Wind

Auf den kältesten April seit über 40 Jahren folgt ein kühler Start in den Mai. Doch das Wochenende bietet einen Lichtblick: Mehr als 20 Grad sind möglich. Davor liegen sehr nasse, ungemütliche Tage.

Auch wenn der Wonnemonat seinem Namen in dieser Woche noch keine Ehre macht, lässt sich immerhin festhalten: Wettertechnisch ist in den kommenden Tagen für jeden etwas dabei. Nach einem recht freundlichen Montag ändert sich schon am Dienstag das Wetter deutlich: Dank Sturmtief Eugen wird es herbstlich, wie hr-Meteorologe Ingo Bertram ankündigt: "Für Mai wird es wirklich sehr windig."

Vereinzelt erreichen die Sturmböen Geschwindigkeiten bis zu 100 Stundenkilometern. Dazu bringt das Tief dichte Wolken und ergiebige Schauer - und das in ganz Hessen. "Das Wetter ist eigentlich ziemlich einheitlich. Mehr als sonst, denn Hessen liegt fast immer an irgendeiner Wettergrenze", sagt Bertram voraus. Wärmer als 14 Grad werde es nicht.

Schnee, Graupelschauer und Gewitter

Noch ein bisschen kälter - und in höheren Lagen fast winterlich - wird es am Mittwoch. Bei Höchsttemperaturen von 6 bis 12 Grad kann es kräftig regnen und zum Teil auch gewittern. Laut Bertram ist das nicht alles: "Auf den höheren Bergen kann auch Schnee dabei sein, in tieferen Lagen auch Graupelschauer." Und das im Wonnemonat? Schnee im Mai komme natürlich nicht oft vor, erklärt Bertram, ganz außergewöhnlich sei es aber nicht.

Am Donnerstag dürfte sich am ungemütlichen Wetter nicht viel ändern: Ein neues Tief sorgt weiter für kühle Temperaturen und kräftige Regenfälle. Während Sonnenanbeter das viele Nass von oben wenig begeistern dürfte, freut sich Bertram: "Das Wasser wird nach wie vor dringend gebraucht." Noch immer sei das Defizit der zurückliegenden drei trockenen Jahre nicht ausgeglichen. "Es ist zwar nicht das Wunschwetter der Menschen, da wollen viele ja immer Sonnenschein und Wärme haben - aber für die Natur ist es eben das Wunschwetter", sagt der Meteorologe und Naturversteher.

Über 20 Grad am Wochenende

Schließlich hat Bertram auch für diejenigen, die sich nach sommerlichen Wetter sehnen, gute Nachrichten: "Ab dem Wochenende wird es wahrscheinlich deutlich wärmer." Am Samstag rechnet er mit bis zu 20 Grad, am Sonntag könnten es sogar noch ein paar Grad mehr werden.

Wie lange das anhält, lässt sich laut Bertram noch nicht sagen: "Es kann sein, dass es zwei oder drei Tage sehr warm wird, vielleicht gefolgt von Gewittern." Vielleicht könne die Wärme auch länger anhalten.

Kältester April seit über 40 Jahren

Wünschen würden sich das sicher viele - vor allem nach den frostigen Temperaturen im vergangenen Monat. Mit einer Durchschnittstemperatur von gerade mal 6,1 Grad war es der kälteste April seit 1977, wie der hr-Meteorologe mit einem Blick in die Statistik feststellt. In Gießen wurde mit zwölf Frosttagen sogar ein neuer Rekord aufgestellt.

Gleichzeitig sei der April vergleichsweise trocken und sonnig gewesen, erklärt Bertram. 190 Stunden lang schien die Sonne - sonst sind es im April im Schnitt rund 150 Sonnenstunden. "Eine ungewöhnliche Kombination, dass ein April überdurchschnittlich viel Sonne hatte und gleichzeitig eine unterdurchschnittliche Temperatur", findet der Meteorologe. Das sei eher typisch für Wintermonate.

Sendung: hr-fernsehen, alle wetter!, 03.05.2021, 19.15 Uhr