Spaziergänger im Regen
Frühlingsgefühle im Regen: Der Mai ist zu nass. Bild © picture-alliance/dpa

Der Wonnemonat Mai präsentiert sich weiterhin von seiner Schattenseite: Gewitter und heftiger Regen durchqueren Hessen. Immerhin an einem Tag in dieser Woche kommt der Frühsommer zur Stippvisite.

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Das Regensoll für diesen Monat ist schon fast erfüllt. 60 Liter pro Quadratmeter fielen in den ersten zweieinhalb Mai-Wochen in Frankfurt. In den kommenden Tagen könnte noch mal die gleiche Menge dazu kommen. Normal sind 70 Liter Regen im kompletten Monat.

"Der Mai ist deutlich zu feucht und zu kühl", sagt hr-Meteorologe Tim Staeger. Nach 13 zu warmen Monaten hintereinander wird diese Serie nun zu Ende gehen. Aktuell liege der Mai drei Grad unter dem langjährigen Schnitt, so Staeger. Aufholen werde das der verbleibende Monat nicht mehr.

Regengebiet im Anmarsch

Denn auch in den kommenden Tagen macht der Wonnemonat seinem Namen keine Ehre. Feuchte Luft aus dem östlichen Mittelmeerraum zieht nur langsam ab. Bereits am Montag sind weitere heftige Gewitter im Anmarsch. Lokal sei mit Regen, Sturm und Hagel zu rechnen, warnt der Wetterexperte: "Potenziell ist ganz Hessen betroffen. Aber wir wissen nicht genau, wo." Schon am Sonntag hatten Unwetter für vollgelaufene Keller und gesperrte Straßen gesorgt.

Am Dienstag ist Hessen dann flächendeckend betroffen. "Es kommt ein richtiges, großflächiges Regengebiet", sagt Staeger. Starke, teils lang anhaltende Niederschläge bringen 20 bis 50 Liter Regen pro Quadratmeter. Erst am Dienstagabend klingen die Regenfälle ab.

Allergiker haben zu kämpfen

Wetterbesserung ist ab Mittwoch in Sicht. Von Westen her wird es allmählich freundlicher. Am Donnerstag kommt sogar ein Hauch von Frühsommer nach Hessen. Bei Sonne und Wolken kratzen die Werte an der 25-Grad-Grenze, ehe es ab Freitag wieder wechselhafter mit Schauern wird.

"Ein stabiles Sonnenhoch ist derzeit nicht in Sicht", erklärt hr-Meteorologe Staeger. Während sich die Natur über dringend nötige Niederschläge freuen darf, müssen sich die Sonnenanbeter und Grillfreunde weiter etwas gedulden. Zu leiden haben in diesem Jahr auch die Allergiker. Durch den schnellen Wechsel von kaltem zu warmem Wetter ist die Natur förmlich explodiert. Vor allem die Birkenpollen fliegen derzeit heftig. Ärzte und Apotheker berichten von vielen Patienten, die erstmals mit einer Allergie zu kämpfen haben.

Warme Sommer-Prognose

Ein vager Blick auf die anstehenden Sommermonate lässt indes eine Rückkehr zu überdurchschnittlichen Temperaturen vermuten. Im Langzeitmodell des Deutschen Wetterdiensts für Juni, Juli und August liegen die Werte um ein bis zwei Grad über dem Mittelwert der Jahre 1990 bis 2017. Gut möglich, dass der Mai in der Serie der zu warmen Wetterperiode also eine Ausnahme bleibt.

Sendung: hr-fernsehen, alle wetter!, 20.05.2019, 19.15 Uhr