Einkaufskorb mit Handschuhen

Normalerweise konkurrieren sie miteinander, in Zeiten des Coronavirus halten sie zusammen: Die Jugendorganisationen von CDU, SPD, Grüne, Liberale und Linke im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis wollen älteren Menschen, Erkrankten und Menschen in häuslicher Quarantäne unter die Arme greifen.

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hessenschau kompakt - 16:45 Uhr vom 16.03.2020
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Auf die Idee sei sie gekommen, als sie ihrer eigenen Oma Unterstützung bei Einkäufen angeboten habe, sagte Leonie Bierent von der Jungen Union im Werra-Meißner-Kreis. "Ich fragte mich, was mit den älteren Menschen ist, die niemanden haben, der ihnen hilft." Genau da wollte die 25-Jährige ansetzen. Ihre Überlegungen teilte sie in einer gemeinsamen Whatsapp-Gruppe der Jugendorganisationen der Parteien. "Wir sind im Werra-Meißner-Kreis ziemlich gut vernetzt", sagte die Jurastudentin.

Die Idee fiel bei Jusos, der Grünen Jugend, den Jungen Liberalen und der Linksjugend schnell auf positives Echo. Noch am Samstag hätten sich die Jugendorganisationen dann besprochen und gemeinsam auf Twitter dazu aufgerufen, sich als Helfer bei ihnen zu melden - um ab der kommenden Woche, Einkäufe für Risikopersonen zu erledigen.

"Es geht darum, dass wir Freiwillige sammeln, die für Menschen einkaufen gehen, die alleinstehend sind und in die Risikogruppen fallen. Damit sie grundversorgt sind und sich nicht unnötigen Risiken aussetzen müssen", erklärte Leonie Bierent.

Initiative

Politische Meinungsverschiedenheiten hätten bei dieser Initiative ausnahmsweise keine Rolle gespielt. "Wir waren uns relativ schnell einig, dass man hier auch einfach die ganzen politischen Querelen, die man vielleicht untereinander hat, mal zur Seite schiebt und sagt, es geht hier um Zusammenhalt und wichtigere Dinge", sagte die stellvertretende Vorsitzende der Jungen Union im Werra-Meißner-Kreis.

Der gemeinsame Aufruf stieß in den sozialen Netzwerken auf große Resonanz. Die Schleswig-Holsteiner Bildungsministerin Karin Prien, der ehemalige Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz, Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe (alle CDU) und auch der Fernsehmoderator Jan Böhmermann teilten auf Twitter den Tweet der Jugendorganisationen.

Hotline spätestens Mittwoch erreichbar

Mindestens 50 Freiwillige aus der Region hätten sich inzwischen auf den Aufruf gemeldet, sagte Leonie Bierent am Sonntag. Momentan sammle man Kontaktdaten und bereite die Aktion vor. Dienstag oder Mittwoch solle eine zentrale Telefonnummer dann für Anfragen von Personen, die die Hilfe in Anspruch nehmen wollen, erreichbar sein. Die Nummer werde dann zeitnah veröffentlicht werden.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau 16.03.2020, 19.30 Uhr