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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Interview mit Rainer Kresken, Leiter der Starkenburg Sternwarte in Heppenheim

Supermond Frankfurt

Mitten in der Corona-Krise spendet der Mond besonders viel Licht. In der Nacht zum Mittwoch kam er der Erde besonders nahe und wirkte extra groß.

Der älteste Begleiter der Erde kam uns in der Nacht auf Mittwoch besonders nahe. Um 1.13 Uhr sollte er im Zenit stehen: bis zum Platzen rund, strahlend, wahrscheinlich von keiner Wolke verdeckt und nur schlappe 353.008 Kilometer von uns entfernt. "Sehr viel näher kann der Mond der Erde nicht kommen", sagte Carolin Liefke von der Vereinigung der Sternenfreunde mit Sitz in Heppenheim.

Gute drei Stunden später, um 4.35 Uhr, sollte der April-Vollmond dann seine maximale Ausdehnung erreichen. Um diese Zeit neigte er sich in einem Abstand von dann 354.397 Kilometern schon dem Horizont zu - und wirkte noch größer. "Wenn der Mond sich dem Horizont zuneigt, können wir ihn leichter in Relation setzen zu Bäumen, Häusern, dadurch wirkt er größer", sagte Liefke.

Astronomen sprechen nicht von "Supermond"

Die Astronomin schaute bereits in den zurückliegenden Nächten mit ihrem Teleskop gespannt himmelwärts - nicht nur wegen des strahlenden vollen Mondes. Liefke bewunderte nach eigener Aussage derzeit den Abendstern Venus in der Nähe des Siebengestirns: "Der steht im Westen des Abendhimmels, während im Osten deUr Mond aufgeht."

Großer Mond über Berg

Der extragroße Mond begann am Dienstag übrigens um 19 Uhr seine Wanderung übers Firmament. "Und schreiben Sie nicht Supermond", bittet Carolin Liefke noch, "das ist kein astronomischer Begriff, und wir Astronomen hassen diese Bezeichnung." Die Betrachter sollten sich ohne einen solchen Marketingbegriff einfach an der Schönheit des Mondes erfreuen, wünscht sie sich.

Vergleich mit Oktober-Vollmond

Der kleinste Vollmond 2020 ist Liefke zufolge in einem halben Jahr zu beobachten, wenn er auf seiner elliptischen Umlaufbahn am weitesten von der Erde entfernt ist. Wer also in der kommenden Nacht ein Foto vom Mond macht und eines vom Oktober-Vollmond und beide nebeneinander legt, dem leuchtet die Größe dieses April-Vollmonds noch deutlicher ein.

Sendung: hr1, 07.04.2020, 18.45 Uhr