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Audioseite Seehund in Schwimmbad zerstört

Der zerstörte Seehund an seinem Platz

Jahrzehntelang erfreute ein kleiner Seehund aus Terrakotta die Kinderherzen im Freibad von Trebur. Jetzt zerstörten ihn Vandalen in einer nächtlichen Aktion. Die Gemeinde bittet die Bevölkerung um Hilfe.

Entsetzen in Trebur: Etwas, womit viele in der Gemeinde über Jahrzehnte schöne Kindheitserinnerungen verbanden, ist nicht mehr, sinnlos zerstört von Vandalen. Unbekannte waren Anfang Dezember nachts in das Schwimmbad eingedrungen und hatten dort gewütet.

"Der emotionale Schaden ist am höchsten"

Was das Bad dabei am härtesten trifft, ist die Zerstörung eines Terrakotta-Seehundes, der seit gut 35 Jahren am Rande des Plantschbeckens harrte. Generationen von Kindern hatten auf dem wasserspeienden Tontier gespielt. Die Vandalen schlugen ihm den Kopf ab. Der ist so zersplittert, dass eine Reparatur unmöglich ist.

Der intakte Seehund an seinem Platz

"Da ist der emotionale Schaden wesentlich höher als der finanzielle Wert", sagt Schwimmbadmitarbeiter Claas Schaub. Immerhin, auch der materielle Schaden geht in die Tausende. Ein adäquater Ersatz für die formschöne Figur, dann allerdings aus Glasfaserkunststoff, würde Schaub zufolge alleine mit 5.000 Euro zu Buche schlagen.

Außerdem wurde eine Glasscheibe am Eingang zerbrochen, Glas- und Porzellan-Aschenbecher zerstört, ebenso ein Insektenhotel. Es wurden Mülleimer umgeworfen, Gegenstände landeten im Wasser. Hier kommt nochmal einiges zusammen.

Spendenaktion in Sozialen Netzwerken

Auch der zuständige Fachbereichsleiter der Gemeinde, Stefan Kasseckert, ist fassungslos über die sinnlose Zerstörung. "Das hat uns schon sehr weh getan. Der Seehund ist fast so etwas wie ein Wahrzeichen für das Freibad. Fast alle Menschen, die in Trebur groß geworden sind, haben irgendwann mal da drauf gesessen."

In zahlreichen Facebook-Posts spiegelt sich die Betroffenheit der Treburer wider. "Ich bin entsetzt und zutiefst erschüttert", heißt es da etwa neben weinenden Emojis. Gleichzeitig freut sich Kasseckert über die große Solidarität in dem Sozialen Netzwerk. "Es laufen dort schon Anfragen zu Spendenaktionen.“

Vorfälle häufen sich

In letzter Zeit hatten die ungebetenen Besuche in dem Bad zugenommen. Dass sich jemand auch nach Betriebsschluss das Bad von innen ansehen wollte, habe es auch früher gegeben, berichtet Schwimmbadmitarbeiter Schaub. Dabei sei aber selten mal etwas kaputt gegangen. Jetzt aber häuften sich die Vorfälle. "Letzte Woche hatten wir jeden Abend Besuch." Und diesmal habe die Zerstörung überhand genommen.

Anzeige wurde freilich bereits erstattet. Hinweise darauf, wer hinter den Taten stecken könnte, gibt es aber bislang nicht. Trebur hofft jetzt auf Hilfe aus der Bevölkerung. In einem öffentlichen Aufruf bat die Gemeinde Anwohner, die Augen offen zu halten, etwa beim Gassigehen.

Täter sollen sich nicht sicher fühlen

Der Appell dient auch der Abschreckung. "Die Täter sollen wissen, dass sie bemerkt werden", sagt Kasseckert. Zudem wolle man vermitteln, dass sich das Einsteigen in das Schwimmbad nicht lohnt. "Es ist dort einfach nichts zu holen."

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