Lkw-Unfall auf A5 zwischen Seeheim-Jugenheim und Darmstadt
Unfallstelle auf der A5 zwischen Seeheim-Jugenheim und Darmstadt Bild © Keutz TV-News

Weil er Schlangenlinien fuhr und ungebremst in ein Stauende zu rasen drohte, hat die Polizei einen 40-Tonner auf der A5 bei Darmstadt brachial gestoppt. Der Lkw-Fahrer sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Der Einsatz war noch einmal glimpflich, wenn auch mit hohem Sachschaden ausgegangen: Mit einer Straßensperre aus einem Streufahrzeug der Straßenmeisterei und einem Streifenwagen hatte die Polizei am Samstag auf der A5 zwischen Seeheim-Jugenheim und Darmstadt einen betrunkenen Lkw-Fahrer gestoppt.

Am Sonntag ordnete ein Richter Untersuchungshaft gegen den Mann an. Seine Identität konnte noch immer nicht definitiv geklärt werden. Nach derzeitigen Erkenntnissen soll es sich um einen 41-Jährigen aus der Ukraine handeln, verifiziert ist diese Angabe laut Polizei aber immer noch nicht.

Der Mann war am Samstag auf der A5 in Baden-Württemberg in Richtung Norden unterwegs, als er der Polizei auffiel, weil er Schlangenlinien fuhr. Erst in Hessen konnte er durch die Sperre gestoppt werden. Die Einsatzkräfte hätten befürchtet, dass der 40-Tonner ansonsten in Südhessen ungebremst in ein Stauende gefahren wäre, sagte ein Polizeisprecher dem hr. Der Mann hatte mehrfach versucht, Polizeistreifen abzudrängen, und war unter anderem auch mit Vollgas über zwei Autobahn-Parkplätze gerast.

Alkoholgeruch und leere Wodkaflaschen

Die Polizisten errichteten daher die Sperre. In diese fuhr der Lkw-Fahrer ungebremst, obwohl das Hindernis nach Polizeiangaben gut zu erkennen war. Der Mann wurde in seiner Führerkabine eingeklemmt, von Rettungskräften befreit und leicht verletzt in eine Klinik gebracht. Eine erste Meldung, dass der Mann schwer verletzt worden sei, korrigierte die Polizei später.

Ein Alkoholtest nach der Festnahme ergab einen Wert von 2,3 Promille. Passend dazu waren im Fahrzeug mehrere leere Wodkaflaschen entdeckt worden. Angaben, wonach der Mann 37 Jahre alt sei, revidierte die Polizei später. Persönliche Dokumente, die im Führerhaus gefunden wurden, gehörten nicht ihm.

A5 stundenlang gesperrt

Bei dem Aufprall erlitten alle drei Fahrzeuge - der Sattelzug, der Lastwagen der Autobahnmeisterei und der Streifenwagen - Totalschaden. Die Polizei schätzt die Kosten auf rund 300.000 Euro.

Die A5 wurde für die Bergungsarbeiten in Richtung Norden zwischen Seeheim-Jugenheim und Darmstädter Kreuz voll gesperrt. Erst gegen 22.30 Uhr wurde die Autobahn wieder für den Verkehr freigegeben.

Sendung: hr-Fernsehen, hessenschau, 15.12.2018, 19.30 Uhr