Im Prozess um den Angriff mit einem Auto auf den Rosenmontagszug in Volkmarsen (Waldeck-Frankenberg) hat am 24. Verhandlungstag unter anderem der Bürgermeister der Kommune vor dem Landgericht in Kassel ausgesagt.

Hartmut Linnekugel (parteilos) berichtete am Donnerstag, die Tat sei in der Kleinstadt noch allgegenwärtig. "Man wartet in Volkmarsen auf den Abschluss des Verfahrens". Er wünsche sich eine Entscheidung noch vor Weihnachten, sagte der Rathauschef am Rande der Verhandlung. Angesetzt sind Verhandlungstermine bis zum 16. Dezember.

Der Angeklagte war laut Generalstaatsanwaltschaft am 24. Februar 2020 in eine Zuschauermenge und den Umzug gefahren. 90 Menschen, darunter viele Kinder, erlitten teils schwere Verletzungen. Weitere Opfer trugen seelische Wunden davon - die Ermittler gehen von insgesamt mehr als 150 Betroffenen aus.

Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem heute 31-Jährigen 91-fachen versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung in 90 Fällen sowie gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr vor. Das Motiv für die Tat ist bisher völlig unklar. Gegenüber Ermittlern äußerte sich der Angeklagte seit seiner Festnahme nach der Tat nicht.