Polizist und Spürhund bei Hammersbach
Die Leichensuche mit einem Spürhund in einem Waldstück bei Hammersbach war bislang erfolglos. Bild © Michael Seeboth (hr)

Vor fast 20 Jahren soll ein Mann seinen Bruder im Streit getötet haben. Die Polizei hat deswegen in einem Waldstück bei Hammersbach nach der Leiche gesucht. Der mutmaßliche Täter hatte sich bei seiner Festnahme wegen eines anderen Mordfalls im September selbst getötet.

Nicht zum ersten Mal durchstreiften Polizisten am Samstag ein Waldstück bei Hammersbach (Main-Kinzig). Zuletzt hatten die Beamten im Februar nach der Leiche eines 1951 geborenen Mannes aus Obertshausen (Offenbach) suchen wollen. Damals machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung: Für den Spürhund war es schlicht zu kalt.

Auch am Samstag spielte das Wetter nicht mit. Zwar suchten die Beamten unterstützt von einem so genannten "Archäologiehund" nach menschlichen Überresten, die Aktion wurde aber vorzeitig und ohne Ergebnis abgebrochen, weil es zu windig war, wie ein Polizeisprecher dem hr sagte.

Die Ermittler wollen ein zwei Jahrzehnte zurückliegendes Verbrechen aufklären. Sie gehen davon aus, dass der Mann aus Obertshausen, der seit dem Jahr 2000 vermisst wird, von seinem Bruder nach einem Familienstreit getötet wurde.

Verdächtiger soll auch Ehepaar getötet haben

Auslöser für die Suche waren Hinweise in Ermittlungen zu einem anderen Fall. Der mutmaßliche Täter hat nach Auffassung der Ermittler nicht nur seinen Bruder, sondern auch ein Ehepaar aus seiner Nachbarschaft in Dietzenbach (Offenbach) getötet. Als der damals 66 Jahre alte Tatverdächtige im September 2018 in seiner Wohnung in Dietzenbach festgenommen werden sollte, nahm er sich laut Polizei das Leben. Das Motiv für die Tötung des Ehepaars (61 und 64 Jahre alt) ist völlig unklar.

Ob und wann die Suche nach der Männerleiche fortgesetzt wird, stand am Samstag noch nicht fest.

Polizistin am Einsatzort in Dietzenbach
Der Verdächtige tötete sich im September bei seiner geplanten Festnahme selbst in seinem Wohnhaus. Bild © Einsatzreport Südhessen