Absage.

Eigentlich sollte in Hofheim am Taunus das "Wohngebiet Vorderheide II" mit 220 Wohneinheiten für 700 Menschen entstehen - zumindest nach den Plänen der Stadt. Doch das ist nun Geschichte. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof Kassel hat den Bebauungsplan des Wohngebiets in einem Urteil vom Mittwoch für unwirksam erklärt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Hessen hatte zuvor geklagt.

Für das seit bereits über zehn Jahren geplante Wohngebiet hätte der dort heimische Gartenrotschwanz weichen müssen. Der Bereich, so begründeten die Richter, hätte "vom Land Hessen als Vogelschutzgebiet zugunsten der besonders geschützten Zugvogelart Gartenrotschwanz gemeldet werden müssen". Auch sei kein angemessener Ausgleich für andere Vogelarten geschaffen worden.

Die Maßnahmen der Stadt zum Schutz der betroffenen Tiere genügten demnach "nicht den gesetzlichen Anforderungen". Vor allem die Erhaltung des Gartenrotschwanzes und der Zwergfledermaus seien nicht gesichert.

Kein öffentliches Interesse an Wohngebiet

Auf dem rund 11 Hektar großen Gebiet sollten Streuobstwiesen vor allem Einfamilienhäusern weichen. Das geht aus dem finalen Bebauungsplan der Stadt von 2015 hervor. Der BUND hatte stets auf die rund 200 dort lebenden Tierarten hingewiesen, von denen 13 Arten landesweit bedroht seien.

Auch ein zwingendes öffentliches Interesse an dem Wohngebiet liege nicht vor, weil der Bebauungsplan die Wohndichtevorgaben deutlich unterschreite. Daran ändere die ungebrochen hohe Nachfrage nach Wohnraum im Rhein-Main-Gebiet nichts.

Der Verwaltungsgerichtshof hat eine Revision durch das Bundesverwaltungsgericht nicht zugelassen. Dagegen wiederum könnte die Stadt klagen.

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