Polizist tippt etwas in ein Smartphone, im Hintergrund steht ein Streifenwagen

Er verriet Dienstgeheimnisse und besaß illegal Waffen: Das Amtsgericht Alsfeld hat einen ehemaligen Polizisten zu einer Geldstrafe verurteilt. Der 37-Jährige und sein Bruder waren wegen rechter Chats in die Schlagzeilen geraten.

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hs
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Ein 37 Jahre alter Ex-Polizist ist vom Amtsgericht Alsfeld (Vogelsberg) zu einer Geldstrafe von 7.000 Euro verurteilt worden. Er soll im März 2018 über das polizeiliche Auskunftssystem zwei Abfragen ohne dienstlichen Anlass vorgenommen haben. Die Informationen gab er an Dritte weiter. Der Überzeugung des Gerichts zufolge hat er unter anderem einer Bekannten verraten, ob ein Haftbefehl gegen ihren Sohn vorliegt.

Wegen rechter Chats freigesprochen

Darüber hinaus wurde der 37-Jährige am Dienstag wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt, wie ein Sprecher des Amtsgerichts mitteilte. Demnach hatte er in seiner Wohnung im nördlichen Vogelsbergkreis unerlaubt mehrere Schusswaffen sowie Munition aufbewahrt. Es soll sich um vier Pistolen, einen Revolver und fast 60 Patronen gehandelt haben.

Im Anklagepunkt der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen wurde der Ex-Polizist hingegen freigesprochen. Ihm wurde vorgeworfen, im Februar 2018 mit seinem Smartphone eine Videodatei mit dem Konterfei von Adolf Hitler in einer aus zehn Teilnehmern bestehenden Whatsapp-Chatgruppe veröffentlicht zu haben. Der 37-Jährige trat freiwillig von seinem Dienst zurück.

Bruder darf nicht mehr als Polizist arbeiten

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Sein Bruder, auch Polizist, landete ebenfalls kürzlich vor Gericht. Das Amtsgericht Alsfeld sprach ihn im Juni wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Sprengstoffgesetz schuldig. Er erhielt eine Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Vom Vorwurf der Volksverhetzung wurde er freigesprochen. So hatte das Amtsgericht zwar keinen Zweifel daran, dass der Angeklagte volksverhetzende Bilder und verbotene NS-Symbole per Whatsapp verschickt hatte. Aber da er das nur innerhalb geschlossener Gruppen getan habe, sei das nicht als öffentliches "Verbreiten" zu werten. Im disziplinarrechtlichen Verfahren wurde dem Mann verboten, seine Dienstgeschäfte bei der Polizei weiter zu führen.

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