Ein Polizist mit einem Geschwindigkeitsmesser
Polizist mit mobilem Geschwindigkeitsmessgerät (Archivbild). Bild © picture-alliance/dpa

Ein Tag ohne Verkehrstote in Europa: Diesem Ziel fühlt sich auch die hessische Polizei verpflichtet und verstärkt in dieser Woche ihre Kontrollen. Am Mittwoch sind Raser im Visier, am Donnerstag wird nach Handynutzern am Steuer gefahndet.

Videobeitrag
hs

Video

zum Video Landesweite Kontrollaktion der Polizei

Ende des Videobeitrags

Zwischen 2007 bis 2017 sind auf der Bundesstraße 457 zwischen Gießen und Nidda (Wetterau) 27 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen, auf einer Strecke von gerade einmal 33 Kilometern Länge. Das Polizeipräsidium Mittelhessen schlug daraufhin Alarm. Das Überbringen einer Todesnachricht an Hinterbliebene ist auch für die Beamten eine enorme Belastung - vom Leid der Angehörigen ganz zu schweigen.

Mit verstärkten Kontrollen soll die Situation an der Strecke entschärft werden, so zum Beispiel am Mittwoch mit einer sogenannten Schwerpunktaktion. Die Beamten wollen den Autofahrern nahebringen, dass es allein an ihnen liegt, dass es zwischen Gießen und Nidda so oft kracht: weil sie zu schnell fahren, zu wenig Abstand halten, die Vorfahrtsregeln nicht beachten oder sich berauscht ans Steuer setzen. In ganz Mittelhessen ist an diesem Tag mit erhöhtem Blitzereinsatz zu rechnen.

Aktion eines europaweiten Polizeinetzwerks

Die Schwerpunktkontrolle ist Teil einer europaweiten Aktion des Polizeinetzwerks Tispol. Dieses hat es sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Verkehrsunfallopfer weiter zu senken. Und mehr als das: Die aktuelle Kampagne heißt "Edward", was für "European day without a road death" also "Europaweiter Tag ohne Verkehrtoten" steht. Die Polizei ruft Autofahrer dazu auf, ihr eigenes Verhalten hinter dem Steuer zu hinterfragen und so zu mehr Verkehrssicherheit beizutragen.

Neun Verkehrstote in Frankfurt im Jahr 2017

Audiobeitrag
Polizist mit Blitzer

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Polizei in Mittelhessen fahndet schwerpunktmäßig nach Rasern

Ende des Audiobeitrags

Gerade Fahrradfahrer und Fußgänger sind im Straßenverkehr besonders gefährdet, betont die Frankfurter Polizei. Sie will rund um den Aktionstag mit Nachdruck darauf achten, ob die Autofahrer den Sicherheitsabstand einhalten, im Notfall eine Rettungsgasse bilden, Schulwege sicher sind, Lastwagenfahrer beim Abbiegen den Geradeaus-Verkehr im Blick haben und Autos unzulässig aufgemotzt wurden. Im vorigen Jahr kamen neun Menschen bei Unfällen in Frankfurt ums Leben, darunter je zwei Fußgänger und Radfahrer.

Handy-Kontrollen am Donnerstag

Die Polizei kontrolliert in diesen Tagen nach eigenen Angaben auch, ob sich Autofahrer während der Fahrt durch ihr Smartphone ablenken lassen. Im Rahmen der "Edward"-Aktion soll am Donnerstag der Fokus auf diesem Aspekt liegen. Neben Frankfurt soll hierfür ein weiterer Schwerpunkt rund um das Kirchheimer Dreieck von A7 und A4 liegen.

Die Losung für diesen Tag: "focus on the road" (Aufmerksamkeit auf die Straße). Das Polizeipräsidium Osthessen meldet, dass seine Beamten vermehrt untersuchen, ob die Autofahrer diese Selbstverständlichkeit verinnerlicht haben.

Unnötig auf der Hut waren wohl manche Autofahrer, die - hoffentlich nicht während der Fahrt - eine WhatsApp-Nachricht lasen, wonach schon an diesem Dienstag ein Blitzermarathon stattfinde. Diese weitverbreitete Meldung sei ein Fake, wie die HNA berichtet.