Verunglückter Bus im Wald bei Pohlheim
Wie durch ein Wunder prallte der Bus nicht mit einem Baum zusammen. Bild © Feuerwehr Gießen

Ein vollbesetzter Linienbus ist im mittelhessischen Pohlheim über eine Böschung in den Wald gerollt - ohne Fahrer. Dort kam er erst nach 150 Metern zum Stehen. Fahrgäste schlugen die Scheiben ein, um sich zu befreien.

Mit vier Leichtverletzten ist ein Unfall am Samstagvormittag vergleichweise glimpflich ausgegangen. Der Fahrer eines RMV-Linienbusses war kurz an der Haltestelle bei Pohlheim-Hausen (Gießen) ausgestiegen, als sich der Bus selbstständig machte. Nach Angaben der Polizei wollte der 51 Jahre alte Mann wegen eines defekten Kassiergeräts von außen die Stromzufuhr abschalten. Weil er jedoch die Feststellbremse nicht angezogen hatte, rollte der mit 36 Fahrgästen besetzte Bus ohne ihn die abschüssige Straße hinunter.

Nach etwa 60 Metern fuhr das Fahrzeug an einer scharfen Kurve geradeaus und eine Böschung hinunter in den Wald, wie die Feuerwehr berichtete. Dort rollte der Bus durch eine 150 Meter lange Schneise, bevor er gerade noch rechtzeitig vor angrenzenden Bahnschienen zu stehen kam. Glücklicherweise prallte er dabei mit keinem der Bäume zusammen.

Die Businsassen schlugen die Scheiben ein, um sich aus dem Wagen zu befreien. Drei der Fahrgäste wurden mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Auch der Fahrer war leicht verletzt. Er war gestürzt, als er versucht hatte, in den rollenden Bus zu springen. Ein Ersatzbus brachte die Unverletzten anschließend von der Unfallstelle. Am Bus entstand ein Sachschaden von etwa 40.000 Euro.

Eine zerschlagene Scheibe des Busses
Fahrgäste schlugen die Scheiben ein, um sich zu befreien. Bild © Feuerwehr Gießen

Sendung: hr-iNFO, 06.10.2018, 14.30 Uhr