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Oberstaatsanwalt Alexander B. muss wieder in Haft

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Vor anderthalb Jahren rückte der Frankfurter Oberstaatsanwalt Alexander B. selbst ins Visier der Ermittler. Jetzt hat sich der Korruptionsverdacht gegen ihn erhärtet und ausgeweitet. Er muss zurück in Untersuchungshaft.

Der unter Korruptionsverdacht stehende Oberstaatsanwalt Alexander B. ist am Freitag erneut festgenommen worden und sitzt in Untersuchungshaft. Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt mitteilte, hatte sich der Verdacht gegen den Beschuldigten erhärtet.

Die Staatsanwaltschaft ermittle inzwischen wegen gewerbsmäßiger und fortgesetzter schwerer Bestechlichkeit in 101 Fällen gegen den 54-Jährigen, teilte eine Sprecherin mit. Dem Beschuldigten werde zudem gewerbsmäßige Untreue im Amt in mindestens 55 Fällen und neunfache Steuerhinterziehung vorgeworfen. Die Vorwürfe beziehen sich auf den Zeitraum von August 2015 bis Juli 2020.

Fluchtgefahr wegen neuer Vorwürfe

Als Oberstaatsanwalt war Alexander B. für Abrechnungsbetrug im Medizinbereich zuständig. Bei der Vergabe von Gutachten soll er allerdings selbst betrogen haben: Über zwei Firmen eines Schulfreundes soll er mit völlig überteuerten Aufträgen mehrere hunderttausend Euro eingestrichen haben. Der Schaden beläuft sich auf mehr als zehn Millionen Euro. Die Ermittlungen hatte seine damalige Lebensgefährtin im Jahr 2019 ins Rollen gebracht.

Knapp zwei Monate nach seiner ersten Verhaftung wurde Alexander B. im September 2020 wieder aus der Untersuchungshaft entlassen. Dass er nun erneut festgenommen wurde, begründet die Staatsanwaltschaft damit, dass sich seitdem weitere Tatvorwürfe "in erheblichem Umfang" ergeben hätten. Weil sich das zu erwartende Strafmaß damit deutlich erhöht habe, sei inzwischen von Fluchtgefahr auszugehen.

Welche Vorwürfe das sind, sagte die Sprecherin zunächst nicht. Weitere Informationen werde die Staatsanwaltschaft im Laufe der kommenden Woche bekannt geben.

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