Mit Drehleitern und Spezialgerät rückt die Feuerwehr zu einem Dachstuhlbrand in Rodenbach aus. Zwei Menschen werden bei dem Feuer leicht verletzt - und auch um zwei tierische Patienten müssen sich die Retter kümmern.

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Audioseite Notarzt behandelt verletzte Kaninchen

Kaninchen, in den Händen von Rettungskräften, bekommen Sauerstoff über eine Maske
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Im Rettungswagen sitzt Notarzt Manuel Wilhelm und versorgt den letzten Patienten seines aktuellen Einsatzes in Rodenbach (Main-Kinzig): "Das ist eines der beiden Kaninchen, die die Kollegen der Feuerwehr rausgeholt haben", sagt er - und meint damit: raus aus einem brennenden Mehrfamilienhaus. Der komplette Dachstuhl stand hier am Montag in Flammen. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Neun Menschen aus brennendem Haus gerettet

Feuerwehr löscht mit Drehleiter einen Dachstuhlbrand

Die Rauchsäule war am Mittag schon von Weitem zu sehen, als die Feuerwehr das Mehrfamilienhaus im Ortsteil Niederrodenbach erreichte. Weil das gesamte Dach bereits in Flammen stand, rückte sie mit Drehleiter und Spezialgerät an. Neun Menschen brachten die Einsatzkräfte sicher ins Freie. Zwei kamen leicht verletzt ins Krankenhaus, vier versorgte der Rettungsdienst vor Ort.

Als der Rauch schon in die Wohnungen des obersten Stockwerks eingedrungen war, fand die Feuerwehr zwei Kaninchen und brachte auch sie nach draußen - zum Rettungswagen für eine Sauerstoffbehandlung.

Jetzt hält der Notarzt das Tierchen mit dem grauen Fell fest, während sein Kollege ihm eine Sauerstoffmaske vor die Nase hält. "So wie er aussieht, ist er ziemlich nass und hat auch sicher Rauchgase eingeatmet. Wir lassen ihn Sauerstoff inhalieren, bis er sich erholt hat."

Oberes Stockwerk voller Rauch

Insgesamt 70 Feuerwehrleute und 15 weitere Rettungskräfte waren in Rodenbach im Einsatz. "Das Feuer selbst ist nicht in die Wohnungen gekommen", erklärt Gemeindebrandinspektor René Herrmann. Dennoch zog der Rauch durchs Gebäude. Die Polizei bilanzierte am Nachmittag: "Das Doppelhaus ist vorerst wohl unbewohnbar." Die Bewohner seien in einer Notunterkunft der Gemeinde untergebracht.

Der Sachschaden liegt nach ersten Schätzungen der Polizei bei etwa 200.000 Euro. Was den Brand verursacht hat, war am Montagnachmittag noch nicht geklärt. Als er ausbrach, hätten Handwerksarbeiten am Dach stattgefunden, teilte die Polizei mit: "Inwieweit dies mit der Brandentstehung in Zusammenhang steht, wird nun durch die Brandermittler der Hanauer Kriminalpolizei untersucht."

Happy End für Kaninchen

Die Besitzer der beiden Glücks-Kaninchen hat die Feuerwehr inzwischen gefunden. Beide Tiere sind nach ihrer Sauerstoffbehandlung wieder fit und durften zu Herrchen und Frauchen zurück.

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