Landgericht Frankfurt

Nach einer Messerattacke in einem Frankfurter Krankenhaus ist ein Mann wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden. Er hatte seine Ex-Frau an ihrer Arbeitsstelle in der Cafeteria angegriffen.

Das Landgericht Frankfurt verurteilte den Mann am Freitag gleich in zwei Fällen wegen gefährlicher Körperverletzung. Er muss nun viereinhalb Jahre in Haft. Der 52 Jahre alte Angeklagte wurde darüber hinaus wegen seiner Alkohol- und Drogensucht in einer Therapieeinrichtung untergebracht.

Im September letzten Jahres hatte er seine 45 Jahre alte Ex-Frau an ihrer Arbeitsstelle in einem Frankfurter Krankenhaus mit einem Messer angegriffen. Sie arbeitete im Hospital zum Heiligen Geist als Reinigungskraft. Der Grund: Eifersucht und Ärger über die vorausgegangene Trennung.

Der Mann suchte laut Gericht zunächst das Gespräch mit seiner Ex-Frau. Die Unterhaltung entfachte sich dann jedoch zu einem lautstarken Streit. Auch den 42-jährigen Pförtner des Krankenhauses verletzte der Mann mit seinem Messer, nachdem dieser der Frau zu Hilfe eilte.

Ex-Frau zeigte Verständnis für Täter

Die Ex-Frau zeigte im Prozess Verständnis für die Situation ihres Ex-Mannes. Sie hatte offenbar kein Interesse an einer Bestrafung. Das wirkte sich strafmildernd für den Täter aus. Der 52-Jährige hatte dem Gericht zufolge erst im Alter eine Drogen- und Alkoholsucht entwickelt. Ob der Täter während der Tat berauscht war, ist bisher nicht bekannt.

Im Prozess gestand der Mann die Tat, bestritt aber eine Tötungsabsicht. In beiden Fällen beendete der 52-Jährige von sich aus die Tat und sah von weiteren Attacken ab. Daher erkannten die Richter einen Rücktritt vom Tötungsversuch an und verurteilten ihn nicht wegen versuchten Totschlags. Das Urteil ist bereits rechtskräftig und kann daher nicht mehr angefochten werden.

Die Tat hatte für Aufsehen gesorgt, weil währendessen in der Cafeteria auch Patienten und Besucher anwesend waren. Der Angreifer wurde kurz nach der Tat festgenommen.