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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Tod einer 16-jährigen Schülerin - Verfahren eingestellt

Ein Güterzug passiert den Bahnhof von Neuhof bei Fulda

Mehr als neuneinhalb Jahre nach dem tödlichen Glatteisunfall einer Schülerin am Bahnhof Neuhof ist das Verfahren gegen eine Geldauflage für die vier Angeklagten eingestellt worden. Ursache für den Tod des Mädchens sei eine Verkettung unglücklicher Umstände, urteilte das Gericht.

Das Landgericht Fulda hat am Dienstag das Verfahren um den tödlichen Glatteisunfall einer Schülerin am Bahnhof Neuhof (Fulda) gegen Geldauflagen eingestellt. Drei damalige Mitarbeiter der Deutschen Bahn und der Geschäftsführer einer mit dem Winterdienst beauftragten Firma waren wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen angeklagt gewesen.

Ein 16 Jahre altes Mädchen war im Februar 2010 auf einem vereisten Bahnsteig ausgerutscht und ins Gleisbett gefallen. Dort wurde sie von einem einfahrenden Regionalzug erfasst und getötet.

Richter: Gefährliche Glätte und bauliche Mängel

Der Vorsitzende Richter sprach am Dienstag von einer Verkettung unglücklicher Umstände, die zu dem Unfall geführt hätten: ein extremer Winter kombiniert mit Sorglosigkeit, den zahlreichen Schülern am Bahnsteig und vor allem den großen Schwachstellen durch das System der Deutschen Bahn mit Tochtergesellschaften und Subunternehmen.

Eine dermaßen gefahrenträchtige Wettersituation und die baulichen Mängel der Bahnsteigkante hätten ein besonders sorgfältiges Streuen und Räumen erfordert, sagte der Vorsitzende Richter. So hätte der tödliche Unfall verhindert werden können.

In Deutschland gebe es aber kein Strafrecht gegenüber Konzernen, sondern nur gegenüber Einzelpersonen. In diesem Fall sei die Verantwortung für die vielen Fehler nur schwer den einzelnen Angeklagten zuzuordnen gewesen. Die Staatsanwaltschaft war davon ausgegangen, dass der Bahnsteig am Tag des Unfalls nicht durchgängig und auf einem zu schmalen Stück von Schnee und Eis geräumt war.

Geldstrafe für die Angeklagten

Bei einer Verurteilung hätte den Angeklagten bis zu fünf Jahre Haft oder eine Geldstrafe gedroht. Der 46 Jahre alte Leiter des beauftragten Winterdienstes muss nun 3.600 Euro an die Bahnhofsmission Fulda zahlen. Der 41 Jahre alte Fahrdienstleiter, der 67 Jahre alte Winterdienstkoordinator und der 67 Jahre alte Bahnhofsmanager der Deutschen Bahn müssen jeweils 1.200 Euro an den Opferhilfeverein Weißer Ring, die Arbeitsgemeinschaft der Gefangenen- und Haftentlassenen-Hilfe und den Fuldaer Verein für Opferbetreuung zahlen. Im Prozess hatten die Beschuldigten bestritten, Schuld an dem Unfall zu sein.

Die Mutter der getöteten Schülerin, die als Nebenklägerin in dem  Prozess aufgetreten war, zeigte sich anschließend verständnisvoll. Sie habe nur Aufklärung gewollt, aber keine Vergeltung, sagte sie. Gegen die Entscheidung des Gerichts gibt es keine weiteren Rechtsmittel, da eine Verfahrenseinstellung kein Urteil ist.

Gleis Unfall 16-Jährige

Sendung: hr1, 22.10.2019, 17.00 Uhr